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IG FARBEN & HEUTE
ZwangsarbeiterInnen klagen gegen BAYER Vor dem Kölner Landesgericht haben fünf
ehemalige polnische ZwangsarbeiterInnen eine Klage gegen BAYER eingereicht, um ihre Ansprüche auf eine Entschädigung durchzusetzen. Von Soldaten gefangen genommen und ins Rheinland verschleppt, mussten sie als
BAYER-ZwangsarbeiterInnen eine unmenschliche Behandlung erleiden, so die KlägerInnen. Der Chemie-Multi weist wie üblich jede Verantwortung von sich. Er betont, dass BAYER nicht der Rechtsnachfolger der IG FARBEN sei
und verweist auf die Zuständigkeit der ZwangsarbeiterInnen-Stiftung. Die hat noch immer keine müde Mark an die in der Nazi-Zeit von der Industrie Geschundenen gezahlt, da der Unternehmensanteil am Fonds-Etat bisher
nicht erbracht ist.
IG FARBEN regte KZ-Bau an Die Initiative zur Errichtung des Zwangsarbeiter-Systems
ging von der IG FARBEN und den anderen Großkonzernen aus; es wurde ihnen mitnichten von den Nazis aufoktroyiert, wie die IG-Verantwortlichen nach dem Krieg immer wieder behaupteten. Dafür liefert die von Martin
Pabst erstellte Dokumentation über das Arbeitserziehungslager Zöschen "Und ihr wollt nichts gehört haben" neue Belege. Er zitiert aus einem Schreiben, in dem es heißt: "Auf Anregung des GB Chem (d.i.
der IG FARBEN-Boss Carl Krauch, Anm. SWB) errichten wir z.Zt. im Einvernehmen mit der Staatspolizeistelle Halle ein Arbeitserziehungs- lager, in dem aus dem gesamten Regierungsbezirk Merseburg und darüber hinaus
aus dem gesamten Wehrkreis IV arbeitsunwillige Elemente aus den verschiedenen kriegswichtigen Betrieben aufgenommen und zur Arbeit erzogen werden sollen." Janis Schmelzer, Historiker und Beirat der COORDINATION
GEGEN BAYER- GEFAHREN (CBG), machte in seiner Kritik des Buches, die in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift antifa erschien, noch auf eine weitere Quelle aufmerksam. Laut Protokoll einer Werksleiterbesprechung im
IG-Werk Buna vom 23.9.43 wollten die Menschenschinder in Nadelstreifen prüfen, "ob es nicht im Hinblick auf die außerordentlichen Arbeitseinsatz- schwierigkeiten der großen Werke in Mitteldeutschland
gelingen könnte, ein Konzentrationslager in Mitteldeutschland zu errichten ...". Und prompt wurde der IG-Mann Dr. Bocs beauftragt, "die Frage der Errichtung eines Konzentrationslagers in unserem Gau"
mit der Gestapo Halle zu besprechen.
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