SWB 04/99 - Ticker

FORSCHUNG & LEHRE

Unis forschen für BAYER
Der BAYER-Konzern hat ein Projekt aus der Taufe gehoben, das WissenschaftlerInnen von Instituten und Universitäten direkt in seine Forschungsstrategie einbindet. Unter Federführung des Wuppertaler Pharma-Zentrums sollen ForscherInnen des Max-Planck-Institutes, des Flämischen Institutes für Biotechnologie, des Heidelberger Zentrums für Molekulare Biologie sowie der Universitäten Köln und Zürich für den Chemie-Multi ein Alzheimer-Präparat entwickeln. Acht Millionen Mark läßt sich BAYER das "Research Network" kosten. Da die Alzheimer- Forschung in der Bundesrepublik staatlich gefördert wird, fließen wohl noch einige Subventionsgelder zusätzlich. Die Forschungsausgliederung rechnet sich auch deshalb, weil der Konzern von der hochspezialisierten Infrastruktur der Forschungsstätten profitiert, die die öffentliche Hand finanziert hat.

BAYER-Mann Honorarprofessor
Wolfgang Hartwig, der Leiter von BAYERs Pharmaforschung, ist von der Universität Münster zum Honorarprofessor ernannt worden. Schon seit 1990 hat er dort einen Lehrauftrag und bot neben Vorlesungen auch immer wieder gerne Exkursionen an. BAYER wird dabei stets die erste Adresse gewesen sein. Mit Hartwigs Berufung hat der Konzern seine Beziehungen zu Hochschulen noch weiter intensivieren können. Unter dem Deckmantel der Maxime "die Kluft zwischen Theorie und Praxis überwinden" schreitet so die Instrumentalisierung staatlich finanzierter Forschung für Profit-Interessen munter voran.

E.-K.-Frey-Preis verliehen
Mit Medizin-Preisen verfolgt BAYER den Zweck, ForscherInnen enger an den Konzern zu binden, um so die Überführung von Wissen in Profit zu beschleunigen. Den diesjährigen, mit 20.000 Mark dotierten E.-K.-Frey-Preis bekam Dr. Hans-Dieter Walmrath für eine Arbeit über Atembeschwerden. Eine zweite Auszeichnung erhielt der Krefelder Professor Klaus-Dieter Grosser, der auf dem Gebiet der internistischen Intensivmedizin forschte.