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IG FARBEN & HEUTE
Spiel auf Zeit bei Entschädigungen Als BAYER und 15 andere Unternehmen mit
NS-Vergangenheit im Februar die Gründung eines Fonds zur Entschädigung von ZwangsarbeiterInnen bekanntgaben, hieß es in Presseberichten noch optimistisch, bereits in zwei Wochen wäre ein tragfähiges
Entschädigungskonzept zu erwarten. Zum historischen Datum des Kriegsbeginns am 1. September sollte mit den Zahlungen begonnen werden. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Schuld ist die Blockade- Politik der
Konzerne bei den Verhandlungen mit den Opfer-AnwältInnen und US-Regierungsvertretern über den Fonds. BAYER & Co. spielen auf Zeit und spekulieren darauf, dass mit zunehmender Verhandlungsdauer immer mehr
Anspruchsberechtigte sterben. Sie wollen eine rechtsverbindliche Garantie zugesprochen bekommen, die Sammelklagen in Zukunft ausschließt, weigern sich aber, Angaben über die finanzielle Ausstattung des Fonds zu
machen. Zudem sollen die Zahlungen kostengünstig an den jeweiligen Lebensstandard des Landes, in dem das NS-Opfer lebt, angepasst werden und nur erfolgen, wenn die oder der Betreffende länger als sechs Monate
Zwangsarbeit geleistet hat. Das alles sind unakzeptable Forderungen. Seine Erfahrungen mit den Schweizer Banken seien "eine Tee-Party" gewesen im Vergleich zu dem, was er mit den knochenhart verhandelnden
deutschen Unternehmen erlebe, bekundete der amerikanische Chef-Unterhändler und stellvertretende Finanzminister Stuart Eizenstat. Nach Meinung von Michel Friedman, Präsidiumsmitglied des ZENTRALRATS DER JUDEN IN
DEUTSCHLAND, sollte jetzt die Bundesregierung BAYER & Co. zur Räson bringen und deutlich machen, "dass sie das Verhalten der deutschen Industrie (...) - nämlich Verdrängen, Verantwortung wegschieben, sich
taub und dumm stellen - keinesfalls hinnehmen wird."
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