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IG FARBEN & HEUTE
Hohe Sanierungskosten Während des Zweiten Weltkrieges wurden im IG FARBEN-Werk
Leuna Versuche zum Bau einer deutschen Atombombe unternommen. Der zu diesem Zweck begonnene Uranabbau wurde in der späteren DDR fortgesetzt. Die Förderstätte "Wismut" baute von 1946 bis 1990 220.000 Tonnen
Uran ab. Etliche Arbeiter wurden dabei verstrahlt. In einem Raum von 55 Millionen Kubikmeter entstanden unter der Erde gefährliche Hohlräume. Seit 1990 wird an deren Sanierung gearbeitet. Es ist geplant, die
Schächte zu fluten. Die mit dem Wasser hochgespülten Restbestände von Uran sollen an genau vorausberechneten Stellen austreten und dort gereinigt werden. UmweltschützerInnen zweifeln die Sicherheit dieser Methode an
und befürchten eine Gefährdung von Mensch und Umwelt. Die Maßnahmen werden bis zum Jahr 2010 dauern. Kostenpunkt: 13 Milliarden Mark.
BAYER unter Druck Bislang gehörte es zur gemeinsamen Vergangenheitspolitik
bundesdeutscher Unternehmen, individuelle Entschädigungsansprüche ehemaliger ZwangarbeiterInnen nicht anzuerkennen. Die Bundes- regierung sollte dagegen mit Zahlungen für den schmutzigen Profit der Firmen
sühnen. VW ist aus diesem Verweigerungskartell jetzt ausgeschert und erklärte sich bereit, die Ansprüche zu akzeptieren. Dadurch erhöht sich der politische Druck auf die anderen Konzerne. Doch während DAIMLER,
CONTINENTAL und HOECHST der Presse gegenüber wenigstens auf Stiftungsbeiträge, individuelle Hilfen oder gar Überweisungen an die "Jewish Conference on Claims against Germany" verweisen konnten, schaltete
BAYER auf stur. Man sehe sich nicht als Rechtsnachfolger der IG FARBEN und sei daher auch nicht zu Entschädigungszahlungen an ehemalige ZwangsarbeiterInnen bereit, so ein Konzernsprecher.
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