SWB 03/99 - Ticker

POLITIK & EINFLUSS

Schneider trifft den Bundeskanzler
Am 11. Juni traf BAYER-Chef Manfred Schneider Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die Presse-Abteilung des Konzerns verweigerte jede Auskunft über den Inhalt des Gesprächs. "Der Kanzler-Besuch war rein privater Natur", hieß es aus der Leverkusener Zentrale. Aber auf dem Tennisplatz des Flughafens Kurtekotten, wo das Treffen stattfand, ist es vermutlich kaum bei sportlicher Betätigung geblieben.

Steuergeschenk von Zitzelsberger
BAYER verpflichtet: Kaum hatte Heribert Zitzelsberger, der der Finanzabteilung des Chemie-Multis vorsaß, sein neues Amt als Finanz-Staatssekretär im Ministerium Eichel angetreten, holte er für seinen ehemaligen Arbeitgeber schon die ersten Kastanien aus dem Feuer. Der Paragraph aus dem "Steuerentlastungsgesetz", der den Unternehmen die Möglichkeit beschnitt, die Kosten für den Kauf ausländischer Kapitalgesellschaften von der Steuer abzusetzen, landete auf dem Müllhaufen der Geschichte. Steuerersparnis für BAYER & Co.: 1,5 Milliarden Mark.

Ökosteuer-Ausnahmen kosten
Die Panikmache von BAYER & Co. zum Thema "Ökosteuer" hatte den gewünschten Erfolg. Die rot-grüne Koalition gewährte energie-intensiven Branchen wie der Chemie-Industrie großzügige Ausnahme-Regelungen. Diese sind nach einem Bericht von Finanzminister Hans Eichel der Hauptgrund dafür, dass die Subventionszahlungen des Bundes von 1997 bis zum Jahr 2000 von 41,3 auf 45,2 Milliarden Mark steigen werden.

Ex-Finanzchef von BAYER Innenminister
ARENA, die Partei der Großgrundbesitzer und Militärs in El Salvador, ist als Sieger aus den Wahlen im Mai hervorgegangen. Dem Kabinett, das der neoliberale Technokrat Francisco Flores gebildet hat, gehört als Innenminister Mario Ernesto Acosta Oertel an. Oertel war von 1982 bis 1989 Finanzchef von BAYER/El Salvador.

Wirtschaftsminister in Bitterfeld
Der sächsische Wirtschaftsminister Matthias Gabriel (SPD) nahm am 22. April in Bitterfeld an der feierlichen Inbetriebnahme von BAYERs neuer Ionenaustauscher- Anlage teil und lobte das Engagement des Konzerns für die Chemie-Region. Er hätte sich auch gleich selbst loben können, denn der Anteil öffentlicher Mittel an BAYERs Bitterfelder Investionen von einer Milliarde Mark beträgt rund ein Drittel.