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SPORT & MEDAILLEN
Olympiade als Werbe-Plattform BAYER ist einer der Hauptsponsoren im Sportbereich.
Bei der im September beginnenden Olympiade in Sydney soll sich dieses finanzielle Engagement auszahlen. Der Konzern beabsichtigt, sich während des Großereignisses werbemäßig aufwendig in Szene setzen. Unter anderem
ist die Einrichtung eines BAYER-Treffpunktes auf dem offiziellen Gäste-Schiff des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), einem Kreuzfahrt-Dampfer, geplant. Damit will der Chemie-Multi nach den Worten von Jürgen
Selck, dem Geschäftsführer von BAYER Australia, "der australischen Öffentlichkeit die traditionelle Sportkompetenz von BAYER auf attraktive Weise näher bringen". Im Internet bewirbt der Konzern die
Olympischen Spiele schon seit März.
BAYER sperrt Baumannn Gelder Der Leverkusener Chemie-Multi hat seine jährlichen
Zahlungen von 200.000 Mark an den für BAYER Leverkusen startenden, unter Doping-Verdacht stehenden Dieter Baumann vorerst eingestellt. Da er kein Sympathie-Träger mehr ist, hat er als Werbe-Träger seine Schuldigkeit
getan. Eine scheinheilige Reaktion, denn Doping-Vorwürfe wurden in der Vergangenheit auch gegen BAYER selbst erhoben. Der ehemalige Weltklasse-Ruderer und Leiter des Olympia-Stützpunktes Uli Eicke warf dem Konzern
im Dezember 1994 vor, seiner Leichtathletik- Abteilung mit unlauteren Mitteln aus den eigenen Pharma-Labors Beine gemacht zu haben (SWB 4/95). Auf der BAYER-Hauptversammlung mutmaßte ein Aktionär gar, dass die
Dopingmittel Baumanns aus der BAYER-Küche stammten.
Nachtitelkämpfe Für BAYERs Sportbeauftragten Meinolf Sprink haben sich die
Investitionen in das konzern-eigene Fußball-Team werbetechnisch voll ausgezahlt. "Wir können unsere Erfolge und die Tatsache, dass ISPR (eine Sportrechteagentur, SWB) die Bundesliga an 130, 150 Länder verkauft,
viel flächendeckender nutzen als jeder andere Bundesligist." Dieser Werbe-Effekt ist für ihn wichtig, ob BAYER nun Meister oder Vizemeister wird, dagegen zweitrangig. Er sieht durch das gute Abschneiden des
Teams auch seine Finanzpolitik der "vernünftige(n) Selbstbeschränkung" bestätigt. Das sehen Manager Reiner Calmund und Trainer Christoph Daum anders. Sie hätten gern mehr Geld vom Chemie-Multi, der laut
Daum "Igel in der Tasche" hat. Sie begründen dies eben mit den guten Leistungen auf dem Reklamefeld und geben den Werbewert der ASPIRIN-Trikotwerbung mit 250-300 Mio. Mark an. Aber obwohl jüngst eine
Umfrage ergeben hat, dass 36 % der Menschen die Verbindung zwischen dem Chemie-Multi und der Fußball-Mannschaft kennen, wird BAYER wohl nicht mehr Geld für seine wandelnden Litfasssäulen locker machen. Statt dessen
schaut man sich nach einem zweiten Hauptsponsor um.
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