SWB 04/99 - Ticker

SPORT & MEDAILLEN

KFC Uerdingen vor dem Aus
Mit BAYER Leverkusen und BAYER Uerdingen unterhielt der Chemie-Multi einst zwei Werksfußball-Mannschaften. Dann begann der Konzern jedoch, sich auch beim Sport-Sponsoring auf die "Kernbereiche" zu konzentrieren, also auf erfolgreiche Mannschaften, die die Marke "BAYER" in der Öffentlichkeit werbewirksam repräsentieren können. Der in die Selbständigkeit entlassene Regionalligist BAYER Uerdingen, jetzt KFC Uerdingen, steht nun kurz vor der Pleite. In einer Pressemitteilung schrieb der Vereinspräsident Hermann Tecklenburg, "dass ein mittelfristiges Überleben des KFC Uerdingen ohne die Hilfe der BAYER AG aus meiner Sicht kaum möglich sein wird." Und der ehemalige große Bruder BAYER Leverkusen benutzt den Club auch noch als kostenloses Spieler-Reservoir - eine Transfer-Entschädigung für den Fußballer Spizak, der zum Daum-Team wechselte, steht nämlich nach Tecklenburg noch aus.

Zweiter Sponsor für BAYER Leverkusen?
Der Leverkusener Chemie-Multi sucht mittelfristig einen Partner mit ähnlichen Werbe-Interessen, der bereit ist, beim Fußball-Club BAYER Leverkusen mit einzusteigen. Jürgen von Einem, der Sportbeauftragte des Konzerns, denkt dabei vornehmlich an Unternehmen aus der Medien- oder Sportartikel-Branche. Aber einen Rückzug auf Raten bedeutet das keineswegs. Selbstbewusst verkündete von Einem, dass am BAYER-Wesen die Bundesliga genesen solle: "Ich glaube nicht, dass sich ein Verein an der Spitze halten wird, wenn er nicht einen großen Geldgeber, einen Konzern zum Beispiel, und das entsprechende Know-how im Rücken hat."