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GENE & KLONE
Schwerpunkt Gentechnik In den USA möchte BAYER im laufenden Gewschäftsjahr wegen
der guten Erträge 1,7 Milliarden Dollar investieren. Schwerpunkte bilden die Gentechnik, der Anlagenbau und die Pharmaforschung.
EU für Patent auf Leben Das europäische Parlament hat eine "Richtlinie zur
Patentierung biotechnologischer Erfindungen" beschlossen, die es erlaubt, Patent- Ansprüche auf Pflanzen-, Tier- und Menschengene zu erheben. Der restlosen Kommerzialisierung von Mensch und Natur steht somit
nichts mehr im Wege. Ermöglicht wurde die "Lizenz zum Leben" durch den juristischen Winkelzug, das Finden eines bestimmten Gens mit dessen "Erfindung" gleichzusetzen. Reproduktionstechnologien
wie das Klonen und die Keimbahntherapie sind vom Patentschutz ausgenommen, nicht aber Forschungen an Embryonen zu medizinischen Zwecken. Es besteht aber noch Hoffnung, die Richtlinie zu Fall zu bringen. Sollten die
nationalen Parlamente die Regelungen zum Patent auf Leben nicht akzeptieren, muß der Europäische Gerichtshof in Luxemburg angerufen werden. Und der könnte, da das Gesetzesvorhaben in Widerspruch zur Europäischen
Patentübereinkunft steht, durchaus ablehnend entscheiden.
Gentechnik bei Ackergiften BAYER setzt in der Agrochemie-Sparte zunehmend auf die
Gentechnik. Das Unternehmen schloß mit LION BIOSCIENCE AG und einer ForscherInnengruppe an der Münchner Ludwig Maximilian-Universität einen 13 Millionen Mark schweren Kooperationsvertrag. Aus der Untersuchung des
Erbguts eines Pilzes, der Maispflanzen befällt, erhofft sich BAYER Erkenntnisse zur Entwicklung eines neuen Wirkstoffes. Bei einem Pressetermin schwärmte BAYERs Hauptverantwortlicher im Bereich Forschung, Pol
Bamelis, von den blühenden bundesdeutschen Biotech- Landschaften. Schöner sei es nur in Amerika und in Großbritannien, "aber Deutschland ist klarer Dritter", so der BAYER-Mann.
Gentech beschert Ackergiften neue Wirkorte Die Zusammenarbeit zwischen BAYER und
der amerikanischen Biotech-Firma EXELIXIS PHARMACEUTICALS INC. (siehe TICKER 2/98) besteht im einzelnen darin, daß das Unternehmen mittels genetischer Modellsysteme und der Entschlüsselung eines
"Schädlings"genoms neue Testziele und Wirkorte für Insektizide aufspürt.
BAYER vertreibt Gentech-Herzmittel Der Leverkusener Chemie-Konzern hat von dem
US-Unternehmen SOCIOS die Vermarktungsrechte an dem Herzmittel NATRECOR erworben. Neben einer einmaligen Zahlung von 20 Millionen Dollar sind weitere 40 Millionen fällig, wenn das Präparat Zulassungen in Europa,
Amerika und Japan erhält. Das gentechnisch hergestellte Medikament beruht auf einem neuen Wirkstoff zur Behandlung von akuter Herzschwäche.
Keine Pillen ohne Gentechnik Der Leiter des BAYER-Geschäftsbereichs Pharma, Prof.
Dr. Horst Meyer, hat die Gentechnik im Pharmabereich als eine Grundvoraus- setzung bezeichnet, um neue Wirkstoffe zu finden. Wegen der angeblich zunehmend positiven Einstellung der Bevölkerung zur Gentechnik und
dem biophilen neuen Landesvater Wolfgang Clement kann sich Meyer in Zukunft durchaus einen bundesdeutschen Gentech-Standort von BAYER vorstellen, z.B. in Wuppertal.
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