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Gouverneur von Pennsylvania zu Gast bei BAYER
Protest gegen Todesstrafe
Von Philipp Mimkes
Thomas Ridge, Gouverneur des amerikanischen Bundesstaats Pennsylvania, besuchte auf einer Deutschlandreise die Unternehmen SIEMENS, DAIMLERCHRYSLER und BAYER.
In Leverkusen wurde er von Attila Molnar, im BAYER-Vorstand zuständig für die Region Nordamerika, begrüßt.
Vertreter der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN äußerten scharfe Kritik an dem Treffen, da Ridge für die Vollstreckung des weltweit kritisierten Todesurteils
gegen den Journalisten Mumia Abu-Jamal verantwortlich ist. Abu-Jamal ist ehemaliger Aktivist der Black Panther Bewegung und machte sich mit Reportagen über Probleme von Randgruppen einen Namen. Ihm wird ein
Polizistenmord angelastet, obwohl hierfür weder Zeugenaussagen noch Indizien sprechen. Zahlreiche Verfahrensfehler machten den Prozess zur Farce: Der zuständige Richter machte wiederholt rassistische Äußerungen und
schloss Abu-Jamal von dem Verfahren aus. Der staatliche Pflichtver- teidiger versicherte, kein Interesse an dem Fall zu haben. Trotzdem setzte Gouverneur Ridge jetzt einen neuen Hinrichtungstermin fest.
Abu-Jamals Fall gilt seit der Veröffentlichung des Buchs "Live aus der Todeszelle" weltweit als Symbol im Kampf gegen die Todesstrafe.
Hubert Ostendorf vom CBG-Vorstand: "Das Treffen des BAYER- Vorstands mit Thomas Ridge ist ein verheerendes Signal. Mit einem Politiker, der sich mit der
Ermordung von Häftlingen profilieren möchte, darf es keine Zusammenarbeit geben. Der BAYER-Konzern sollte seinen großen Einfluss stattdessen für die Einhaltung der Menschen- rechte einsetzen." Das
Unternehmen hält seit Jahren engen Kontakt zur Regierung von Pennsylvania, da sich die US-Zentrale des Konzerns in diesem Bundesstaat befindet.
Vertreter der CBG reisten im November nach Pittsburgh und protestierten vor Ort gegen die Hinrichtung von Mumia Abu-Jamal und gegen die Zusammenarbeit von
Thomas Ridge mit deutschen Unternehmen.
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