|
AKTION & KRITIK
Gegen Industrie-Einfluss auf WHO BAYER & Co. versuchen in zunehmenden Maße, die
Politik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu beeinflussen. So steht eine MitarbeiterIn des WHO- AntiraucherInnen-Programms auf der Gehaltsliste des Pharma-Riesen MERCK, SHARP AND DOME. Auch die WHO-Richtlinien
zur Bekämpfung des Bluthochdrucks wurden von den Konzernen mitformuliert: Ihr lagen zwei industrie-finanzierte Studien zugrunde. Gegen diese Aufgabe der Unabhängigkeit protestierten jetzt VertreterInnen von
Pharma-Zeitschriften auf einer Konferenz, die vom 16.-19.9 in Amsterdam stattfand. "Der ISDB (International Society of Drug Bulletins) wird sich aktiv dafür einsetzen, sicherzustellen, dass die WHO in ihrer
Organisation, in politischen Entscheidungen und ihrer Finanzierung unabhängig von der Pharma-Industrie ist", heißt es in einer Presse-Erklärung.
WWF kritisiert Pestizid-Zulassungen WissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg
deckten in einer Studie, die der WORLD WILDLIFE FUND (WWF) in Auftrag gegeben hat, erhebliche Mängel bei den Pestizid-Zulassungen in der Bundesrepublik auf. Erkenntnisse über Kombinationswirkungen bei gleichzeitigem
Gebrauch mehrerer Ackergifte finden in den Prüfverfahren ebensowenig Berücksichtigung wie die krebserregende und erbgutschädigenden Wirkungen von Substanzen wie 2,4-D, Mecoprop oder MCPA, dem Wirkstoff von BAYERs
Herbizid HEDOMAT, so die ForscherInnen. Das beunruhigende Untersuchungsergebnis veranlasste den WWF, eine Kennzeichnung krankmachender Pestizide, eine stärkere Beachtung von Kombinationswirkungen sowie eine ständige
Überprüfung auch bereits zugelassener Agrochemikalien zu fordern.
Schöndorf schreibt Offenen Brief Dr. Erich Schöndorf, couragierter Staatsanwalt im
Frankfurter Holzgifte-Prozess, in dem unter anderem die beiden Geschäftsführer der BAYER-Tochter DESOWAG auf der Anklagebank saßen (STICHWORT BAYER 1/99), hat einen Offenen Brief an die Mitglieder des Bundestages
geschrieben. In ihm schildert er die auswegslose Sitution von Umweltkranken wie Amalgam-Geschädigten und Menschen, die an der vielfachen Chemikalien-Unverträglichkeit leiden. Von MedizinerInnen oft als
"Ökochonder" abgekanzelt, arbeitsunfähig und sozial isoliert, müssen sie sich vielfach auch noch verschulden, um die Behandlungskosten für ihre Krankheit zu tragen. In dem Brief fordert Schöndorf die
PolitikerInnen auf, sich in Härtefällen für eine Entschädigungslösung einzusetzen. Desweiteren mahnt Dr. Schöndorf eine Neuordnung des GutachterInnen-Wesens an, so dass industrie-unabhängige, objektive
Stellungnahmen in Gerichtsverfahren ermöglicht werden. Schließlich verlangt er, chemische Stoffe nur dann zuzulassen, wenn die Hersteller ihre Unbedenklichkeit nachweisen können.
Proteste auf IG FARBEN-HV Die Hauptversammlung (HV) der IG FARBEN i.A. (in
Auflösung) am 18.8.99 in Frankfurt stand einmal mehr im Zeichen heftiger Proteste. Als der ehemalige Zwangsarbeiter Hans Frankenthal einen Brief verlas, in dem IG FARBEN-Obere die KZ-AufseherInnen aufforderten,
einen Zwangsarbeiter "energisch zu bestrafen" - noch am selben Tag war der Mann tot - wurde ihm vom Versammlungsleiter Ernst Krienke das Wort entzogen. Marzialisch aussehende Security-Leute hinderten auch
noch andere HV-TeilnehmerInnen, von ihrem Rederecht Gebrauch zu machen. Aber die Protestler hatten sich gewappnet: Jeder, der neu ans Mikrofon trat, las im Manuskript genau an der Stelle weiter, wo der Vorredner
unterbrochen worden war. Im weiteren Verlauf stimmten 92 % der Aktien-BesitzerInnen für die Einrichtung von etwas, das den Namen "Entschädigungsfonds" nicht verdient. Lediglich die Zinsen einer eingelegten
Summe von ca. drei Millionen Mark sollen für Zahlungen zur Verfügung stehen, und das auch erst ab 2003 - wenn viele der bereits heute hochbetagten Anspruchsberechtigten gestorben sein werden. Die COORDINATION GEGEN
BAYER-GEFAHREN beteiligt sich seit langem an den Aktionen gegen die IG FARBEN i.A. und fordert die Auflösung dieser "Mordgesellschaft" sowie die Bereitstellung des gesamten Geschäftsvermögens für
Entschädigungszahlungen.
Aktion von Chemie-Opfern Die Angehörigen von Selbsthilfegruppen
Zahnmetallgeschädigter, MCS-Kranker (MCS=Multiple Chemikalien-Empfindlichkeit) und CFS-PatientInnen (CFS=Chronisches Müdigkeitssyndrom) starten gemeinsam eine Kampagne. Sie haben ein Infoblatt verfasst um so den
Forderungen Chemie-Kranker mehr Nachdruck zu verleihen. Das Informationsblatt beschreibt die Krankheiten und schildert die unterschiedliche Situation von Betroffenen in der Bundesrepublik und in den USA, wo
die Erkrankungen MCS und CFS von den Gesundheitsbehörden offiziell anerkannt sind. Der Forderungskatalog der Selbsthilfegruppen umfasst dementsprechend eine solche Anerkennung der Gesundheitschädigungen auch in der
Bundesrepublik sowie eine ökologischere Produktionsweise, ein Verbot der Massentierhaltung und ein Verbot von Pestiziden und chemischer Stoffe, die in Wohnräumen und am Arbeitsplatz verwandt werden. Die COORDINATION
GEGEN BAYER-GEFAHREN unterstützt diese Aktion, da der BAYER-Konzern für die Überdosis Chemie in der Umwelt mitverantwortlich ist. Kontaktadresse: Christel l'Orange, Reinebuld 10a, 31655 Stadthagen.
Protest wg. Übertarif-Kürzungen #1 Die KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN FÜR EINE DURCHSCHAU-
BARE BETRIEBSRATSARBEIT, eine alternative Gewerkschaftsgruppe im Leverkusener BAYER-Werk, führten Anfang September aus Protest gegen die geplanten Kürzungen bei den Übertariflichen Leistungen (siehe auch KAPITAL
& ARBEIT) eine Unterschriften-Aktion durch. Zudem wurden diejenigen Betriebsratsmitglieder, die an den Verhandlungen mit der Konzern-Spitze teilnehmen, aufgefordert, die Belegschaft besser über die Entwicklungen
zu informieren.
Protest wg. Übertarif-Kürzungen #2 Rund 350 BAYER-MitarbeiterInnen demonstrierten
am 18.10. vor der Leverkusener Konzern-Kantine gegen die Pläne der Geschäftsleitung, die Übertariflichen Leistungen zu kürzen (siehe auch KAPITAL & ARBEIT). Nach dem Bekanntwerden vorläufiger Ergebnisse aus den
Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Konzern-Leitung hatten die KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN FÜR EINE DURCHSCHAUBARE BETRIEBSRATSARBEIT, eine alternative Gewerkschaftsgruppe im Leverkusener BAYER-Werk, zu der
Protest-Aktion aufgerufen. Die anderen Betriebsratsmitglieder haben sich an der Kundgegebung nicht beteiligt. In einer Presse-Erklärung begründeten sie dies damit, die sachliche Atmosphäre, in der die Gespräche
bisher stattgefunden haben, nicht stören zu wollen. Genau diese Mauschelrunden sind es, die die DURCHSCHAUBAREN kritisieren.
Protest wg. Übertarif-Kürzungen #3 In Brunsbüttel demonstrierten rund 40
MitarbeiterInnen des dortigen BAYER-Werkes gegen die geplanten Kürzungen bei den Übertariflichen Leistungen (siehe auch KAPITAL & ARBEIT). Auch an dem schleswig-holsteinischen Standort distanzierte sich der
Betriebsrat von der Aktion. Erich Timmermann, der stellvertretende Betriebsrats- vorsitzende, bezeichnete die DemonstrantInnen als "Splittergruppe", die bloß auf Effekthascherei aus wäre und die
Verhandlungen gefährden würde.
Antibiotika-Verbot gefordert In der Massentierhaltung massenhaft verabreichte
Antibiotika wie BAYERs BAYTRIL sind verantwortlich dafür, dass immer mehr Krankheitserreger gegen diese Mittel Resistenzen bilden. Über die Nahrungskette in den menschlichen Körper gelangt, können sie Infektionen
auslösen, die dann ihrerseits durch Antibiotika nicht mehr behandelbar sind. Nach einer Schätzung des amerikanischen Wissenschaftlers Dudley Williams von der Universität Cambridge sterben weltweit rund 200.000
Menschen an Infekten mit resistenten Bakterien. Um dieser medizinischen Katastrophe Einhalt zu gebieten, hat der Leiter des Berliner Robert-Koch-Institutes für Infektionskrankheiten, Reinhard Kurth, die
EU-Kommission aufgefordert, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast generell zu unterbinden. Im Juli sind bereits vier Präparate verboten worden. Für ein weiteres prüft der für Verbraucherschutz zuständige
EU-Kommissar David Byrne gegenwärtig ein Verbot, drei weitere sollen per Stufenplan sukzessive aus dem Verkehr gezogen werden.
PAN Asia bei BAYER Ende Oktober trafen sich auf der Genfer Chemie-Konferenz das
PESTICIDES ACTION NETWORK (PAN) Asia und andere Initiativen aus der ganzen Welt, um über Strategien zum Vorgehen gegen die zwölf giftigsten Organophosphat- Pestizide, auch als "dirty dozen" (dreckiges
Duzend) bezeichnet, zu beraten. Anschließend schritten die Umweltgruppen zur Tat und machten einigen Pestizid-Herstellern die Aufwartung. Als Produzent der "dirty dozen"-Gifte E 605 FORTE und ECOMBI
(Wirkstoff jeweils Parathion) gehörte auch BAYER zu den Stationen.
Grüne gegen Gefahrgut-Spedition Die Dormagener Grünen kritisieren den Umzug der
Neusser Gefahrgut-Spedition HOYER auf das Gelände des Chemie"parks" von BAYER. Nach Meinung der Partei kommen dadurch weitere Umweltrisiken auf die Stadt zu. Zudem sei die städtische Feuerwehr in ihrem
jetzigen Zuschnitt kaum in der Lage, auf Unfälle mit auslaufenden Giftstoffen angemessen zu reagieren. Die grüne Umweltpolitikerin Irene Schnoor: "Das Gefährdungspotenzial im Chemiepark BAYER wächst damit
weiter. Bald kommen noch die Schädlingsbekämpfungsmittel aus der Innenstadt von Wuppertal hinzu. Das beunruhigt uns."
CBG-Jahrestagung 1999 Als Produzent von Pestiziden, Arzneien für die
Massentierhaltung, Nahrungsmittel- Zusatzstoffen und sythetischem Verpackungsmaterial sorgt BAYER in vielfältiger Weise für "Chemie in Lebensmitteln". Darum widmete die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN
(CBG) ihre Jahrestagung '99 diesem Thema. Der Ernährungswissenschaftler Frank Waskow vom Kölner KATALYSE-INSTITUT referierte unter anderem über die politischen Veränderungen der letzten Jahre wie Globalisierung,
Konzentrationsprozesse innerhalb der Nahrungsmittel-Industrie und den zunehmenden Einfluss der EU-Kommission, die die Lebensmittel- sicherheit immer mehr unter die Räder des unbeschränkten Freihandels geraten
lassen. Axel Köhler-Schnura von der CBG machte die unterschiedlichen Aspekte des Gift-Problems am konkreten Beispiel BAYER fest. Andreas Adelberger von der Göttinger AG BABYNAHRUNG zeigte auf, wie es den großen
Konzernen wie NESTLÉ gelang, eine Kampagne gegen das Stillen zu lancieren und den Müttern statt dessen ein Gesamtpaket von Milchpulver, Mineralwasser und Gummiflasche schmackhaft zu machen, das es "in sich
hat". Der Öko-Bauer Friedrich Ostendorff von der AG BÄUERLICHE LANDWIRTSCHAFT berichtete schließlich von der mühevollen, manchmal frustierenden aber schlussendlich doch lohnenden Arbeit, dem Schulterschluss von
Agro-Business, Chemie-Industrie und Nahrungsmittel-Riesen eine Alternative entgegenzusetzen. Die einzelnen Vorträge gewannen dem Tagungsthema immer neue Facetten ab, es wurde lebhaft diskutiert und die
VertreterInnen der einzelnen Gruppen lernten sich kennen und erhielten Einblick in die politische Arbeit der anderen Initiativen.
Karawane der Solidarität Im Juni demonstrierten mehrere Hundert InderInnen vor der
BAYER-Konzern-Zentrale in Leverkusen. Die InderInnen hatten sich als "Internationale Karavane der Solidarität und des Widerstandes" auf den Weg nach Europa gemacht, um hier die Öffentlichkeit über die
Risiken und Gefahren gentechnischer Produktion durch europäische Konzerne in Indien zu informieren. Die Karawane löste bei den in EuropaBio zusammengeschlossenen Gentech-Konzernen, darunter BAYER, hektische
Aktivitäten aus. Um die Aktionen der Karawane ihrer Wirkung zu berauben, erarbeiteten sie in Zusammenarbeit mit der berüchtigten internationalen Werbe- Agentur BURSON-MARSTELLER den infamen Plan, einige
Pro-Gentech-Farmer aus Indien parallel durch Europa tingeln zu lassen. Nach Abschluss der Aktion mussten die Konzerne jedoch eingestehen, dass sie den Erfolg der indischen Widerstands- Karawane nicht mindern
konnten. Ursula Eggenberger von BURSON- MARSTELLER stellte enttäuscht fest: "Wenn wir das Medien-Ergebnis betrachten, dann war es wie in Deutschland - Kein Interesse." Die millionenschwere Gegen-Aktion der
Konzerne war also ein glatter Misserfolg.
SWB informierte früher Stichwort BAYER-LeserInnen sind einfach besser informiert.
Sie wussten bereits im Frühjahr, was STERN TV und STERN-Magazin erst jetzt berichteten: BAYER finanziert professionelle Betriebsspionage. Wir brachten die ausführlichen Infos im Frühjahr in SWB 1/99. STERN und STERN
TV zogen jetzt am 13.10. nach.
BAYER ins Rampenlicht In Krefeld hat sich BAYER zur Nazi-Zeit einen jüdischen
Friedhof einverleibt und darauf Werksteile errichtet. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) hat die nationalen und internationalen Medien alarmiert. Derzeit plant die CBG eine grössere Veranstaltung. Sie
fordert von BAYER eine öffentliche Entschuldigung, ein Denkmal und angemessene Entschädigung.
Proteste auf den Philippinen Auf den Philippinen werden grosse Mengen
BAYER-Pestizide angewandt. Eine Gruppe philippinischer Umwelt-AktivistInnen setzt sich zur Wehr. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) unterstützt diese Aktivitäten.
Un-Person Carl Duisberg Anlässlich der Feier zum 50. Jahrestag der
Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) in Bonn protestierte die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) öffentlich. Ausführlich nahm die CBG zur Un-Person Carl Duisberg Stellung. Immerhin war es Carl Duisberg, der als
mächtiger Chef des BAYER-Konzerns die weltweit erstmalige Produktion und Anwendung chemischer Waffen durchsetzte, der den Begriff "Zwangsarbeit" prägte und erstmals in Deutschland ZwangsarbeiterInnen
einsetzte. Zudem war er persönlich in Vorbereitung und Durchführung beider Weltkriege verstrickt und protegierte Hitler. Bei Duisbergs Beerdigung fand sich die gesamte Nazi- Prominenz ein.
Internationale Proteste Am 3. Dezember 1999 jährt sich die Chemie-Katastrophe von
Bhopal/ Indien zum 15. Mal. Ca. 400.000 noch lebende Opfer warten noch immer auf Entschädigung. Noch immer sterben täglich Menschen an den Folgen. Ca. 20.000 Leben hat die Katastrophe bisher gefordert. Die
COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) bereitet zusammen mit Gruppen aus mehreren Ländern Aktionen vor. In Seattle/USA wird eine zentrale Veranstaltung stattfinden. Bei der CBG können Bhopal-Flugblätter in vier
Sprachen angefordert werden.
Fälschung, Meineid, Prozessbetrug Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG)
organisierte eine gutbesuchte Pressekonferenz in Düsseldorf. Es ging um Fälschung, Meineid und Prozessbetrug durch BAYER. BAYER nutzt nach Meinung des Düsseldorfer Erfinders Heinz Süllhöfer widerrechtlich eines
seiner Patente zur Kunststoff-Verarbeitung. Seit mehr als 30 Jahren kämpft Süllhöfer bereits um sein Recht. BAYER schätzte in einem internen Papier, das Süllhöfer von anonymen Informanten zugespielt wurde, schon zu
Beginn der Prozesse in den 60er Jahren ein, dass der Streit juristisch nicht zu gewinnen sei. Entsprechend spielt der Konzern auf Zeit. Sein gesamtes Vermögen hat Süllhöfer bereits verloren und auch seine Gesundheit
hat stark gelitten. Sogar im Gerichtssaal erlitt Süllhöfer einmal einen Herzinfarkt. Doch er gibt nicht auf. Wir unterstützen ihn nach Kräften.
Crash in El Salvador Im BAYER-Werk in El Salvador hat es einen Unfall mit Parathion
gegeben. Vor Ort gab es Proteste. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) hat die Presse in Deutschland informiert.
Entschädigung für NS-Opfer Soeben ist das Stichwort BAYER Extra 6/99 in hoher
Auflage erschienen. Es erzählt die erschütternde Geschichte von Eva Kor, die als 10-Jähriges Mädchen von BAYER in Zusammenarbeit mit dem berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele grausamen Menschenversuchen unterworfen
wurde. Es ist angesichts solch schrecklicher Fakten empörend und beschämend zugleich, dass BAYER und auch die gesamte deutsche Industrie noch immer eine angemessene Entschädigung der Opfer aus der NS-Zeit
verschleppen. Mit dem aktuellen SWB-Extra und einer begleitenden grossangelegten Postkarten-Aktion greift die COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN (CBG) in die Diskussion ein und versucht, den öffentlichen Druck auf
BAYER zu erhöhen. Der Konzern muss endlich angemessen entschädigen (siehe auch die Beiträge "Entschädigungsverhandlungen" und "Neue Klage von ZwangsarbeiterInnen" in der Rubrik IG FARBEN &
HEUTE in diesem TICKER).
Freiheit für Mumia Immer wieder wird international bekannt, dass in den USA
Bürgerrechtler in den Gefängnissen sitzen und mit konstruierten Anklagen verurteilt werden. Es gibt sogar Fälle, in denen mit unhaltbaren Argumenten die Todesstrafe verhängt wurde. Zu den bekanntesten Fällen gehören
die von Angela Davis und der beiden Gewerkschafter Sacco und Vanzetti. Angela Davis konnte vor dem Tod bewahrt werden, Sacco und Vanzetti wurden trotz hundertmillionenfacher Proteste hingerichtet. Ein aktueller Fall
ist der von Mumia Abu Jamal. Bisher konnte die internationale demokratische Öffentlichkeit die Vollstreckung des Todesurteils verhindern. Anlässlich eines Besuchs des zuständigen reaktionären Gouverneurs von
Pennsylvania bei BAYER in Leverkusen im Oktober forderte die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) die Aufhebung des Todesurteils gegen Mumia Abu Jamal. Auch bei einem Besuch in Pittsburgh erneuerte die CBG diese
Forderung vor den US-amerikanischen Medien. Proteste können an folgende Fax-Nummern von Gouverneur Ridge geschickt werden: 001-717-772-1198 und 001-717-783-4429
Proteste in Kambodscha PartnerInnen aus Kambodscha informierten, dass es grosse
Probleme mit BAYER-Pestiziden gibt. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) hat den Fall zusammen mit dem PESTIZID-AKTIONS-NETZWERK (PAN) in eine UN-Konferenz zu illegalem Pestizid-Export als Fallbeispiel
eingebracht. Cambodscha Daily berichtete ausführlich.
GEGEN MACHTMISSBRAUCH Geschützt von einer gigantischen Polizei-Armee trafen sich in
Berlin die Vorstandsvorsitzenden von 200 der größten Konzerne der Welt. Dieses Treffen des Transatlantic Business Dialogue (TABD) stellte die Weichen zur Vorbereitung des Treffens der Welthandelsorganisation WTO in
Seattle Ende November. Dort geht es um nichts weniger als den Ausverkauf des Planeten an die Konzerne. Nachdem ein erster Versuch mit einem eigenen Abkommen, dem Multilateral Agreement On Investment (MAI) aufgrund
der grossen internationalen Proteste im Herbst vergangenen Jahres gescheitert war, soll es nun über die WTO klappen. Der BAYER-Konzern war durch sein Vorstandsmitglied Werner Spinner an zentralen Stelle vertreten;
er leitete den Ausschuss Globale Themen, der von der Klimapolitik bis zur Erweiterung der Welthandelsorganisation WTO die wichtigsten Bereiche abdeckte. Gingen die Treffen des TABD in den fünf Jahren der
bisherigen Existenz dieses konspirativen Kreises heimlich, still und leise über die Bühne, so war es diesmal anders. Von der COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN (CBG) alarmiert, hat sich ein Bündnis von mehreren
Gruppen aus Deutschland und en Niederlanden zusammengefunden, das vor dem Tagungsort mit einer internationalen Presse-Erklärung, mit Transparenten und Flugblättern demonstrierte. Selbst die Financial Times
berichtete infolge der Aktionen kritisch über das Treffen.
EXPO-Kritik vernetzen Die EXPO in Hannover soll uns nächstes Jahr die schöne heile
Welt zeigen, wie die Konzerne sie sich vorstellen. Bundesweit formiert sich der Widerstand gegen diese "Weltausstellung der Konzerne". Die Chemische Industrie z.B. plant dort ein gigantisches
"ChemiDrom" (siehe auch PROPAGANDA & MEDIEN). Deshalb hat sich die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) der Kampagne "EXPO NO!" angeschlossen.
PESTIZIDE IM HAUSHALT In Indonesien wird Kritik an BAYERs aggressiver Vermarktung
des Pestizides BAYGON laut, weil die Gefahr besteht, dass das Gift dadurch Kindern leichter zugänglich wird. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) unterstützt die Aktivitäten.
|