SWB 04/98

BAYER Leverkusen hat Angst vor öffentlicher Diskussion

BAYER versucht die Veröffentlichung seiner
Abwasserdaten zu verhindern

Schadstoffbeladenes Abwasser des Chemiemultis BAYER ergießt sich seit Jahren aus den Rohren in Leverkusen. Der Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V. (VSR) versucht zur Zeit die Abwassermengen des Chemiemultis BAYER abzuschätzen und zu bewerten. Hierzu haben die Umweltschützer beim Staatlichen Umweltamt (StUA) in Köln Anfang dieses Jahres Kopien der offiziellen Meßdaten des Leverkusener Werkes von 1997 angefordert. Aber BAYER wünscht dies nicht. Der Konzern bewertet sein Giftfrachten in den Rhein als Geschäfts- und Betriebsgeheimnis. Trotz der von BAYER immer wieder behaupteten Dialogbereitschaft versucht der Chemiemulti jetzt rechtswidrig die Einsichtsmaßnahme zu verhindern.

Dabei steht doch in des Multis Umweltbericht, daß "Information immer eine Bringschuld des Unternehmers" sei. Wenn nun aber Umwelt-
schützer ihre durch Gesetze geschützten Rechte in Anspruch nehmen wollen, versucht BAYER diese zu beschneiden, um die wahren Informationen über die Vergiftung unserer Flüsse zu verheimlichen.

Unterstützt wird der Chemiemulti hierbei von der zuständigen Überwa-
chungsbehörde. Nachdem diese Anfang des Jahres sich noch für eine Weitergabe der Daten eingesetzt hatte, scheint sich dies im Sommer geändert zu haben. Obwohl BAYER behördlich gesetzte Termine für eine
Stellungnahme nicht gehalten hat, wurden die Fristen immer weiter verlängert und dadurch die Einsichtnahme durch den VSR weiter verzögert.

Was will BAYER verheimlichen? Hat es 1997 einen nicht gemeldeten Störfall gegeben? Hält sich der Betrieb nicht an die von der Oberen Wasserbehörden gemachten Auflagen? Rechnet BAYER daher mit einer Strafanzeige vom VSR bei der zuständigen Staatsanwaltschaft? Fragen über Fragen, deren Beantwortung ansteht.

Dipl.-Phys. Harald Gülzow