SWB 01/97 - Ticker

STANDORTE & PRODUKTION

Leverkusen: Rathaus in BAYER-Haus?
Die Stadt Leverkusen hat ein Rathaus, das dem Rheinisch- Westfälischen Immobilienfond gehört und pro Jahr 3,5 Millionen Mark Miete verschlingt. Daher gibt es Überlegungen, spätestens nach Ablauf des Mietvertrages im Jahr 2004 umzuziehen. Eine Option ist ein eigener Neubau, eine weitere, wesentlich realistischere, ist eine Kooperation mit BAYER: Der Konzern muß innerhalb der nächsten zehn Jahre sein Verwaltungshochhaus "W 1" von Grund auf sanieren, so daß in den beiden Etappen der Sanierung jeweils die Hälfte der 1.200 Beschäftigten für eine Weile ausziehen muß. Um diese dann 600 Angestellten unterzubringen, denkt BAYER über einen Neubau am Wiesdorfer Kreisel nach. Nach Abschluß der Sanierungsarbeiten könnte dann die Stadt das neue Bürogebäude übernehmen. So fände denn die Nähe zu BAYER auch räumlich ihren Ausdruck. Und die Kontinuität wäre ebenfalls gewahrt. War es doch in den 70er Jahren noch üblich, daß der Haushalt der Stadt erst BAYER und erst nach Genehmigung durch den Konzern dem Stadtrat vorgelegt wurde.

BAYER baut wieder in Bitterfeld
"Zügig und ohne Komplikationen haben die entsprechenden Genehmigungsbehörden über den Bau einer Anlage zur Produktion von Ionenaustauschern entschieden", bedankte sich der Geschäftsführer von BAYER BITTERFELD, Helmut Lehmann. Der Ionenaustauscherbetrieb wird der vierte BAYER-Betrieb auf dem hochsubventionierten Industriegelände in Ostdeutschland sein. 100 Beschäftigte werden pro Jahr bis zu 30.000 Kubikmeter des Granulats produzieren. Unklar ist, ob auch bei dieser BAYER-Investition in Höhe von 200 Millionen Mark öffentliche Gelder fließen, wie bei allen anderen BAYER-Betrieben.

Ausbau von ADALAT
Für sein Zugpferd ADALAT, das umstrittene Herz-Kreislauf-Mittel (SWB berichtete mehrfach), investiert BAYER am Standort Leverkusen 60 Millionen Mark in einen neuen Pharma-Feststoffbetrieb. Von der dort produzierten ADALAT-OROS Tablette werden pro Jahr 860 Millionen Stück verkauft. Außerdem investiert BAYER im Werk Leverkusen 55 Millionen Mark in eine neue Anlage zur Produktion von Weißtönern für die Papier- und Textilindustrie. Pro Jahr produziert BAYER, nicht nur in Leverkusen, 50.000 Tonnen Weißtöner. Insgesamt hat BAYER 1996 über 500 Millionen Mark in den Standort Leverkusen investiert, davon vor allem in den Geschäftsbereich Pharma.
Etwa die Hälfte des Pharma-Umsatzes in Höhe von ca. 3,6 Milliarden Mark stammt von nur zwei Produkten, nämlich ADALAT und Ciprofloxacin (CIPROBAY).