SWB 01/97

Die Not der Arbeiter und ihr Streik

Über den großen Ausstand
bei BAYER im Jahr 1904

Obwohl die Rechte der ArbeitnehmerInnen bei BAYER und anderswo immer mehr abgebaut und Lohnkürzung sowie massenhafter Rausschmiß an der Tagesordnung sind, hält die Gewerkschaft IG CHEMIE samt ihres Vorsitzenden Hubertus Schmoldt beharrlich am Prinzip der Sozialpartnerschaft fest. In den Leverkusener Chefetagen reibt man sich die Hände: BAYER und die gesamte Chemie-Industrie sind - anders als andere Branchen - seit 1921 von einem Streik verschont geblieben (siehe Kasten). Doch derzeit brodelt es in der Belegschaft. Zu dreist sind die Angriffe auf die Errungenschaften der KollegInnen. Nachfolgend dokumentieren wir die Chronik des großen Streiks von 1904, die uns aus dem BAYER-Archiv zugespielt worden ist. Sie berichtet von Ausbeutung und dramatischen Mißständen in den Giftküchen von Leverkusen und darüber, wie die Werksleitung mit aller Macht gegen die rebellierenden Arbeiter vorgeht. Die nachfolgende Streik-Chronik wurde 1904 von Heinrich Brand, Mitglied des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, verfaßt. (Die Zwischenüberschriften und Kursivtexte wurden nachträglich von der Redaktion eingefügt.)

In den BAYER-Fabriken herrschen unmenschliche, katastrophale Bedingungen. "Wir beschweren uns über die viel zu niedrigen Löhne, die sogar noch die Durchschnittslöhne unterschreiten, über die Arbeitszei-
ten, die verlängert werden, wobei die Überstunden nicht zusätzlich bezahlt werden, und es zu Arbeitszeiten von bis zu 20 Stunden kommt, und über die Arbeitsverhältnisse in den ehem. Betrieben, in denen es keine ausreichenden Schutzvorrichtungen gibt, und die wir als 'Giftküchen' bezeichnen", heißt es aus Sicht der Gewerkschaften. "Dieses spiegelt sich in der hohen Sterblichkeit der Arbeiter wider." In einem Beschwerdebrief an den Direktor, Professor Dr. Carl Duisberg, heißt es ferner: "Sehr geehrter Herr! In einer am Montag, den 18. Juli (1904), stattgefundenen gut besuchten Werkstattsversammlung der Schlosser, Dreher, Klempner Ihrer Werke wurde nach eingehender Erörterung über die Miß- und Übelstände, wie sie zur Zeit auf der Fabrik herrschen, beschlossen, daß Unterzeichnete, als Vertreter der Organi-
sationen, denen diese Arbeiter angeschlossen sind, persönlich mit Ihnen Rücksprache nehmen sollen, auf daß die Änderungen auf den verschie-
densten Gebieten baldmöglichst geschaffen würden. Wir haben uns bereit erklärt, diesem Wunsche der Arbeiter nachzukommen, und richten hiermit die höfliche Anfrage an Sie, ob und wann Sie bereit wären, mit uns über diese Angelegenheiten Rücksprache zu nehmen."

Werksleitung: Unzufriedene Elemente
Doch Duisberg zeigt sich nicht gesprächsbereit: Wir erkennen ihren Status als Arbeitervertretung nicht an, und "wir sind nicht geneigt und gewillt, unzufriedene Elemente bei uns zu dulden, und werden daher in den nächsten Tagen jedem Schlosser, Dreher und Klempner Gelegenheit geben, sich darüber zu äußern, ob er bleiben oder gehen will. Um aber klar zu sehen und jeden unserer Schlosser, Dreher und Klempner vor die Frage zu stellen, ob er mit den bei uns herrschenden Verhältnissen zufrieden sei, legten wir den sämtlichern Vertretern dieser drei Berufsstände den folgenden Zettel vor: "Wie uns mitgeteilt wird, hat am vergangenen Montag eine, der Behauptung nach 'gut besuchte Versammlung von Schlossern, Drehern und Klempnern unserer Fabriken zu Leverkusen' stattgefunden, um über die 'Miß- und Übelstände, wie sie zur Zeit in der Fabrik herrschen sollen', Klage zu führen. Auf die von uns durchgeführte Umfrage meldeten sich lediglich vier Schlosser, die mit den Arbeitsverhältnissen in unserer Fabrik unzufrieden waren.
Die angeblichen Mißstände konnten wir sofort widerlegen."

Kniefall oder Rausschmiß
Die Direktion der Farbenfabriken vorm. Friedr. BAYER & Co. verlangte ultimativ die Unterschreibung nachstehender Kniefallerklärung, andernfalls wurde der betreffende Arbeiter entlassen. "Nur 13 von 500 Metallarbeitern unterschrieben diese Bescheinigung nicht und nahmen ihren Abschied", heißt es in einem Schreiben der Werksleitung. Der Wortlaut der Kniefallerklärung: "Hiermit bescheinige ich, daß ich mit den auf den Werken der Farbenfabriken vorm. Friedr. BAYER & Co. zu Leverkusen herrschenden Zuständen zufrieden bin und deshalb keine Veranlassung habe, die Arbeit niederzulegen. Leverkusen, den 23. Juli 1904." Unterschrift ...

Reaktion der Gewerkschaften: Generalstreik
"Wir proklamieren aufgrund der von uns abgehaltenen Versammlung vom 29. Juli 1904 den Generalstreik der Vereinigten Gewerkschaften in den Farbenfabriken vorm. Friedr. BAYER & Co. Aufgrund des von uns ausgerufenen Generalstreiks organisieren wir Tag und Nacht Streik-
posten rund um das Werksgelände. Diese Streikposten sollen die Arbeiter überzeugen, sich unserer Bewegung anzuschließen und von der Direktion geworbene Streikbrecher vom Werk fernhalten."

Werksleitung: Stöcke zur Selbstverteidigung
Die Werksleitung kündigt an, daß sie keinen der ausgeschiedenen Arbeiter mehr einstellen will, und daß sie keine Mitglieder der Gewerk-
schaften mehr einstellen werde. Wörtlich: " Aufgrund der teilweise gewalttätigen Übergriffe gegen unsere Arbeiter sehen wir uns gezwun-
gen, an jeden unserer Arbeiter Stöcke zur Selbstverteidigung auszuge-
ben." Des weiteren richtet BAYER folgende Kommissionen zur Aufrechterhaltung der Arbeit ein:

"1. Werbekommission, welche Meister, Aufseher und zuverlässige Vorarbeiter nach allen Gegenden Deutschlands senden soll, um Arbeiter, zumal Schreiner und Handwerker aller Art, anzuwerben, und mit diesen Ausgesandten in dauerndem brieflichen und telegraphischen Verkehr steht.

2. Verkehrkommission, welche es übernimmt, die angeworbenen Arbeiter, sobald sie zu irgendeiner Eisenbahnstation der Umgebung von Leverkusen gebracht wurden, von dort per Extrazug unserer Kleinbahn, Motorboot, Dampfschiff oder Gartenlaube bei Tag oder Nacht durch die Postenkette hindurch sicher in die Fabrik zu bringen.

3. Quartierkommission, welche die ängstlichen Arbeitswilligen und alle von fern her ankommenden Arbeiter in die Fabrik, in den dort vorhandenen zahlreichen Aufenthaltsräumen, welche mit schnell beschafften Betten versehen und in Schlafsäle umgewandelt werden, unterbringt und alles weitere zu Annahme und Beschäftigung der Arbeiter in der Fabrik tut.

4. Verpflegungskommission, der die Speiseanstalt der Fabrik mit ihrem Personal für die Zeit des Streiks unterstellt ist und für Essen und Trinken der in der Fabrik quartierten Arbeiter zu sorgen hat.

5. Sicherheitsdienst. Der für Feuers- und Wassernot schon seit vielen Jahren aus allen Berufsständen der Fabrikbeamten bestehende, wöchentlich wechselnde Sicherheitsdienst wird in Permanenz erklärt und hat die Aufgabe, in den Pausen und während der Nachtzeit alle Lokale und Gebäude der Fabrik daraufhin zu untersuchen, ob in jedem Betriebsgebäude wenigstens 2 zuverlässige Arbeiter als Posten anwesend sind, um Beschädigungen der Betriebseinrichtungen zu verhindern. Er soll auch beim Aus- und Einpassieren der Arbeiter durch je 2 Beamte mit 2 bis 4 Feuerwehrleuten und später auch mit je einem Gendarmen an jedem Tore verhindern, daß Bedrohungen der Arbeitswilligen stattfinden.

6. Die Feuerwehr in voller Ausrüstung übernimmt den Polizeidienst durch Wachen, Posten und Patrouillen an denjenigen Stellen, wo Streikposten und Streikpatrouillen sich befinden, und begleiten ängstliche Arbeiter nach Hause und holt sie von dort ab."

Gewerkschaften rufen Gewerbegericht an
Als letzten Versuch, die Auseinandersetzung "produktiv zu beenden", rufen die Gewerkschaften das königl. Gewerbegericht Opladen an, damit dieses die Vermittlerrolle übernimmt. Doch die Werksleitung lehnt "diese Vermittlung dankend ab und erwidert mit Schreiben vom 6. August 1904 an das Königliche Gewerbegericht Opladen: "Auf das geehrte Schreiben erwidern wir dem Königlichen Gewerbegericht ergebenst, daß wir uns zu unserem Bedauern nicht zu der in § 64 Gew.-Ger.-Ges. vorgesehenen Anrufung des Einigungsamtes bereit erklären können. Wir können nicht anerkennen, daß den Beschwerden, aufgrund deren seitens der Unterzeichner des Antrages vom 3. August das Königliche Gewerbegericht als Einigungsamt angerufen worden ist, irgendwelche Berechtigung zukommt. In Übereinstimmung hiermit haben ja auch bei der gestern von dem Prüfungsausschuß des Arbeitgeber-
verbandes für den bergischen Industriebezirk in Leverkusen abgehaltenen mehrstündigen Besprechung die bei dieser Besprechung anwesenden Unterzeichner des erwähnten Antrages, Carl Will und Heinrich Brandt, irgendwelche berechtigten Beschwerden nicht vorbringen können. Ein sachlicher Grund für die in diesem Antrag erwähnten Differenzen liegt also nicht vor. Außerdem hat aber der von einem Teil unserer Arbeiter in voriger Woche in Leverkusen proklamierte Streik praktisch bereits seine Erledigung gefunden, wie aus der beiliegenden Bekanntmachung an unsere Arbeiter hervorgeht.

Eine Störung des Betriebes ist daher bei uns nicht eingetreten. Wir sind aber auch nicht in der Lage, irgend einen der Arbeiter, welche infolge dieses unbegründeten Streikes die Arbeit bei uns niedergelegt haben, jemals wieder in unseren Betrieben einzustellen.
Mit vorzüglicher Hochachtung.
Farbenfabriken vorm. Friedr. BAYER & Co.,
gez. Dr. C. Duisberg, gez. ppa. Dr. Kloeppel"

BAYER am längeren Hebel
Der Streik wird für beendet erklärt, da die Mehrzahl der Streikenden nicht mehr Angestellte der Farbenfabriken vorm. Fr. BAYER & Co. sind, und mittlerweile in anderen Betrieben angestellt sind.

Schlußbetrachtung aus Sicht der Streikenden
- Die Farbenfabriken vorm. Friedr. BAYER & Co. spielten den Streik herunter. Sie behaupteten, es hätte damals nur ein sehr kleiner Teil der Arbeiterschaft gestreikt (400 von 4.000). Die Gewerkschaften sprachen jedoch von ca. 1.500 streikenden Arbeitern. Die Farbenfabriken stellten sogar Tabellen auf, aus denen hervorging, wieviele Arbeiter wann in welchem Betrieb gestreikt hatten. Dies diente dazu, glaubhaft darzulegen, daß nur ein geringer Teil gestreikt hatte.

- Die Farbenfabriken stellten noch weitere Statistiken auf, diese besagten z. B., daß 85 % der Streikenden noch kein Jahr, 79 % noch keine 6 Monate in dem Werk beschäftigt waren, und daß 83 % ledig waren. Man versuchte so zu erklären, warum diese Arbeiter streikten. Zum einen wurde damit ausgedrückt, daß diese Arbeiter keinen Bezug zur Fabrik hatten und so auch nicht in die große Familie integriert waren, zum anderen, daß sie nicht bindungsfähig waren, da 83 % von ihnen noch keine Frau gefunden hatten.

- Zum Erfolg oder Mißerfolg des Streikes ist folgendes zu sagen: Die Farbenfabriken vorm. Fr. BAYER & Co. sahen den Streik als Mißerfolg für die Gewerkschaften an. Nach Angaben der Direktion betraf der Streik nur einen geringen Teil der Arbeiter, so daß der Betrieb in keiner Weise davon benachteiligt war. Es fragt sich nur, warum es dann notwendig war, die verschiedenen Kommissionen ins Leben zu rufen. Es wurde auch behauptet, die Gewerkschaften hätten sich nach dem Streik fast vollständig aufgelöst.

Moralischer Sieg
Die Gewerkschaften beurteilten den Streik als einen moralischen Sieg, da es endlich eine Auflehnung des Proletariats gegen das Kapital gab. Sie versuchten, die Gewerkschaften vor Ort am Leben zu erhalten und riefen dazu auch die Arbeiter in anderen Städten auf. Der Streik brachte auch Verbesserungen für die Arbeiter, zwar nicht für jene, die in den Streik getreten waren, aber für diejenigen, die später bei den Farbenfabriken arbeiteten. So gab es zum Teil Lohn- und Krankengelderhöhungen.

Streik 1921: Es ging um den 8-Stunden-Tag

Am 29. Januar 1921 geht der Arbeiter Ernst Creutzberg mit ein paar Kollegen in die Schwefelsäurefabrik der Farbenfabriken BAYER und holt die KollegInnen dort raus. Die Öfen erkalten, die Produktion muß für längere Zeit stillgelegt werden. Damit beginnt der längste Streik in der Geschichte von BAYER in Leverkusen. Die Direktion antwortet mit der Aussperrung sämtlicher 8.300 Arbeiter.

Hintergrund des Streiks war der Acht-Stunden-Tag, auf den sich die Unternehmer nach der Novemberrevolution von 1918 eingelassen hatten, den sie aber wieder vom Tisch haben wollten. Am 21. Januar 1921 entließ die Werksleitung den 22-jährigen Arbeiter Ernst Creutzberg eben wegen solchen Abfeiern fristlos. Creutzberg war Mitglied der VKPD (Vereinigte Kommunistische Partei) und Mitglied des Aktions-
ausschusses beim Streik gegen einen zehnprozentigen Lohnabzug im August 1920. Über die Ursachen äußerte sich Carl Duisberg in einem Brief vom 14. Februar 1921 an den Vorsitzenden des Zentralarbeit-
geberverbandes für die chemische Industrie, Dr. Frank: "Wie Sie wissen, ist bei uns wilder Totalstreik. So dumm wie diesmal haben es die Gewerkschaftsführer und die von ihnen verhetzten Arbeiter des Bezirks Wiesdorf noch nie angefangen. Schon seit Wochen zerbrechen wir uns den Kopf, wie wir unseren Betrieb einschränken können. Die Läger sind überfüllt wie nie zuvor, an Farben haben wir mindestens doppelt soviel wie vor dem Krieg Vorräte. Es konnte uns also nichts besseres passieren, als daß der Streik, der doch einmal kommen mußte, jetzt ausbrach." Und mit Blick auf die kommunistischen Arbeitervertreter fährt Duisberg fort, daß die Werksleitung "endlich einmal die schon lange notwendige Siebung vornehmen (kann), die uns das letzte Mal, als wir gelegentlich wegen der Verweigerung des Steuerabzuges die Fabrik stillegen mußten, nicht vornehmen konnten..."

Die BAYER-ArbeiterInnen betrachteten die Entlassung als prinzipielle Frage der Verteidigung des Acht-Stunden-Tages. In geheimen Abstimmungen sprach sich die übergroße Mehrheit für einen Streik aus. Dem schloß sich am 28. Januar auch eine Mitgliederversammlung des Fabrikarbeiterverbandes an, nachdem Verhandlungen zwischen Werksleitung und Gewerkschaftsvertretern gescheitert waren. Der Streikbeginn wurde auf den 29. Januar festgelegt, aber eine Betriebs-
rätekonferenz am Samstagmorgen bestätigte diesen Termin nicht, da sich einige Betriebsräte für eine Verschiebung aussprachen. Daraufhin ging Ernst Creutzberg in die Schwefelsäurefabrik - und wir stehen am Beginn des Streiks.

Der Arbeitskampf endete nach vier Wochen am 4. März 1921 mit der faktischen Aufhebung des Acht-Stunden-Tages. Auch zahlreiche Solidaritätsspenden und einige Sympathiestreiks konnten das nicht verhindern. Er führte zur Eliminierung der engagierten Arbeiter aus dem Betrieb, dem Betriebsrat und schließlich auch aus der Gewerkschaft. In der chemischen Industrie wurde die tägliche Arbeitszeit auf neun Stunden ausgedehnt. (vgl. SWB 5/6 91)

Opposition gegen Sozialpartnerschaft
(ho) In keiner Branche ist der Organisationsgrad der ArbeiterInnen so gering, wie in der Chemie-Industrie. Kein Wunder: Ist es den Unternehmern doch gelungen, die IG CHEMIE auf einen sozialpartner-
schaftlichen Kurs einzuschwören, der im Zweifel dafür sorgt, daß Konflikte kampflos ausgetragen werden. Diese Unterwerfungsstrategie ist bei BAYER besonders ausgeprägt. Als im Jahr 1971 landesweit über 20.000 Menschen zur Durchsetzung ihrer Lohnforderungen in der chemischen Industrie streikten, blieb es bei BAYER weitgehend ruhig. Der langjährige Vorsitzende der IG CHEMIE, Hermann Josef Rappe, zugleich Mitglied im BAYER-Aufsichtsrat und für die SPD im Bundestag, hat mit seiner Politik des vorauseilenden Gehorsams sogar für andere Gewerkschaften eine unheilvolle Vorreiterrolle gespielt. Er war es, der untertarifliche Einstiegslöhne zugelassen hat, die heute auch in anderen Branchen üblich sind. Er war es, der immer wieder den Konsens gesucht hat. Sein Nachfolger, Hubertus Schmoldt, hat ausdrücklich bestätigt, den Rappe-Kurs fortzusetzen.

Viele KollegInnen fühlten und fühlen sich von der IG CHEMIE nicht mehr vertreten. Von Verrat ist sogar die Rede. In Leverkusen hat sich vor Jahren die Liste der "KollegInnen für eine durchschaubare Betriebsrats-
arbeit" gegründet, in Wuppertal agiert die "Belegschaftsliste".
Der Zuspruch bei den Werktätigen ist groß, die Wahlerfolge bei den Betriebsratswahlen sind beachtlich. Denn die Opposotionellen sprechen Klartext. Sie analysieren in ihren Betriebszeitungen die Gewinnbilanzen und prangern Arbeitsplatzvernichtung, Lohnabbau und Umweltprobleme an. Nicht zuletzt halten sie Kontakt zu den BAYER-KollegInnen in anderen Ländern, darunter Südafrika und Brasilien (SWB berichtete), organisieren internationale Solidarität. Daß dies den Konzernmanagern gar nicht paßt, liegt auf der Hand. Sie versuchen daher, mit allen Mitteln (darunter Abmahnungen), das Engagement der kritischen Betriebsräte zu unterbinden.