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POLITIK & EINFLUSS
CDU-Anruf genügt - BAYER spendet Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital
fertigte die damalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister im Dezember 1994 eine Liste mit besonders großzügigen Spendern an. Auf Platz fünf der 120 Unternehmen umfassenden Aufstellung: Der BAYER-Konzern.
CDU-Spendensammler Werner Jäger rief in der Leverkusener Konzern-Zentrale an, das Sekretariat von Vorstandschef Manfred Schneider signalisierte Spenden-Bereitschaft, Jäger schickte ein Fax mit der Kontonummer der
Bundes-CDU und das Geld floss. Die noch auf der Hauptversammlung geäußerte Behauptung von BAYER, das Unternehmen würde Parteien nicht direkt finanziell unterstützen, um nicht in den Ruch zu kommen, politische
Entscheidungen beeinflussen zu wollen, erweist sich also als unwahr.
Bundeskanzler bei BAYER Bundeskanzler Schröder legt sich mächtig ins Zeug, um
seinem Ruf als "Genosse der Bosse" gerecht zu werden. In der Leverkusener BAYER-Zentrale trafen er und NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement mit der Führungsriege des Verbandes der Chemischen Industrie
(VCI) zusammen. Unter den Anwesenden: Der Geschäftsführer Wilfried Sahm, VCI-Präsident. Dass BAYER-Chef Manfred Schneider, BASF- Vorsitzender Jürgen Strube sowie DEGUSSA-HÜLS- Vorsitzender Ernst-Uwe Bufe sich
"die Zeit nahmen", an dem Treffen persönlich teilzunehmen, zeigt, wer die Fäden an den Polit-Marionetten Schröder und Clement bewegt. Auf der Tagesordnung standen die Themen "Gentechnik",
"Europa" und - wen wundert es?! - "Steuerpolitik". Über den Verlauf der Gespräche wurde selbstredend "Vertraulichkeit" vereinbart.
Pekings OB bei BAYER China spielt in den Expansionsplänen des Leverkusener
Chemie-Multis eine große Rolle. Deshalb begleitete eine Delegation des Konzerns im letzten Herbst Bundeskanzler Schröder bei seinem Besuch des Landes. In Anwesenheit der gesamten Politik-Prominenz wurde in Peking
feierlich eine Absichtserklärung über den Bau einer Anlage zur Kunststoff-Herstellung unterzeichnet. Im März nun stattete der Pekinger Oberbürgermeister Liu Qui dem Unternehmen einen Gegenbesuch ab. In der
Leverkusener Konzern-Zentrale besprach er mit BAYERs Fernost-Mann Werner Spinner Einzelheiten der Investitionspläne des Multis.
Bundestagsmitglied bei BAYER Der Leverkusener Bundestagsabgeordnete Ernst Küchler
wurde von BAYER eingeladen, das Wuppertaler Pharmaforschungszentrum zu besuchen. Dort sprach das Mitglied des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen-Abschätzung mit Arzneiforschungschef
Wolfgang Hartwig und Werksleiter Heinz Bahnmüller über Ausbildungs-, Wissenschafts- und Hochschulpolitik.
Behörde tanzt nach BAYERs Pfeife Obwohl die europäischen Vorschriften des
Umweltinformationsrechtes klar und eindeutig sind, verwehrt das Kölner Umweltamt des Landes Nordrhein-Westfalen dem VEREIN ZUM SCHUTZ DES RHEINS UND SEINER NEBENFLÜSSE (VSR) die Einsicht in die Abwasserdaten des
Chemie-Konzerns. Die Erklärung liefert BAYER: "Nach Auffassung des Unternehmens sind an die Veröffentlichung der verschiedenen Umweltdaten und deren Details bestimmte Voraussetzungen im Rahmen des
Umweltinformationsgesetzes geknüpft, deren Klärung zusammen mit den Behörden noch nicht abgeschlossen ist." Und wohl auch nie abgeschlossen wird.
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