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POLITIK & EINFLUSS
Schneider trifft Lafontaine wg. Ökosteuern Die Drohgebärden BAYERs, im Falle einer
Umsetzung der Ökosteuer Produktionsstandorte zu verlagern, zeigen Wirkung. Als BAYER-Chef Schneider den Leverkusener SPD-Oberbürgermeister Walter Mende in einem Gespräch mit der Bemerkung erpresste, dass es "80
bis 90 Kilometer weiter westlich in Holland oder Belgien diese Belastungen nicht gibt", verfiel der Politiker in hektische Aktivität. Er nahm Kontakt mit der SPD-Finanzexpertin Ingrid Matthäus Maier, dem
sozialdemokra- tischen Bundestagsmitglied Ernst Küchler und dem Staatssekretär im Finanzministerium, Klaus Noé, auf, um diese von dem standortgefähr- denden Charakter der Ökosteuer zu überzeugen. BAYER-Chef
Manfred Schneider machte gleich ganz oben Druck: Er traf Finanzminister Oskar Lafontaine. Ein weiterer Trumpf des Konzerns: Der hauseigene Steuer- Fachmann Prof. Heribert Zitzelsberger hat Sitz und Stimme in der
großen Kommission des Bundesfinanzministeriums zur Unternehmens- steuerreform. All das hat dann wohl dafür gesorgt, dass von der ökologischen Steuerreform nicht viel übrig blieb. Nach dem letzten Stand (Februar
1999) zahlt das produzierende Gewerbe lediglich 20 % der allgemein geltenden Öko-Steuersätze. Und Unternehmen mit einer Energieverbrauchsrechnung von über 1.000 Mark jährlich bekommen die zusätzlichen Belastungen
zurückerstattet, wenn diese die Einsparungen durch die Absenkung der Lohnnebenkosten übersteigen.
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