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AKTION & KRITIK
Protest vor BAYER-Zentrale Eine rege Presse-Resonanz erfuhr die Aktion des
amerikanischen Bluters Todd Smith vor der Leverkusener Konzern-Zentrale. Sogar dpa berichtete! Smith ist durch Blutprodukte von BAYER mit HIV infiziert worden und protestierte mit dem Plakat "BAYER got profits,
I got AIDS" gegen die gesundheitsgefährdenden Geschäftspraktiken des Konzerns. Obwohl BAYER frühzeitig von der möglichen Kontamination wußte, wurden keine Test- und Inaktivierungsverfahren angewandt. Und als
ein solches Vorgehen von den amerikanischen Gesundheitsbehörden vorgeschrieben wurde, exportierte BAYER das unbehandelte Material einfach ins Ausland. Die angebotenen Entschädigungszahlungen in Höhe von 100.000
Dollar kritisierte Smith ebenfalls als unzureichend. Der amerikanische Bluter verlangte, den BAYER-Vorstandsvorsitzenden Dr. Manfred Schneider persönlich zu sprechen, was jedoch nicht möglich war. Erst auf der
BAYER-Hauptversammlung konnte er Schneider dank des deutschen Aktienrechtes persönlich mit seinen Vorwürfen konfrontieren. Der BAYER-Mann rang sich einige Worte des Bedauerns ab und erklärte dann, die HV sei nicht
der geeignete Ort zur Erörterung solcher Probleme. Todd Smith war auf Einladung der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN in die Bundesrepublik gereist.
Presseerklärung veröffentlicht Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN gab eine
Presseerklärung zur Trinkwasser-Verseuchung durch BAYER-Pestizide ab. Sie stützte sich dabei auf eine Untersuchung der Länderarbeits- gemeinschaft Wasser (LAWA), die Grenzwert-Überschreitungen von 23 Pestiziden,
darunter vielen von BAYER, festgestellt hatte (siehe auch Ticker 1/98). Bei Messungen im Rhein auf der Höhe von Dormagen machte die LAWA eindeutig BAYER für die erhöhten Werte der Wirkstoffe Diuron,
Metabenzthiazuron und Metamitron im Fluß aus. Die Coordination wies auf die Gesundheitsgefahren durch Pestizid- Rückstände im Trinkwasser hin und forderte eine Pestizid-Abgabe, um die Hersteller an den durch die
Ackergifte entstehenden Folgekosten zu beteiligen. Die Rheinische Post griff die Presseerklärung auf und brachte einen größeren Artikel. An dessen Ende waren aber wie so oft wieder die Dementis von BAYER zu finden.
BUKO kritisiert BAYER Auf dem Export-Weg in die Länder der sog. Dritten Welt
verändern sich manche Medikamente wundersam. Sie haben, am Zielort angekommen, plötzlich weniger Nebenwirkungen und helfen bei mehr Krankheiten. Auch büßen die Präparate ihre Gefährlichkeit ein. Diese Umwidmung-
stricks benutzt die Pharma-Industrie, um sich der "veränderten Marktlage" in den ärmeren Ländern anzupassen. Die Pharma- Kampagne des Bundeskongresses entwicklungspolitischer Gruppen (BUKO) hat das
Geschäftsgebaren der Pharma-Konzerne in den Ländern der sog. Dritten Welt jetzt scharf angegriffen. Ein Schwerpunkt ihrer Kritik: BAYERs Kinder-Aspirin. Der BUKO warf dem Konzern vor, den ASPIRIN-Wirkstoff
Acetylsalicylsäure als Fiebermittel für Kinder zu vermarkten, obwohl er bei Kindern mit Virus-Erkrankungen das Reye- Syndrom, eine Leber-Hirn-Krankheit, auslösen kann.
Belegschaftsliste zum MAI Die Belegschaftliste Wuppertal gab eine "Offene
Stellungnahme" zum Multilateralen Abkommen über Investitionen (MAI) ab. In dem unter anderem im express veröffentlichten Statement griff sie vor allem die konstruktive Mitarbeit von
ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen an dieser Deregulierungsoffensive des Kapitals an. Angesichts von MAI- Paragraphen wie "Schutz vor Unruhen", die bei Streiks, Boykotten und Protesten
Schadensersatz-Ansprüche seitens der Unternehmer festschreiben wollen, stellt diese Mitwirkung einen Verrat an gewerkschaftlichen Interessen dar. Die Belegschaftsliste bekennt sich statt dessen zu einer
Fundamental-Opposition gegen das MAI und ruft zu einer Gegen-Offensive auf.
Durchschaubare für mehr Arbeitssicherheit Die "Durchschaubaren" fordern
BAYER in ihrem März-Flugblatt auf, wirksamere Schutzmaßnahmen bei der Weiterverarbeitung von Chrom-Produkten einzuführen. Sie stützen sich dabei auf neuere Untersuchungen aus den USA. Diese haben ergeben, daß nicht
nur Chrom VI-Verbindungen als krebserregend einzustufen sind, sondern auch Chrom III-Verbindungen. Damit besteht auch für BAYER- Beschäftigte, die z.B. mit Chrom-Gerbstoffen arbeiten und dabei chromhaltigen Stäuben
und Gasen ausgesetzt sind, ein Gesundheits- risiko.
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