SWB 02/98 - Ticker

TIERE & GESUNDHEIT

Therapie-Notstand ausgerufen
BAYER und andere Tierarzneimittel-Hersteller verdienen gut an der Massentierhaltung. Denn sie macht ihre Opfer krankheitsanfällig, was durch vorbeugende Maßnahmen wie die Durchmischung des Futters mit Antibiotika verhindert werden soll. Durch den Verzehr von Fleisch oder tierischen Produkten landet diese geballte Pharma-Ladung dann im menschlischen Organismus. Eine Folge davon ist die ständig steigende Zahl von Antibiotika-Resistenzen. Alarmiert von dieser Entwicklung, verabschiedete die EU eine neue Rückstandshöchstmengen- Verordnung. Dagegen läuft die Pharma-Industrie allerdings Sturm. Sie hat Angst, ihre Absatzmärkte zu verlieren, und spricht von einem "Gruselkabinett der EU-Maßregelungen" und von "maßloser Überschätzung des Risikos. Für die Lobbyisten sind berechtigte Vorbehalte der KonsumentInnen lediglich "irreale Verbraucherängste".

Neue Tierarznei
In Kooperation mit dem japanischen Unternehmen FUJISAWA PHARMACEUTICAL entwickelt BAYER ein neues Antiwurm-Mittel für " Haus- und Nutztiere". Die Investitionssumme beträgt 100 Millionen DM. Durch das Projekt soll BAYERs Marktposition auf dem Tierarznei-Markt weiter ausgebaut werden.