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STANDORTE & PRODUKTION
Neue Anlage für EC ERDÖL Der Leverkusener Chemie-Multi hat das Dortmunder
Unternehmen KRUPP UHDE damit beauftragt, für die EC ERDÖLCHEMIE eine Salpetersäure-Anlage zu bauen. Ihre Kapazität ist auf 1.500 Tonnen pro Tag ausgelegt. Die EC ERDÖLCHEMIE gehört zu 50 % BAYER und zu 50 % der
DEUTSCHEN BP AG. Der Chemie-Konzern hat diese Investion ungeachtet der Tatsache vorgenommen, dass ihm ein Angebot von der BP vorliegt, die EC ganz zu übernehmen. In Presse-Berichten zu dieser Kauf-Offerte hieß es,
gerade der hohe finanzielle Aufwand, der mit der angestrebten Expansion des Tochter-Unternehmens verbunden ist, könnte BAYER zu einem Verkauf veranlassen (Ticker 1/00). Das Geschäftsfeld "Öl" zählt nämlich
nicht zu den Kernbereichen des Konzerns. Eine Entscheidung über die Zukunft der EC ERDÖLCHEMIE wird noch im Laufe dieses Jahres fallen.
Wuppertal: Flop bei Neuansiedlungen BAYERs Vorhaben, auf dem Wuppertaler
Werksgelände "innovative" Firmen aus den Bereichen Verfahrenstechnik, Biotechnologie oder Chemie anzusiedeln, ist trotz günstiger Konditionen wie einem Pauschalpreis von 5 Mark pro Quadratmeter erfolglos
geblieben. Kein einziges Unternehmen konnte bislang nach Wuppertal gelockt werden, damit wird es dann wohl auch nichts mit den für die Zukunft erwarteten "Synergie-Effekten". Jutta Hansen, die
Öffentlichkeitsarbeiterin von BAYER/Wuppertal, machte für den Flop unter anderem das Versagen der Schulen bei der Ausbildung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses verantwortlich, das trotz der BAYER- Nachhilfe in
den Fächern Biologie und Chemie sowie auf dem Feld der LehrerInnen- Fortbildung festzustellen sei. Um das Lehrangebot auf naturwissen- schaftlichem Gebiet industrie-freundlicher zu gestalten, haben BAYER &
Co. im letzten Jahr massiv Einfluss auf das nordrhein-westfälische Kultusministerium genommen (siehe SWB 2/99).
Leverkusen: Kultur teurer? Die Stadt Leverkusen, die sich durch die diesjährig
komplett ausgebliebenen Gewerbesteuer-Zahlungen BAYERs zu drastischen Spar-Maßnahmen gezwungen sieht, plant, die Eintrittspreise für Kultur-Veranstaltungen zu erhöhen. Eine endgültige Entscheidung darüber wird im
Laufe dieses Jahres fallen.
Bad-Betrieb gemeinsam mit Stadt? BAYER sieht sich immer weniger zu sozialen
Aufgaben verpflichtet. Nach dem Verkauf der Werkswohnungen, der Trennung von den Betriebskindergärten und der Schließung der Kinder- und Jugend- Bibliothek hat die Finanz-Abteilung jetzt das vom Konzern in
Leverkusen unterhaltende Schwimmbad im Visier. BAYER will nicht mehr alleiniger Träger des "Carl Duisberg-Bades" sein und die Stadt als Mitbetreiber (und Mitfinanzier) gewinnen.
Werbefilm mit BAYER Die Stadt Leverkusen, die für 1999 keinen Pfennig Gewerbesteuer
von BAYER erhalten hat (Ticker 4/99), bemüht sich stark um Unternehmensansiedelungen. Zu diesem Zweck hat die "Wirtschaftsförderung Leverkusen" (WFL) einen Image-Film in Auftrag gegeben. Er soll auf Messen
gezeigt werden und nach Angaben von WFL-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers deutlich machen, dass Leverkusen mehr sei, "als nur die beiden Kreuze: BAYER-Kreuz und Autobahn-Kreuz". Gleichwohl ist der
Chemie-Multi in dem Film ausführlich vertreten. Konzern-Chef Manfred Schneider darf die Stadt, die er finanziell im Regen stehen lässt, wegen ihrer Lage und den guten Verkehrsverbindungen loben und behaupten:
"Leverkusen und BAYER sind zwei Namen mit einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte." So ist der Film Ausdruck der politischen Hilflosigkeit der Kommune, nicht mit, aber auch nicht ohne BAYER leben zu können.
Brunsbüttel: Neuer Reaktor Die Bau-Firma LINDE errichtet für BAYER auf dem
Brunsbütteler Werksgelände einen Reaktor. Er ist zur Gewinnung von Wasserstoff und Kohlenmonoxid aus Erdgas bestimmt - Stoffe, die für die Anilin- und Isocyanat-Herstellung benötigt werden. Somit kann der Konzern
seine Anilin-Kapazitäten erweitern und ist nicht mehr auf Zukäufe angewiesen. Der Reaktor soll jedoch nicht nur Grundstoffe für die BAYER-Produktion herstellen, sondern auch andere Unternehmen im Umkreis beliefern.
Arbeitsplätze werden durch diese Investition nicht geschaffen. Arbeitsdirektor Attila Molnar verwies stolz darauf, dass der so genannte Steam-Reformer eine Ausweitung der Produktionskapazitäten ohne
"wesentliche Personaländerungen" ermögliche.
Mehr Umsatz mit weniger Personal Das Brunsbütteler BAYER-Werk produziert und
erwirtschaftet immer mehr - mit immer weniger MitarbeiterInnen. Im Jahr 1999 ging die Zahl der Belegschaftsangehörigen um 23 auf 1.166 zurück, während die Produktionskapazitäten allein im Kautschuk-Bereich um 50 %
ausgeweitet wurden und der Absatz dort um 20 % zunahm.
Uerdingen: 202 Arbeitsplätze weniger "Konsolidierung im Personalbereich"
heißt Arbeitsplatz-Vernichtung im BAYER-Jargon. Im Uerdinger Werk strich der Konzern 1999 trotz einer Auslastung von 92 % 202 Stellen, so dass die Zahl der Beschäftigten von 6.918 auf 6.716 sank.
"Consumer Care" in die USA BAYER verlegt den Konzern-Bereich
"Consumer Care" in die USA. Der Konzern führt das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten wie ASPIRIN, ALKA SELTZER, dem Anti-Pilzmittel CANESTEN sowie mit den Haushaltsinsektiziden AUTAN
und BAYGON künftig vom US-amerikanischen Standort Morristown aus. Die Leitung der Sparte übernimmt zum 1. Mai der US-Amerikaner Gary S. Balkema. In Leverkusen werden durch diese Maßnahme 20 Arbeitsplätze vernichtet.
Grund für den "Consumer Care"-Umzug: Nordamerika ist der größte Wachstumsmarkt für rezeptfreie Medikamente. Zudem will das Chemie-Unternehmen im Zuge des Gangs an die Wall Street seine Präsenz in den
Vereinigten Staaten verstärken und sein Geschäftsfeld "Gesundheit" attraktiver für Kooperationen/Fusionen mit US-Multis machen.
CFI baut Geschäftsfeld "Wälzlager" aus Die in die BAYER-Tochter H.C.
STARCK integrierte CFI CERAMICS FOR INDUSTRY GmbH & Co. hat den Unternehmensbereich "Wälzlager-Kugeln" von dem ELEKTROSCHMELZWERK KEMPTEN GmbH übernommen.
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