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WASSER, BODEN & LUFT
Gemeinschaftsklärwerk umgebaut Das Gesetz untersagt eigentlich den weiteren Betrieb
von Gemeinschaftsklärwerken, da industrielle und kommunale Abwässer ganz andere Aufbereitungsformen verlangen. Trotzdem gelang es BAYER, dem Wupper-Verband eine Bestandsgarantie für das Gemeinschaftsklärwerk
Leverkusen-Bürrig abzutrotzen. Dieser scheute nämlich die Investionen in eine neue, nur noch für kommunale Abwasser-Frachten ausgelegte Anlage. Lediglich einige Umbau- Maßnahmen forderte der Städte-Verbund vom
Chemie-Multi. Jetzt sind die Arbeiten, an denen sich auch die Kommune Leverkusen finanziell beteiligte, abgeschlossen, und das Unternehmen stellt die ökologisch höchst bedenkliche Sondergenehmigung nach der Lex
BAYER in der Konzern-Postille direkt auch noch als eine Wohltat für die Menschheit dar: "Abwasserprobleme geklärt - BAYER übernimmt weiterhin Frachten der umliegenden Gemeinden", ist der entsprechende
Artikel überschrieben.
Dhünnaue-Sanierung, letzter Akt Die Dhünnaue, BAYERs jahrzehntelanger
Schuttabladeplatz am Wiesdorfer Rheinufer, gilt als größte bewohnte Giftmüll-Deponie Europas. Erst nachdem es zu Krankheiten und auch ungeklärten Todesfällen kam und Initiativen wie die COORDINATION GEGEN
BAYER-GEFAHREN (CBG) öffentlich Druck machten, zeigte sich der Konzern bereit, sich seiner Altlast anzunehmen. Nun sind die Sanierungsarbeiten im letzten Abschnitt, der Dhünnaue-Nord, im vollen Gange. Da der
Chemie-Multi die Kosten scheut, das verseuchte Erdreich abzutragen und ordnungsgemäß zu entsorgen, wird es mittels einer Oberflächen-Versiegelung aus Ton-, Erd- und Kunststoffschichten sowie einer Grundwasser-Sperre
einfach "mumifiziert". Nach Ansicht des Konzerns reichen diese Maßnahmen aus, um eine Ausspülung der Chemie-Gifte durch Regenwasser und ihr Eindringen ins Grundwasser zu verhindern. Zum
"krönenden" Abschuss der Bauarbeiten lässt der Konzern Gras über die Sache wachsen: Das Chemikalien-Endlager soll als "blühende Landschaft" erscheinen und wird zu diesem Zweck begrünt. Zu allem
Übel hat BAYER es auch noch geschafft, die Hälfte der Sanierungskosten für den Abschnitt Dhünnaue-Nord von 40 Millionen Mark auf die Bundesstraßenverwaltung, also den/die SteuerzahlerIn, abzuwälzen.
Giftige Gülle Bauern setzen die Gülle von Schweinen, Rindern und Kühen vielfach als
Dung für ihre Felder ein. Nach einer Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) enthalten die tierischen Abfälle jedoch so viel Arzneimittel-Reste, dass sie die Mikrobiologie der Böden massiv schädigen und eine Gefahr
für die Reinheit des Grundwassers darstellen. Um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern, die durch die Massentierhaltung zwingend entstehen, werden dem Tierfutter jährlich 200.000 kg Antibiotika und 120.000 kg
anderer Veterinär- Pharmazeutika beigemengt. Der BAYER-Konzern ist mit seiner Sparte "Tiergesundheit" weltweit einer der größten Anbieter solcher Stoffe.
Ozon-Alarm Anfang des Jahres schlugen WissenschaftlerInnen Alarm: Die Ozon-Schicht
über dem Nordpol schrumpft durch die Kohlendioxid- Emissionen immer schneller zusammen. PolitikerInnen und Industrie beeindruckte diese Nachricht kaum, obwohl die Bundesrepublik das bei der Weltklima-Konferenz in
Kyoto vereinbarte Ziel, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2005 um 25 % zu senken, höchstwahrscheinlich nicht erreichen wird. Der "Verband der Chemischen Industrie" (VCI) nahm sich sogar heraus, in
Tageszeitungen eine großflächige Anzeige mit der Überschrift "Ökosteuern auf Prozess-Energie verhindern Investionen in Deutschland" zu schalten. Die Branche, die von allen Industrie-Zweigen den höchsten
Stromverbrauch hat und darum auch am meisten zur Kohlendioxid-Produktion beiträgt, will die CO2-Emissionen lieber in Eigenregie reduzieren. Wie weit es damit gediehen ist, zeigt ein Blick in den Responsible
Care-Bericht von BAYER. Seit sechs Jahren pendelt der Kohlendioxid-Ausstoß des Konzerns um den Wert von 9,6 Millionen Tonnen im Jahr herum. Wobei nur das CO2 eingerechnet ist, das bei der Konzern-eigenen
Strom-Erzeugung entsteht, nicht aber das, was bei der Produktion von zugekaufter Energie in die Atmosphäre gelangt.
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