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ERSTE & DRITTE WELT
Patentabkommen TRIPS schadet "Dritter Welt" BAYER und andere "Life
Science"-Unternehmen gehören zu den eifrigsten Verfechtern einer Verschärfung des internationalen Patentrechts. Diese würde nämlich die profitträchtige Monopolstellung ihrer mit Multi-Macht auf den Welt-Markt
gebrachten Produkte noch einmal stärken und auch höhere Preise ermöglichen. Das 1995 zwischen den Staaten, die der Welthandelsorganisation WTO angehören, geschlossene Abkommen über "handelsbezogene Aspekte der
Rechte geistigen Eigentums" - kurz TRIPS genannt - sah noch vor, den Unterzeichner-Staaten zu gestatten, Pharma-Produkte sowie Pflanzen und Tiere von der Patentierung auszunehmen. Auf der WTO-Konferenz Ende
November im amerikanischen Seattle steht nun eine Überprüfung dieses Paragrafen an. Eine Streichung hätte für die ärmeren Länder massive negative Konsequenzen: steigende Arzneimittelpreise durch fällig werdende
Lizenzgebühren und eine Behinderung des Technologie-Transfers durch Export- oder Weiterentwicklungsverbote. Es könnte im Zuge der Patent-Erhebungen auf Tiere und Pflanzen sogar zu der perversen Situation kommen,
dass die Menschen in Südamerika oder Asien Lizenzgebühren für etwas zahlen müssen, was eigentlich zum Besitz ihres Landes gehört und von den Bio-Piraten der großen Konzerne bei ihren Raubzügen durch Flora und Fauna
erbeutet worden ist.
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