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PROPAGANDA & MEDIEN
VCI gegen Ökosteuern In einer breit gestreuten Anzeigenkampagne macht der VERBAND
DER CHEMISCHEN INDUSTRIE (VCI) gegen Ökosteuern mobil - natürlich im Namen des Umweltschutzes selber. Der Lobbyverband präsentiert folgende Milchmädchenrechnung: Ökosteuern verteuern die Produkte energieintensiver
Branchen. Das verringert ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt gegenüber Produkten aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards. Die Folge: Mehr globale Umweltverschmutzung und weniger lokaler Standort
Deutschland. Dagegen setzt man weiterhin auf das Instrument der Selbstverpflichtung und rechnet vor, daß man 1996 den spezifischen Energieverbrauch gegenüber 1990 schon um 22 % habe senken können. "Spezifischer
Energieverbrauch" ist jedoch ein unrelevantes Maß. Darunter wird lediglich die Energiemenge gefaßt, die benötigt wird, um eine bestimmte Anzahl von Gütern zu produzieren. Und die kann abnehmen, während der
gesamte Energieverbrauch steigt oder nur geringfügig zurückgeht. So stellen die Chemie-Unternehmen als größte industrielle Stromverbraucher für den Zeitraum von 1990 bis 2005 zwar eine Reduzierung des spezifischen
Energieverbrauchs um 36 % in Aussicht, aber was den absoluten Energieverbrauch betrifft, lediglich eine Abnahme um 3,2 %.
Spende für Flutopfer Auf einer Benefiz-Veranstaltung für die Opfer der chinesischen
Flutkatastrophe in der Pekinger Großen Halle des Volkes setzte sich BAYER massenwirksam als großer Wohltäter in Szene. Der Chemie- Multi kündigte an, Medikamente und Pestizide zur Tötung von Insekten und Ratten im
Wert von 2,6 Millionen Mark zu spenden. Ob allerdings ASPIRIN PLUS C jetzt auch Flutfolgeschäden lindert und die Rheuma- Präparate RHEUMON und RANTUDIL wirklich die probaten Mittel sind, den Opfern der Flut zu
helfen, sei dahingestellt.
HAARMANN & REIMER kontert Ausgelöst durch das Buch "Die Suppe lügt"
von Hans-Ulrich Grimm sahen sich
Lebensmittelzusatzstoff-Hersteller wie die BAYER-Tochter HAARMANN & REIMER in der Öffentlichkeit massiver Kritik ausgesetzt. In der Zeitung Ihr Nachbar, die am Holzmindener Standort verbreitet wird, versucht mensch jetzt, Gegenaufklärung zu betreiben. Die Angst vor dem Geschäft veranlaßt die PR-Abteilung, unter der Überschrift "Das Geschäft mit der Angst" die Konzernkritik pauschal als Panikmache abzutun und das Gefahrenpotential der Kunst-Stoffe kleinzureden. Die Verteidigungsschrift verfängt sich allerdings in Widersprüche. Einmal wird die Produktion synthetischer Geschmacks- und Duftstoffe direkt aus traditioneller Koch- und Heilkunst abgeleitet, dann wiederum wird behauptet, die Gleichung "natürlich = gesund" und "künstlich = gesundheitsschädlich" sei falsch. Kurz darauf bestreitet der Artikel, daß überhaupt ein Unterschied zwischen natürlichen und nachgebauten Geschmäckern aus dem Labor bestehe. Und um die Verwirrung komplett zu machen, versteigt sich der Firmen-Schreiber noch zu der kühnen These, mensch nähme 20 bis 50 mal soviel Aromastoffe durch den Verzehr von Naturprodukten als durch aromatisierte, industriell erzeugte Lebensmittel auf.
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