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Die Grundwasserbelastung ist jedoch nur ein Teil des Problems: über Drainage und Kanalisation werden auch Bäche und Flüsse verschmutzt. Während die
Gewässer-Belastung durch Schwermetalle und andere Schadstoffe in den letzten Jahren spürbar abgenommen hat, stellt der Pestizid-Eintrag eine zunehmende Gefahr für die Wasserwirtschaft dar - besonders in Regionen,
die ihr Trinkwasser vorwiegend aus Oberflächengewässern gewinnen. Denn schon ein Gramm eines Agrochemie-Wirkstoffes lässt 10.000 Kubikmeter Wasser den für Trinkwasser vorgeschriebenen Grenzwert überschreiten. Die
Wasserwerke sind gezwungen, immense Summen in Aufbereitungs- systeme wie Aktivkohlefilter-Anlagen zu investieren - das Lebenselixier Wasser wird zu einem immer teureren Gut.
Ein Messprogramm in Nordrhein-Westfalen wies Pestizide in 73% aller Wasserproben nach - die Ökosysteme an Rhein, Ruhr, Wupper und Emscher werden hierdurch
massiv bedroht. Messungen der Stadtwerke Münster ergaben eine Überschreitung des Grenzwerts der Trinkwasser-Verordnung um das Drei- bis Fünffache, in Einzelfällen sogar um das 21fache. Hermann Gaupels,
Betriebsleiter der Münsteraner Stadtwerke, begrüßte denn auch das Verbot von Diuron. Allein die Stadwerke Münster mussten sechs Millionen Mark zur Filterung der Pestizide investieren.
In Gewässern, aus denen Trinkwasser gewonnen wird, gelten für 38 Pestizide Grenzwerte von 0,1 µg/l je Wirkstoff. Messungen der Länderarbeitsgemeinschaft
Wasser (LAWA), eine Kommission der deutschen Bundesländer zur Untersuchung der Wasserqualität, belegen jedoch eine Überschreitung dieser Zielvorgabe in mehr als 25% der Fälle. Diuron wird mit zwei weiteren
Wirkstoffen für die größte Belastung verantwortlich gemacht. Insgesamt fanden sich die Rückstände von 23 Pestiziden. Die LAWA fordert eine Reduzierung der Direkteinleitungen durch die Hersteller, eine
Pestizid-Steuer nach skandinavischem Vorbild und ein restriktiveres Pflanzenschutzgesetz.
Der Hersteller Bayer will für die Umweltbelastungen durch das Herbizid keine Verantwortung übernehmen und sieht darin ein reines
"Handhabungsproblem". Doch auch in anderen Ländern belastet Diuron Flüsse und Küstengewässer. Laut einer Untersuchung des französischen Umweltministeriums gehört Diuron zu denjenigen vier Pestiziden, die
am häufigsten in Oberflächengewässern nachgewiesen werden konnten.
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