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UNFÄLLE & KATASTROPHEN
"Störfall" in Wuppertal Am 28. Mai - also 11 Tage vor der Groß-Explosion
- trat in der Wuppertaler Pestizid-Anlage von BAYER ein Defekt auf. Es traten Schwefeldioxid- und Salzsäuredämpfe aus. Ein Arbeiter wurde verletzt. Nach der Beinahe-Katastrophe vom 8. Juni bestritten die BAYER-
Verantwortlichen natürlich, dass zwischen diesem Vorfall und dem großen Knall wenige Tage später ein Zusammenhang bestände.
Beinahe-Katastrophe in Wuppertal Am 8. Juni kam es auf dem Wuppertaler
BAYER-Gelände zu einer Explosion und nachfolgend zu einem Brand. Es traten 600 kg 2-Chlor-5-nitrotoluol, 1.200 kg Dimethylsulfoxid und 500 kg Ätzkali aus. Die Chemikalien und der Brandruß riefen bei unzähligen
Menschen Atembeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Augenreizungen und Hautverätzungen hervor; die umherfliegenden Glassplitter verursachten Schnittwunden. Vorläufige Bilanz des Unglücks: Über 100 Verletzte,
Sachschaden in Millionenhöhe bei den umliegenden Wohnhäusern und das Werksgrundstück rund um das Kesselhaus 218 eine Trümmerlandschaft.
Wasserstoffleitung angebohrt Am 11. Mai bohrten Bauarbeiter beim Verlegen einer
Erdgas-Leitung eine Wasserstoff-Leitung an, die zum Uerdinger BAYER-Werk führte. Hochexplosiver Wasserstoff trat aus, der sich trotz der Druckeinwirkung durch den Bohrer nicht entzündete - nur eine glückliche Fügung
verschonte die Stadt vor einer Detonation. Günstigen Windverhältnissen war es auch zu verdanken, dass nur 70 Personen aus dem unmittelbar in der Nähe der Unglückstelle gelegenen Gewerbegebiet evakuiert werden
mussten und nicht auch die BewohnerInnen der angrenzenden Siedlungen. Die Unglücksursache steht noch nicht fest: Entweder war die Wasserstoff-Leitung in den Tiefbau-Plänen nicht verzeichnet oder aber den
Bauarbeitern ist beim Verlegen der Erdgas-Leitung ein Fehler unterlaufen.
Mängel bei "Gefahrgut"-Transporten Im Regierungsbezirk Köln wurde im Juni
dieses Jahres die Sicherheit von "Gefahrgut"-Transporten überprüft. Die BeamtInnen stellten bei der Hälfte der kontrollierten Fahrzeuge erhebliche Mängel fest. Die gefährliche Ladung war häufig falsch
gesichert und die Ausrüstung der Transporter unvollständig, z.B. fehlten Feuerlöscher. Eine in Brandenburg von den Ämtern für Arbeitsschutz durchgeführte Kontrolle von "Gefahrgut"transporten kam zu ähnlich
alarmierenden Ergebnissen: Rund ein Drittel der Tankfahrzeuge und die Hälfte der übrigen Straßenfahrzeuge verstieß gegen die Sicherheitsvorschriften.
Gift-Transporter verunglückt Am 22. Juni verunglückte am Verteilerkreis Köln-Niehl
ein "Gefahrgut"-Transporter, der sich auf dem Weg von den Krefelder BAYER-Werken nach Antwerpen befand. Er hatte 19.000 Tonnen der giftigen und leicht entflammbaren Chemikalie Toluidin geladen. Nur durch
eine glückliche Fügung kam es beim Umkippen des Lasters zu keiner Explosion.
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