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IMPERIUM & WELTMARKT
Übernahmegerüchte Auf dem Frankfurter Börsentag mochte BAYER-Chef Manfred Schneider
die Gerüchte, BAYER wolle gemeinsam mit HOFFMANN-LA ROCHE HOECHST übernehmen, weder bestätigen noch dementieren. Einen Monat später kündigte er vor dem Club Frankfurter Wirtschafts- journalisten allerdings an:
"In den nächsten fünf Jahren werden wir alleine bleiben." Schneider erwartet aber, daß die Fusionswelle im Pharma- bereich anhalten wird, da hier noch viel mehr Anbieter am Markt sind als
beispielsweise im Auto-Sektor: "Es wird dazu kommen, daß wir uns in größeren Einheiten bewegen." Eine Fusion stehe aber für BAYER grundsätzlich nicht zur Debatte, sondern nur eine Übernahme. Als
Wunschkandidaten für einen BAYER-Einkauf nannte der Vorstands- vorsitzende japanische Firmen.
BAYER in EURO-Euphorie BAYER kann es gar nicht erwarten, daß der EURO endlich
kommt. Kein Wunder, fallen dann doch jährliche Umrechnungskosten in Höhe von 58 Millionen Mark weg. Voller Ungeduld kritisiert BAYERs EURO- Beauftragter Hans Günther Venghaus deshalb den Beschluß der
Länderfinanzminister, das Rechnungswesen bundesdeutscher Behörden erst im Jahr 2002 vollständig auf EURO umzustellen.
Krisenmanagement in Asien Anders als die Bau- oder Automobilindustrie kann BAYER
sogar noch von der Asienkrise profitieren. Als größter ausländischer Investor in Thailand bietet das Chemie-Unternehmen seine Produkte einfach nicht mehr auf dem Inlandsmarkt an, sondern exportiert sie. Auf dem
Weltmarkt sind sie nämlich durch die Abwertung der Landeswährung Baht erheblich wettbewerbsfähiger geworden.
Kooperation mit OXFORD ASYMMETRIE BAYER hat mit dem englischen
Bioinformatik-Unternehmen OXFORD ASYMMETRIE INTERNATIONAL eine zweijährige Zusammenarbeit vereinbart. OXFORD wird eine umfangreiche Bibliothek chemischer Leitsubstanzen anlegen, die BAYER dann auf
Wirkstoff-Tauglichkeit prüft. Das läßt sich der Chemie-Multi neun Millionen Pfund kosten. Sollte es BAYER gelingen, aus der Substanzen-Palette neue Produkte zu entwickeln, werden noch einmal Zahlungen in Höhe von
bis zu sieben Millionen Pfund fällig.
1999 als US-Börsenstart avisiert Vorstandsvorsitzender Dr. Manfred Schneider hält
den Börsengang von BAYER in den USA zur zweiten Jahreshälfte 1999 für möglich. Im Sinne des/der AnlegerIn verlangt das amerikanische Aktienrecht vierteljährliche Bilanzen sowie eine detailliertere Offenlegung von
Gewinnen und Verlusten als das deutsche. Für BAYER sei dies jedoch kein Problem, so Schneider. Sollten BAYER-Aktien an der Wall Street gehandelt werden, so wird sich der Rationalisierungsdruck auf das Unternehmen
beträchtlich erhöhen, denn BAYERs Umsatzrendite liegt mit 10 % um fünf Prozent unter der, die Pensionsfonds und andere Sachwalter des Shareholder-value wünschen.
Gutes USA-Geschäft Mit einem Gesamterlös von 9,3 Milliarden Dollar, gegenüber 1996
eine Steigerung von 7 %, rückte die amerikanische BAYER-Tochter nahe an den exklusiven Club der 100 meistverdienenden Unternehmen in den USA heran. Wegen der guten Erträge will BAYER im laufenden Geschäftsjahr
zusätzlich 1,7 Milliarden Dollar investieren. Schwerpunkte bilden der Anlagenbau, die Gentechnik und die Pharmaforschung.
BAYER und GE gründen EXATEC Der Markt für Autozubehörteile aus Kunststoff wächst
beständig. In den USA hat BAYER deshalb jetzt zur Herstellung von Autoscheiben aus Polycarbonat mit GE PLASTICS das Joint-venture EXATEC LLC. gegründet.
H.C. Starck baut in Kanada Die BAYER-Tochter H.C. Starck errichtet in Sarnia,
Kanada zwei Produktionsanlagen, eine für Wolframcarbid und eine für Nickelhydroxid. Wolframcarbid wird zur Herstellung von Hartmetallen benötigt; Nickelhydroxid, um Elektroden für wiederaufladbare Batterien zu
produzieren.
Höhere Preise für Titandioxid Das Joint-venture zur Titandioxid-Herstellung, das
BAYER und KERR- MCGHEE CHEMICALS LLC. gegründet haben, ist weltweit zum viertgrößten Anbieter aufgestiegen. Die größere Marktstärke erlaubt es nun, die Preise für BAYERTITAN um 9,5 % anzuheben. BAYER hält an dem
Gemeinschaftsunternehmen 20 % der Anteile, KERR-MCGHEE 80 %.
Mehr Pestizide aus Kolumbien BAYER hat in Barranquilla, Kolumbien eine Anlage zur
Herstellung von Agrochemikalien in Betrieb genommen. 12.000 Tonnen an Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden sollen in der 8 Millionen Dollar teuren Fertigungsstätte für die Andenregion produziert werden.
BAYER in Israel BAYER beteiligt sich an zwei israelischen Kunststoff-Unternehmen.
Der Chemie-Multi kaufte für 13,5 Millionen Dollar 25 % der Anteile von POLYGAL LTD. und für 11,6 Millionen Dollar 20 % der Anteile an PALOUGH LTD.. Beide Firmen sind auf die Herstellung von dünnwandigen
Plastikscheiben spezialisiert.
Joint-venture mit indischer ZYDUS-GROUP BAYER und das größte indischen
Pharma-Unternehmen, die ZYDUS GROUP, haben ein Joint-venture gegründet, um zukünftig Arzneimittel gemeinsam zu vermarkten. Mit 51 % wird die Anteilsmehrheit dabei von BAYER gehalten.
AGFA übernimmt MONOTYPE Die BAYER-Tochter AGFA hat das amerikanische Unternehmen
MONOTYPE TYPOGRAPHY INC. gekauft. MONOTYPE entwickelt Schriften für die Software- Anwendung; der Typographie-Fundus der Firma ist der größte der Welt.
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