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PESTIZIDE & HAUSHALTSGIFTE
WHO macht Pro-Pestizid-Politik Die Welthandelsorganisation WHO garantiert BAYER und
anderen großen Pestizid-Produzenten in vielfältiger Weise einen reibungslosen Geschäftsablauf. Seine Regularien verbieten es den Mitgliedsstaaten, bevorzugt ökologisch hergestellte Agrar-Produkte zu importierten.
Der der WHO unterstellte, für Lebensmittelsicherheit zuständige "Codex Alimentarius" setzt für Pestizid-Rückstände in der Nahrung äußerst großzügige Grenzwerte fest. Darüber hinaus versucht die WHO,
Hoheitsansprüche über wichtige internationale Abkommen wie dem geplanten Verbot der 12 gefährlichsten Pestizide und Industrie- Chemikalien anzumelden.
Gentech erhöht Pestizid-Verbrauch Gentechnisch manipulierte Pflanzen mit
eingebauten Resistenzen z.B. gegen Schadinsekten würden den Pestizid-Verbrauch verringern, so lautet ein Standard-Argument der Bio-Industrie. Dies ist jedoch keineswegs der Fall, wie eine neue Studie des WORLD
WILDLIFE FOUND (WWF) Kanada zeigt. Nach dieser Untersuchung haben US-LandwirtInnen mit gentechnisch veränderten Feldpflanzen sogar größere Insektizid- und Herbizid-Mengen ausbringen müssen.
Leukämie durch Pestizide BAYER ist einer der weltweit größten Anbieter von
Haushaltsinsektiziden, Unkrautvernichtungsmitteln für den Gartenbereich, Anti-Parasitenmittel für Haustiere und anderen Pestiziden. Der Einsatz dieser Substanzen im Haus- und Gartenbereich erhöht für Kinder das
Risiko, an Leukämie (Blutkrebs) zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ForscherInnen der McGill-Universität Montreal, Kanada veröffentlichten.
Pestizide als Parkinson-Auslöser Immer mehr Untersuchungen legen einen Zusammenhang
zwischen dem Ausbruch der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung) und einem Kontakt mit Pestiziden nahe. Nach einer Fallstudie mit fünf Erkrankten und einer englischen Studie (Ticker 4/99) bestätigt nun auch eine
Arbeit von ForscherInnen der Stanford University School of Medicine die Ergebnisse der Wissenschaftler-KollegInnen. Die MedizinerInnen untersuchten die Krankengeschichten von 496 Parkinson-PatientInnen und fanden
heraus, dass sie weit häufiger Pestiziden ausgesetzt waren als die 541 gesunden Menschen der Kontrollgruppe. Agrochemikalien, wie BAYER sie als einer der weltgrößten Hersteller vertreibt, wirken auf das zentrale
Nervensystem, und können neben der Schüttellähmung noch eine Vielzahl anderer Nervenleiden auslösen.
Pestizide wirken Hormon-ähnlich Schon seit langem besteht der Verdacht, dass
chemische Substanzen wie Pestizide und Kunststoff-Bestandteile eine Wirkung ähnlich der weiblicher Sexualhormone entfalten und so den Hormon-Haushalt von Mensch und Tier durcheinander bringen. Die Folge können
Fortpflanzungsstörungen, Verweiblichung, Hodenkrebs oder Missbildungen der Sexualorgane sein. Eine Bochumer Arbeitsgruppe für vergleichende Endokrinologie unter Leitung des Professors Dr. Volker Blüm hat jetzt neue
Belege für diese "Nebenwirkungen" von Chemikalien erbracht. Das Team untersuchte Fische aus dem sauberen Wasser der Wahntalsperre und solche aus dem stark verschmutzten Rhein. Das Ergebnis: In den
Rhein-Fischen fand sich viermal so viel Dotter-Protein - eindeutiges Zeichen für eine Verweiblichung. Manche hatten in den Hoden sogar schon Eizellen ausgebildet. BAYER als Haupteinleiter industrieller Abwässer ist
maßgeblich für diese Fehlentwicklungen verantwortlich. Der Konzern tut deshalb alles, die Hormon-ähnliche Wirkung von Chemikalien zu bestreiten.
Rundumschlag-Herbizid Glyphosat Der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat, enthalten in den
BAYER-Produkten GLYPHOS, KEEPER und USTINEX G NEU, tötet nicht nur Schad- , sondern auch Nutzinsekten. Beim Ausbringen der noch zulässigen Maximal-Dosierung starben während einer von den Zulassungsbehörden
vorgenommenen Neu-Überprüfung des Pestizides alle bodenlebenden Organismen.
UBA für strengere Prüfungen Die Wirkung von Pestiziden beschränkt sich nicht auf
die Felder, auf denen der/die LandwirtIn sie ausbringt. Ein großer Teil der Wirksubstanz kann sich verflüchtigen und auf benachbarte Flächen übergreifen. Auf diesen Arealen ist dann eine deutliche Reduzierung der
Artenvielfalt zu beobachten. Das Umweltbundesamt will diese Effekte deshalb künftig in die Risiko-Bewertung von Ackergiften einbeziehen und strengere Maßstäbe für eine Zulassung anlegen. BAYER als einer der
weltgrößten Pestizid-Hersteller wird Genehmigungen für neue Produkte dann nicht mehr ganz so einfach erhalten.
Drei BAYER-Pestizide in TOP 23 In der Liste der 23 meistverkauften
Pestizid-Wirkstoffe auf der Welt, die die Unternehmensberatung WOOD MACKENZIE zusammengestellt hat, befinden sich mit Parathion-methyl, Methamidophos und Propanil drei, die auch in BAYER-Produkten enthalten sind.
Unter den 15 Stoffen, für die vollständige Angaben existieren, nimmt das von der Weltgesundheitsorganisation WHO als "extrem gefährlich" eingestufte Parathion-methyl, Basis u.a. von BAYERs ME 605
Spritzpulver, beim Umsatz mit 110 Millionen Dollar Platz sechs ein. Bei der verkauften Menge rangiert es mit mit 10.000 Tonnen auf Position zehn. Die ebenfalls "extrem gefährliche" Substanz Methamidophos,
Wirkstoff u.a. von BAYERs TAMARON, liegt beim Umsatz gemeinsam mit Parathion-methyl auf Rang sechs, bei der Verkaufsmenge mit 3.650 Tonnen auf Rang 12. Insgesamt stieg der Pestizid-Umsatz in den vergangenen 18
Jahren um das Dreifache: von 11 Mrd. Dollar (1979) auf 37 Mrd. Dollar (1997).
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