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FORSCHUNG & LEHRE
Zusammenarbeit mit russischer Akademie BAYER und die Russische Akademie der
Wissenschaften, die mit über 300 Instituten und 117.000 MitarbeiterInnen die bedeutendste Forschungseinrichtung des Landes ist, haben einen Kooperations- vertrag unterzeichnet. Man will künftig auf den Gebieten
Life Science, Materialforschung und Feinchemikalien zusammenarbeiten. Dabei spekuliert BAYER wohl weniger auf den Erfindungsgeist russischer WissenschaftlerInnen, als vielmehr darauf, daß sich die Marktchancen für
BAYER-Produkte in Russland durch die Anbindung an eine so renommierte Wissensinstitution verbessern.
BAYER-Interna "Im Konzern ging es fast nur noch darum, Kosten zu senken. Jetzt
kann ich gestalten", so begründete BAYERs ehemaliger Chef-Genetiker Peter Stadler seine Kündigung. In seiner Biotech-Firma ARTEMIS PHARMACEUTICAL GMBH, deren wichtigster strategischer Partner das Unternehmen
eines BAYER-Abtrünnigen aus den USA, EXELIXIS, ist, braucht Stadtler nach eigenem Bekunden nicht mehr Dutzende von Anträgen zu schreiben und wochenlang auf Entscheidungen zu warten. Von den Rationalisierungen bei
BAYER sind also auch die oberen Ränge betroffen.
Der ideale BAYER-Forscher Eine Mischung aus Gebrauchtwagen-Händler und genialem
Tüftler, so wünscht sich BAYER seine ForscherInnen. "Man darf sich nicht ins Reagenzglas zurückziehen", erläutert BAYERs Bildungsbeauftragter Bernd Söhngen das Anforderungsprofil des Konzerns an Hochschul-
absolventInnen. Forschen allein genügt schon längst nicht mehr, WissenschaftlerInnen müßten laut Söhngen heutzutage auch mit Menschen kommunizieren und "Produkte im positiven Sinne verkaufen können".
Neuer Physik-Forschungsleiter BAYER verpflichtete den Bayreuther
Experimentalphysiker Dietrich Haarer als neuen Leiter der Forschungsabteilung Physik. Haarer baute an seiner Universität die Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften mit auf, was ihn wohl in besonderem Maße für
den Industrie-Job qualifizierte. Der Spezialist für Polymere, Laserphysik und Photochemie kündigte an, daß Gewicht seines Ressorts innerhalb des Konzerns stärken zu wollen, da Physik und Chemie im Bereich der
Material- wissenschaften immer mehr zusammenwachsen würden.
Wissenstransfer Bundesweit werden derzeit größte Anstrengungen unternommen, um
Firmengründungen aus Hochschulen heraus zu ermöglichen. Ein Ideen-Wettbewerb unter Universitäten, den Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers ausgelobt hat, winkt mit Preisgeldern in Höhe von 45 Millionen Mark. 20
nordrhein-westfälische Hochschulen beteiligten sich daran. Besonders stark vom Gründungsfieber erfaßt ist die Bergische Universität Wuppertal, wo es bereits regelmäßig veranstaltete Existenzgründertage gibt, und man
die Einrichtung eines Gründerlehr- stuhls plant. Die dortige STADTSPARKASSE hat in Zusammenarbeit mit Kredithäusern aus Remscheid und Solingen das Sonderkredit- programm "S-Startkapital" aufgelegt.
Diese Initiative unterstützt auch BAYER, um die Ansiedlung von Biotech-Firmen in Wuppertal zu fördern.
Mehr Spezialisierung gefordert Das universitäre Leitbild vom Ganzen, also das
humanistische Ideal der Vermittlung von Allgemeinbildung, ist nach Meinung des BAYER-Mannes Karl-Heinz Büchel der Forschungsentwicklung in der Bundesrepublik abträglich. Er trat statt dessen für eine größere
Spezialisierung der einzelnen Hochschulen ein und forderte den Bund auf, seine Geldmittel stärker auf bestimmte Universitäten zu konzentrieren.
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