SWB 01/97 - Ticker

PESTIZIDE & HAUSHALTSGIFTE

Erster Schritt zur Ächtung von Pestiziden
Auf Vermittlung der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE) haben sich die europäische und US-amerikanische Industrie mit ihren Regierungen auf Verhandlungen über das Verbot von bestimmten Pestiziden geeinigt. Auf der möglichen Verbotsliste stehen u. a. Dioxine, Furane, Hexachlorbenzol, Endrin, PCB und DDT. Keine Einigung wurde erzielt über die Aufnahme von Lindan, Pentachlorphenol, sowie bestimmte Parafine.
Bewegung in die Verbotsdiskussion kam durch die in letzter Zeit gehäuft publizierten Erkenntnisse über die Schwächung des Immunsystems und die sinkende Zahl der Spermien bei Männern.
Im Frühjahr 1998 ist der Abschluß eines Vertragsprotokolls mit 54 amerikanischen, asiatischen und europäischen Mitgliedsstaaten der UN-ECE geplant, wenn nicht BAYER und die gesamte Pestizid-Lobby das Werk noch verhindern.

Pestizide und Duftstoffe killen menschliche Fruchtbarkeit
Chemische Verbindungen finden sich mittlerweile nahezu überall. Viele von ihnen, wie das früher von BAYER produzierte DDT, aber auch Duftstoffe der BAYER-Tochter HAARMANN & REIMER, wirken auf den Menschen wie Hormone. Und werden durch aktuelle Studien dafür verantwortlich gemacht, daß z. B. die Zahl der Samenfäden im männlichen Ejakulat von 1940 bis heute auf nahezu die Hälfte reduziert wurde; oder daß sich die Häufigkeit von Hodenkrebs in den westlichen Ländern seit den 50er Jahren verdreifacht hat; oder daß die Rate von Brustkrebs bei Frauen seit 1970 um 40 % stieg u. v. m.
Inzwischen sind diverse Forschunngsprogramme angelaufen.
Das deutsche Umweltministerium hat für die kommenden drei Jahre 4,5 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, auch die EU und selbst die Industrie wollen forschen. Da aber die meisten wissenschaftlichen Einrichtungen in irgendeiner Weise von Konzernen abhängig sind, stellt sich die Frage nach der Unabhängigkeit der bevorstehenden Ergebnisse. KritikerInnen wissen schon heute, daß eine Vielzahl von Pestiziden und Duftstoffen sich derart katastrophal auf die Vermehrungsfähigkeit von Tieren und Menschen auswirken, daß sie unverzüglich vom Markt genommen werden müßten. Daß es nach Abschluß der Studien dazu kommt, gilt jedoch als ausgeschlossen.