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PLASTE & ELASTE
VCI-Studie lügt BAYER produziert in großem Umfang Pestizide und Weichmacher. Diese
chemischen Stoffe, die in ihrem Aufbau den Hormonen von Lebewesen ähneln, stehen seit langem in Verdacht, den Hormonhaushalt von Menschen und Tieren zu schädigen. MedizinerInnen machen die hormonähnlichen Wirkungen
von Chemikalien unter anderem für Krebserkrankungen, die sinkende Anzahl männlicher Spermien sowie für Entwicklungs- und Stoffwechselstörungen verantwortlich. Der VERBAND DER CHEMISCHEN INDUSTRIE (VCI) sah sich zum
Handeln gezwungen und gab in einem gelungenen Propaganda-Coup zusammen mit dem UMWELTBUNDESAMT eine Entlastungsstudie zu dem Thema in Auftrag. Es war noch kein Reagenzglas mit einer Chemikalie gefüllt, da nahm der
BAYER- Umweltbericht von 1997 den Ausgang der wissenschaftlichen Arbeit schon vorweg: "Schon jetzt ist klar, dass mit der Nahrung ständig pflanzliche Stoffe aufgenommen werden, die östrogenartig wirken mit
einer Stärke, die um bis zu eine Million mal höher ist als die von Industriechemikalien." (TICKER 1/99). Im März präsentierte das VCI-Vorstandsmitglied Herwig Hulpke, bei BAYER für Umweltschutz- Fragen
zuständig, erste Zwischenergebnisse der "Expertise". Sie gaben - wenig überraschend - Entwarnung auf der ganzen Linie. Das UMWELTBUNDESAMT ging auf Distanz zum Kooperationspartner und kritisierte die
Untersuchung scharf. Als hervorstechensten wissenschaftlichen Mangel der Untersuchung hob das Amt hervor, dass die Wirkung von Stoffen auf Menschen und Tiere in frühen Entwicklungsphasen überhaupt nicht untersucht
wurden. Desweiteren führte der Behörden-Sprecher Karsten Klenner eine Untersuchung des Toxikologischen Instituts der amerikanischen chemischen Industrie an, die hormonelle Wirkungen eines Weichmachers eindeutig
belegt habe und zitierte neue wissenschaftliche Arbeiten, die eine abnehmende Spermien-Qualität auch in der Bundesrepublik diagnostiziert hätten.
Giftiges Kunststoff-Spielzeug Mit LEGO-Steinen spielende Kinder stellten
BAYER-Werbeanzeigen lange als ein besonders augenfälliges Beispiel für einen selbstverständlichen und harmonischen Umgang mit Chemie heraus. Damit dürfte es vorerst vorbei sein. Nehmen die Kleinen die Plastikteile
nämlich in den Mund, was sie häufig tun, können sich durch die Speichel-Einwirkung Weichmacher (Phthalate) lösen und Nieren-, Leber- und Hormonstörungen hervorrufen. Das ergab eine Studie niederländischer
WissenschaftlerInnen. 1998 verhinderte der EU-Kommissionspräsident Jacques Santer ein Verbot bestimmter Weichmacher. Auch der inzwischen beurlaubte EU-Kommissar für Industriepolitik, Martin Bangemann, opponierte
erfolgreich dagegen. Die Brüsseler Obstruktionspolitik veranlasste jetzt das Bundesgesundheits- ministerium zu handeln. Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer ließ Weichmacher in Kinderspielzeug verbieten.
BAYER liefert nicht nur Grundstoffe für die LEGO-Herstellung, sondern stellt auch die beiden Weichmacher für PVC, MESAMOLL und ULTRAMOLL, her. Desweiteren enthalten viele Kunststoffe des Konzerns wie etwa MAKROLON
oder die an Molkereien gelieferte Plastik-Milchflasche den Weichmacher Bisphenol A.
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