SWB 01/98 - Ticker

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Externe Forschung
Im Forschungsbereich setzt BAYER zunehmend auf die Zusammenarbeit mit kleineren, innovativen Firmen. 25 % des Forschungsetats sind solchen Kooperationen vorbehalten.
Um geeignete Partner ausfindig zu machen, unterhält der Konzern eigene "Scouting-Gruppen".

BAYER kooperiert mit der TH Aachen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert, die Wissenschaftler forschen und BAYER & Co. profitieren. So kann man ein Forschungsprojekt beschreiben, das die führende Rolle der deutschen Chemie-Industrie sichern soll. Informatiker und Verfahrenstechniker der TH Aachen wollen in enger Zusammenarbeit mit BAYER Modelle entwickeln, den Neuaufbau chemischer Anlagen effizienter zu planen und die Arbeits- und Herstellungsprozesse mittels Datenbank-Technik, Multimedia-Kommunikation und Prozeß-Simulationen zu optimieren.

BAYER beschenkt Brunsbütteler Fachhochschule
Das BAYER-Werk Brunsbüttel überläßt dem Fachbereich Elektrotechnik/ Automatisierung der Brunsbütteler FHW ausgedientes Gerät. Bei einem Informationsbesuch in der Fachhochschule teilte dies Werksleiter Klaus Starke dem Rektor Hans-Jürgen Block mit. Mittels alten Durchflußmessern, Transmittern, Reglern und Manometern kann sich jetzt ein richtiges BAYER-Flair in den Hochschul-Labors ausbreiten und so den vielerorts gewünschten Praxis-Bezug herstellen. Bestimmt werden es die Studierenden BAYER danken und sich personalkostensparende Automatisierungslösungen einfallen lassen.
BAYER und die FHW kooperieren seit langem. Studierende absolvieren im Werk mehrmonatige Praxis-Semester und arbeiten an bestimmten Projekten mit. In Zukunft soll BAYER auch Diplomanden betreuen.

Kontaktpflege BAYER-Deutsche Forschungsgemeinschaft

Zu seinem Amtsantritt als Präsident der Deutschen Forschungsgemein-
schaft (DFG) wurde Ernst-Ludwig Winnacker, Bio-Chemiker und Mitglied des BAYER-Aufsichtsrates, von Focus gefragt, ob sich diese Tätigkeit denn mit dem Industrie-Posten vertrüge. "Ja, natürlich", lautete die Antwort, "auch einem DFG-Präsidenten steht es gut an, entsprechende Kontakte zu pflegen." Wenn nicht schon im letzten Jahr festgestanden hätte, daß es sich bei Winnacker um den designierten DFG-Oberen handelt, hätte BAYER den Kontakt zu ihm gar nicht erst aufgenommen.

BAYER-Nachwuchs
"Internationales Hochschul-Marketing" heißt bei BAYER die Abteilung, die weltweit Kontakte zu den Hochschulen pflegt. Ein wichtiges Aufgabenfeld besteht darin, geeigneten wissenschaftlichen Nachwuchs für das Unternehmen zu gewinnen. Dies geschieht durch vielfältige Aktivitäten, wie ihr Leiter, Günter Ritter, erläuterte. BAYER bietet Stellen für Praktikanten und Werksstudenten an und veranstaltet einmal pro Monat in Leverkusen einen Berufsinformationstag für Studierende. Dann betreut der Konzern rund 100 Studien- und Diplom-Arbeiten und fördert einen auserlesenen Kreis von 30 StudentInnen aus dem In- und Ausland. Darüber hinaus betätigen sich die Honorar-Professoren in BAYERs Diensten an den Hochschulen noch als Talent Scouts.

ASPIRIN-Preise verliehen
Der amerikanische Biochemiker Dr. William L. Smith hat seine ganze Forscher- Tätigkeit dem Aspirin gewidmet und wird für sein Lebenswerk deshalb mit dem "International ASPIRIN Senior Award" ausgezeichnet, ein kleines Trostpflaster für die wenig abwechslungsreiche wissenschaftliche Laufbahn. Eine neuere Untersuchung von ihm, die die Wirkungsweise der grundlegenden ASPIRIN-Substanz ASS näher ergründet hat, und es so möglich macht, neue Zusammensetzungen zu entwickeln, hat für die Jury den Ausschlag gegeben. Ebenfalls mit einem Preis ausgezeichnet wurden ein amerikanischer Pharmakologe und ein Epidemiologe aus China, dem angeblich der Nachweis gelang, daß ASPIRIN bei regelmäßiger Einnahme vor den Folgen eines Schlaganfalls schützen kann. Damit prämierte BAYER nicht zufällig die profitträchtigsten Arbeiten. Denn durch die geringfügige Modifikation eines bereits bestehenden Medikaments und mit der Erschließung von neuen Anwendungsgebieten, die wie im Falle der Schlaganfall- Prophylaxe noch dazu eine regelmäßige Einnahme des Pharmazeutikums erfordern, kann man mit geringstem Aufwand am meisten Geld verdienen.

Preise für Psycho-Geriater
Die Werbe-Wirtschaft hat sie als Zielgruppe ausgemustet, für BAYER werden die SeniorInnen aber kraft Masse als Absatzmarkt zunehmend interessant. Nicht zuletzt deshalb lobt der Chemie-Konzern gemeinsam mit der INTERNATIONAL PSYCHOGERIATIC ASSOCIATION (IPA) einen Forschungspreis aus. Diesmal erhielten ihn Wissenschaftler aus England, Kanada und der Bundesrepublik, die zu den Themen "Depression älterer Menschen" und "Belastungssituation Betreuender" gearbeitet haben.

BAYER-Forscher wird Professor
Die Universität Hannover verpflichtete den Leiter der Abteilung Polymere-Analytik im BAYER-Werk Leverkusen, Dr. Rainer Kuhn, als Honorar-Professor. Der immer wieder gern geforderte stärkere Praxis-Bezug von Forschung und Lehre, also die Zurichtung von Wissenschaft zur Dienstleistung, ist durch diesen Wissensrückfluß von der Industrie zur Hochschule sicher gewährleistet.

Stipendium für Erbgut-Entschlüsseler
Der angehende Veterinär-Mediziner Frank Langewische bekommt von BAYER ein Doktoranden-Stipendium in Höhe von monatlich 1500 DM zugesprochen. Seine Promotionsarbeit am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Gießener Justus-Liebig-Universität befaßt sich mit der Erbgut-Entschlüsselung eines Bakterien-Virus, das ein bestimmtes Zellgift überträgt.