SWB 04/97 - Ticker

UMWELT & SCHMUTZ

Umweltbundesamt fordert mehr Ökologie
Mitte Juni wurde vom Umweltbundesamt die Studie "Nachhaltiges Deutschland - Wege zu einer dauerhaft-umweltgerechten Entwicklung" veröffentlicht. Um die auf der UN-Konferenz von Rio 1992 gesteckten Ziele zu erreichen, so das Fazit der Untersuchung, reiche es nicht aus, auf technischen Fortschritt, sparsamen Umgang mit Ressourcen und umweltschonendere Herstellungsprozesse zu setzen. Es müsse vielmehr ein Struktur- und Bewußtseinswandel erfolgen. Die Autoren schlagen unter anderem folgende Maßnahmen vor: eine ökologische Steuerreform, eine Harmonisierung und Fortentwicklung des Umwelt- und Planungsrechts und eine Bindung von Subventionen an ökologische Kriterien.

Gesundheitsgefährdungen durch Schadstoffe
Unterschiedliche, zum Teil sich widersprechende Meldungen zum Thema "Schadstoffe" gab es in jüngster Zeit. Rosigere Zeiten für den Menschen, nicht ganz so rosige für Pflanzen und Tiere sieht eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) anbrechen. Die Bleiwerte im menschlichen Blut seien im Zeitraum zwischen 1985 und 1996 um 60 % gesunken, die Werte der Chlorkohlenwasserstoffe PCP und HCB sogar um 85 %. Der UBA-Präsident Andreas Troge führte diese Rückläufigkeit auf Erfolge der Umweltpolitik zurück.Als bedenkliche Entwicklung bezeichnete die Untersuchung hingegen die unverändert hohe Schadstoff-Konzentration, die in Pflanzen und Tieren gemessen wurde, besonders die Kontamination von Fischen durch Schwermetalle und Chlorkohlen-
wasserstoffe. Trotz des 1989 in Kraft getretenen Verbotes von Polychlo-
rierten Biphenylen werden in Küstengebieten immer noch hohe Konzentrationen des Stoffes nachgewiesen. Im Gegensatz zu den Resultaten der UBA-Studie stehend, gaben Mediziner auf der Jahrestagung der "Internationalen Gesellschaft für Umweltmedizin" (ISEM) bekannt, daß die Anzahl der Patienten mit umweltbedingten Krankheiten immer mehr zunehme. Sie forderten die Krankenkassen auf, die Kosten für die Behandlung der "mehrfachen Chemikalien- Unverträglichkeit" zu erstatten. Der Hamburger Arbeitsschutzbericht 1996 stuft die Gefahren, die durch den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen entstehen, als hoch ein. Bakterien, Viren und Pilze können beim Menschen Allergien, Infektionen und Reizerscheinungen auslösen. Bei der Vorstellung des Berichtes ermahnte die Hamburger Gesundheitssenatorin Helgrit Fischer-Menzel die Bundesregierung, endlich die EU-Richtlinie für den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen zu übernehmen. BAYER ist mit seiner Produktionsweise und Produktpalette natürlich in jedem gesundheitsgefährdenden Bereich vertreten.