SWB 04/99 - Ticker

TIERE & ARZNEIEN

Schweinepest-Impfstoffe versagen
Der von BAYER in Zusammenarbeit mit der holländischen Firma INTERVET entwickelte, gentechnologisch hergestellte Marker-Impfstoff gegen die Schweinepest brachte in Testreihen nicht die gewünschten Ergebnisse. Trotz Doppelimpfung übertrugen Sauen die Krankheitserreger auf ihre Ferkel. Auch bei Mastschweinen verhinderte der BAYER-Stoff den Ausbruch von Infektionen nicht. Deshalb wird die EU-Kommission die Tierarznei vermutlich nicht zulassen. Konventionelle Impfstoffe machten die Unterscheidung von gesunden und kranken Tieren unmöglich, da beide Gruppen Antikörper bildeten. Da der Marker-Impfstoff diese Differenzierung erlaubte, hatte BAYER dessen Entwicklung als medizinischen Durchbruch gepriesen. Es war dem Konzern sogar gelungen, die Bundesregierung zu veranlassen, in Brüssel gegen den Widerstand einiger EU-Staaten die juristischen Grundlagen für eine Genehmigung der Tierarznei zu schaffen.

Kranke LandwirtInnen
Die Massentierhaltung macht nicht nur die Tiere selber, sondern auch die VerbraucherInnen und LandwirtInnen krank. Wie der Münchener Direktor der Poliklinik und des Institutes für Arbeits- und Umweltmedizin, Prof. Dennis Nowak, auf dem von der Bundesärztekammer am 1. Mai veranstalteten Forum "Gesundheit und Umwelt" darlegte, weist die Stallluft der meisten landwirtschaftlichen Betriebe Giftstoffe in großen Mengen auf. Der Mediziner maß unter anderem hohe Konzentrationen von Antibiotika, Wachstumsförderern und anderen Futtermittelbestandteilen, allesamt als Allergie-Auslöser bekannt. Die Folge: Fast alle SchweinezüchterInnen zeigen Krankheitssymptome. 67 % leiden unter chronischem Husten, 56 % haben Auswurf, 54 % eine laufende Nase und 39 % leiden unter brennenden Augen. Als einer der größten Hersteller von Antibiotika und Wachstumförderern ist BAYER für diese Gesundheitsschäden mitverantwortlich.

Anti-Salmonellenspray
Die Massentierhaltung von Hühnern ist eine Salmonellen-Brutstätte. Da in den Tiergefängnissen Hennen und Kücken getrennt werden, kann das Muttertier der Nachkommenschaft keine schützende Darmflora übertragen. So besteht eine hohe Anfälligkeit für Krankheitserreger. BAYER hat jetzt ein Mittel gefunden, die Tierfolter in dieser Hinsicht zu optimieren. Der Konzern entwickelte ein Spray mit natürlicher Darmflora. Gleich nach dem Entschlüpfen mit dem Mittel besprüht, sollen die Tiere von Salmonellen verschont bleiben. Die Tierquälerei kann so munter weitergehen.