|
GENE & KLONE
Gefährliches Gen-Insulin Gentechnisch hergestelltes Insulin galt lange Zeit als
Paradebeispiel für die Segnungen der Biotechnologie in der Medizin. Inzwischen kommt der gute Ruf ins Wanken. Denn bei DiabetikerInnen, die Gen-Insulin verwenden, kann eine Unterzuckerung gefährliche Folgen haben,
da die sonst vom Körper ausgesendeten Warnsignale wie Schweißausbrüche, Herzklopfen und Heißhunger ausbleiben. In der Schweiz stieg die Zahl der bewußtlos in Kliniken eingewiesenen DiabetikerInnen um das Dreifache;
in einer Untersuchung ist bei acht Prozent der Diabetis- PatientInnen ein Abnehmen der körperlichen Warnfunktionen beobachtet worden. Das Pharmakologische Institut der Universität Zürich hat als Grund dafür
festgestellt, daß unter der Gabe von Gen-Insulin die Hirnsignalaktivität abnimmt. Eine Wahl zwischen genetisch hergestelltem und tierischem Insulin hat der Diabetiker kaum noch: Anbieter wie HOECHST und NOVO NORDISK
haben dem Gen-Insulin eine Monopol-Stellung verschafft.
Gentechnik bei Ackergiften BAYER steigt bei der Produktion von Pestizide in die
Gentechnik ein. Mit dem US-Konzern EXELIXIS PHARMACEUTICALS schloß das Unternehmen einen entsprechenden Kooperationsvertrag.
38 Millionen für BAYER BAYER hat sich gemeinsam mit einigen Berliner Firmen und
Forschungseinrichtungen an dem Leitprojekte-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums beteiligt und einen Zuschlag in Höhe von ca. 38 Millionen Mark erhalten. Man will sich in dem prämierten wissenschaftlichen
Vorhaben im großen Rahmen der Proteinstruktur- Analyse widmen und dabei die bisherigen Erkenntnisse des "Human Genome Projects" nutzen. Von den Untersuchungen erhofft man sich Aufschluß über die
Funktionsweise der Proteine und über die Rolle, die sie beim Auslösen bestimmter Krankheiten spielen. Aufgrund der wissenschaftlichen Ergebnisse glaubt man dann, bestimmte Arznei- Wirkstoffe entwickeln zu können. Im
Gründungsfieber soll in Berlin eine regelrechte "Proteinstrukturfabrik" entstehen. Entsprechende Vorhaben schienen bisher nur in Japan und in den USA möglich.
Hoffentlich Gentech-versichert Eigentlich sieht das Gentechnik-Gesetz des Bundes
eine Versicherungspflicht für die Betreiber gentechnischer Anlagen vor. Aber die Versicherungswirtschaft erhebt massive Einwände gegen eine entsprechende Vorlage aus dem Bundesjustizministerium, da sie das
Ausmaß möglicher durch die Gentechnologie verursachter Schäden für unabschätzbar hält. Einer Rechnung der DKP-Belegschaftszeitung die Pille zufolge käme BAYER bei der gesetzlich festgelegten Haftungs-
höchstgrenze von 160 Millionen Mark je Anlage bei 185 Anlagen auf eine Höchstversicherungssumme von 58,8 Milliarden Mark! Bei solchen Summen schließt Peter Paul Geppert vom GERLING-Konzern für sein Unternehmen
"jede Haftung für die Folgen von bio- oder gentechnisch manipulierten Substanzen und ihren Herstellungsverfahren aus." Und auch der sonst so freundliche Herr Kaiser von der HAMBURG- MANNHEIMER wird
wahrscheinlich dankend ablehnen, BAYER zu versichern.
|