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POLITIK & EINFLUSS
Bio- und Gentechnologie-Lobbyverband gegründet Rund 65 Firmen u. a. aus den
Bereichen Pharma, "Pflanzenschutz", Diagnostika, Lebensmittelzusätze und Veterinär-Produkte haben in Frankfurt die "Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie" (DIB) gegründet. Zum Vorsitzenden
wurde das BAYER-Vorstandsmitglied Pol Bamelis gewählt. Ziel dieses Verbandes ist es, wie vieler anderer, bei denen BAYER den Vorsitz führt, die gemeinsamen "Anliegen der Mitglieder mit einer starken
Stimme gegenüber Politik und Gesellschaft zu vertreten". Allzu schwach war die Stimme bisher auch nicht. So bedankte sich z.B. BAYER- Genforscher Peter Stadler ausdrücklich für die offenen Ohren, auf die
Industrie- Wünsche bei der nordrhein- westfälischen Landesregierung gestoßen sind. Düsseldorf hätte schon 1993 mit "massiven Anstrengungen" zur Ansiedelung biotechnologischer Betriebe begonnen. Aber auch
bundesweit stellen die geltenden Rahmenbedingungen nach Meinung Stadlers keinen Hinderungsgrund für neue Standorte mehr dar. Und es soll noch besser werden: "Forschungsminister" Jürgen Rüttgers kündigte
an, die Anzahl der Genehmigungsverfahren zu senken. Sorge bereitet dem BAYER- Forscher derzeit einzig der Technologie-Transfer zwischen Hochschule und Industrie, der reibungsloser verliefe, wenn die Universitäten
"offener für die Kommerzialisierung" würden.
Grüner kriecht vor BAYER-Genforscher zu Kreuze Das Pro-Gen-U-Boot bei den Grünen,
Manuel Kiper, räumte in einer Diskussion mit dem BAYER-Genforscher Dr. Peter Stadler reumütig ein, daß die Grünen eine Mitschuld am Tod von Blutern hätten, die sich durch HIV-Erreger in Blut-Konserven infiziert
hätten. Denn die Partei habe mit ihrer Ablehnung der Gen-Technik die Markt-Einführung von Gentech- Blutprodukten verzögert. Beide setzten sich auf der Veranstaltung im Rahmen der Fachmesse "Biotechnica"
für eine sogenannte "differenzierte Diskussion" ein. BAYER ist Weltmarktführer bei Blut-Produkten und für den Tod von zigtausender Menschen verantwortlich (SWB berichtete).
Schneider bejammert Scheitern der Steuerreform BAYER-Vorstandsvorsitzender Dr.
Manfred Schneider bezeichnete das Scheitern der Steuerreform als schweren Rückschlag für den Standort Deutschland. Der damit verbundene Vertrauensverlust kann sich nur negativ auf die Beschäftigungsentwicklung
auswirken, sagte er dem Wirtschaftsmagazin Impulse, schon einen neuen Vorwand für Entlassungen witternd. Er hält aber weiterhin zu Kohl. Für Reformen sei (..) keine andere Bundestagsmehrheit erforderlich, sondern
eine konstruktive Zusammenarbeit von Bund und Ländern, die nicht den parteipolitischen, sondern den staatspolitischen Zielen entspreche, so gibt die BILD-ZEITUNG ein Statement von ihm wieder. Kurz gesagt:
"Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Standorte". Nicht gerade ein Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie, denn es sind die Parteien, durch die die politische Willensbildung in der
Bundesrepublik erfolgt.
FDP-Fraktionsvorsitzender in Brunsbüttel Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im
schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, besuchte gemeinsam mit seiner Kollegin Veronika Kolb das BAYER-Werk Brunsbüttel. Er versprach dabei, sich für Infrastruktur-Maßnahmen wie die Elb-Querung
einzusetzen, um BAYER bei dem Vorhaben, das Gewerbegebiet zu einem Industrie- "Park" zu machen, unter die Arme zu greifen. Umweltschutz-Auflagen, die über EU-Normen hinausgingen, lehnte der FDP-Mann ab und
wertete die Kritik an Atomenergie, Gentechnik und Transrapid als "negative Signale" und abschreckend für potentielle Investoren.
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