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WASSER, BODEN & LUFT
Trinkwasser gefährdet Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hält die Qualität
des Grundwassers für so besorgniserregend, daß er seinem diesjährigen Umweltgutachten ein Sondergutachten beifügte. In der Bundesrepublik wird 70 % des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Die
"Umweltweisen" machten erhebliche Defizite bei der Umsetzung bestehender Vorschriften aus. Die Hauptbelastungsfaktoren sind Pestizid- und Nitratrückstände aus der Landwirtschaft sowie Schadstoffe aus dem
Verkehr, die über den Boden ins Wasser sickern. Diese Entwicklung ist auch ein Resultat der Deregulierungen beim Umweltschutz. Baden-Württemberg hat beispielsweise seine Wasserwirtschaftsämter aufgelöst und vertraut
beim Wasserschutz ganz auf die Öko-Audit-Zertifikate. Und die Industrie hätte es gerne noch "freiwilliger". Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) forderte gerade, den "Anhang 22" der
Rahmenabwasserverwaltungsvorschrift "einzufrieren".
BAYER feiert "Tag des Wassers" Da hat BAYERs Propaganda-Abteilung mal
wieder ganze Arbeit geleistet. Pünktlich zum von der UN proklamierten "Tag des Wassers" rief der Konzern zur Besichtigung der betriebseigenen Klärwerke und präsentierte sich vor den BesucherInnen als
Umweltengel. Den immensen Wasserverbrauch des Unternehmens verschwieg man ebenso wie die zahlreichen Einleitungen von Pestizidrückständen und anderen giftigen Abfällen. Daß man trotz entsprechender Auflagen der
Kölner Bezirksregierung weiter Gemeinschaftskläranlagen betreibt, hätte den festlichen Anlaß auch eher zu einem Trauertag werden lassen. Statt dessen erzählte man Anekdötchen von Gebissen, die schon mal an den
Auffang-Gittern hängenbleiben. Was von BAYER im Wasser landet, ist meistens nicht so lustig.
BAYER verschmutzt, NRW zahlt Mit 50 Millionen Mark, einem Viertel der Kosten,
beteiligt sich das Land NRW an der Sanierung der Dhünnaue, BAYERs ehemaliger Giftdeponie. Die Kontaminierung der Umgebung machte es notwendig, 800 Menschen umzusiedeln. Für die Oberflächen- Versiegelung wird eine
Million Kubikmeter Erde aufgewandt. Die Länge der im Bau befindlichen Grundwasser-Barriere soll fast vier Kilometer betragen. Der Abschluß der Arbeiten ist zum Jahr 2000 vorgesehen. Altlasten-Projekte in diesem
Umfang waren bisher in Nordrhein-Westfalen kaum notwendig.
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