SWB 04/98 - Ticker

POLITIK & EINFLUSS

Starke sitzt Umweltausschuß vor
Klaus Starke, Werksleiter von BAYER Brunsbüttel, ist seit September Vorsitzender des Umweltausschusses der schleswig-holsteinischen Unternehmensverbände.

ICC diskreditiert NGOs
Die großen Konzerne machen sich Sorgen um die Demokratie - bei ihren Gegnern. Auf Initiative von NESTLÉ veröffentlichte der internationale Unternehmenszusammenschluß "INTERNATIONAL CHAMBER OF COMMERCE", zu dessen Mitgliedern auch BAYER zählt, ein Statement zu unabhängigen Nicht-Regierungsorganisationen. Die Global Players beklagen darin die Zunahme von solchen Gruppen, die es an Transparenz, Glaubwürdigkeit, demokratischer Legitimation und verantwortlichem Handeln fehlen lassen. Mit Initiativen, die diesen Kriterien entsprechen, setze man sich selbstverständlich gerne auseinander. Selten so gelacht.

BAYER lud zum Europa-Forum
Im Landwirtschaftszentrum Monheim fand das siebte BAYER-Europa- Forum statt. 73 Personen aus 15 Ländern nahmen daran teil, BetriebsrätInnen, LandessprecherInnen und VertreterInnen der Geschäftsleitung. Hans-Joachim Möller, auf der Versammlung als Nachfolger Rolf Nietzards zum Vorsitzenden des Europa-Forums gewählt, setzte sich in seiner Antrittsrede für dessen Ausbau ein und forderte im Falle einer Unternehmensentscheidung, die mehrere Länder tangiert, ein Beratungsrecht der jeweiligen Beschäftigten-VertreterInnen. Ob solche "Runden Tische" nebst freundlichen Gesuchen, in bestimmten Fällen doch bitte auch mitangehört zu werden, ausreichen, um die Rechte der Beschäftigten gegen die "Internationale des Kapitals" zu verteidigen, ist jedoch zu bezweifeln.

Herzog in Bitterfeld
Bundespräsident Roman Herzog besuchte Bitterfeld und zeigte sich bei einer Betriebsbesichtigung des dortigen BAYER-Werkes in Begleitung von Reinhard Höppner angetan vom Wandel im Chemiedreieck. Auf dem Arbeitsmarkt hat dieser Wandel zu einer Erwerbslosenquote von 25 % in der Region  geführt. Aber davon zeigte sich Herzog unbeeindruckt, "Die Chemie wird leben" verkündete er unverdrossen. Für wen, stellt sich die Frage?