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ERSTE & DRITTE WELT
"Schatztruhe" Regenwald 1998 hat BAYER das Institut für Naturstoffe
gegründet. Es fahndet nach natürlichen Wirkstoffen für die Anwendungsgebiete "Veterinär-Medizin", "Human-Medizin" oder "Pflanzenschutz", um aus der Artenvielfalt des Globus Kapital zu
schlagen. Die Herkunftsländer in angemessener Form an den Erlösen zu beteiligen, daran denkt der Chemie-Multi natürlich nicht. Obwohl die Goldgräber-Stimmung bei BAYER & Co. inzwischen abgeklungen ist, erscheint
Institutsleiter Klaus Frobel die ökonomische Ausbeutung des Regenwalds nach wie vor lohnend. Noch immer entwerfe die Natur außergewöhnliche Verbindungen, von denen ein kombinatorischer Chemiker nicht einmal träumt,
schwärmte er in der Osnabrücker Zeitung .
Unerschwingliche Arzneimittel Die ärmsten ErdbewohnerInnen müssen statistisch
gesehen am meisten Geld für Medikamente ausgeben. Das ergab eine Untersuchung von CONSUMERS INTERNATIONAL und HEALTH ACTION INTERNATIONAL. So kostet BAYERs CIPROBAY in Canada 163 Dollar, in Belgien 210, in der
Bundesrepublik 549, in Mozambique 740, in Südafrika 456 und in Peru 344. Adalat, das Herzmittel des Leverkusener Chemie-Multis, ist in Belgien für 38 Dollar erhältlich, in der Bundesrepublik für 44, in Mozambique
für 73,
in Südafrika für 85 und in Peru für 96. Nur Indien stellt eine Ausnahme dar, weil es in dem Land eine Preisbindung für Arzneien gibt. CIPROBAY kostet dort 15 Dollar, ADALAT 3 Dollar. Aber damit ist jetzt Schluss. BAYER & Co. haben das Land via Welthandelsorganisation (WHO) so unter Druck gesetzt, dass es seine verbraucherInnenfreundliche Politik aufgeben musste.
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