|
IMPERIUM & WELTMARKT
Schneider bleibt bis 2002 Der BAYER-Konzern hat den Vertrag mit dem
Vorstandsvorsitzenden Manfred Schneider um ein Jahr bis zur Hauptversammlung 2002 verlängert, obwohl er in diesem Zeitraum die sonst bei BAYER übliche Altersgrenze für den Chef-Posten von 63 Jahren überschreitet.
Global Player Nr. 26: BAYER Die UN-Organisation UNCTAD (United Nations Conference
on Trade and Development) veröffentlicht jährlich einen Rapport über die größten multinationalen Unternehmen. Ausgehend von den im Ausland getätigten Direktinvestitionen, fertigte die UNCTAD auch eine Tabelle der
mächtigsten Global Player an. BAYER nimmt darin die Position 26 ein und rutschte damit gegenüber dem Vorjahr um 17 Plätze ab. Diese schlechte Nachricht für die Konzern-Herren wird den Rationalisierungs-
druck innerhalb des Unternehmens weiter verstärken.
AGFA: Verkauf an einen Investor? BAYER hält noch 30 % der AGFA-Aktien. Der
AGFA-Vorstandschef Klaus Seeger rechnet nicht damit, dass der Leverkusener Chemie-Multi sie an der Börse abstößt, weil das höchstwahrscheinlich einen Kursrutsch des Papiers zur Folge hätte. Gegebenenfalls würde der
Konzern eher an einen Investor verkaufen, so Seeger in einem dpa-Gespräch.
Verkauft die ALLIANZ ihre BAYER-Aktien? Die ALLIANZ-Versicherung besitzt
Aktien-Pakete von vielen bundesdeutschen Unternehmen. Soweit bekannt, hält kein/e Einzelaktionär/in und kein Investmentfonds einen größeren Anteil am Grundkapital von BAYER als der Versicherungskonzern. Er beträgt 5
%. Da der Verkauf von Firmen-Beteiligungen ab 2001 steuerfrei gestellt ist, plant die ALLIANZ, sich aus vielen Unternehmen zurückzuziehen. BranchenkennerInnen nennen in diesem Zusammenhang immer wieder auch BAYER.
Es fällt schwer, die Auswirkungen eines umfangreichen Verkaufs von Aktien des Chemie-Konzerns abzuschätzen. Nicht auszuschließen ist aber, dass der Abgabedruck den Kurs des BAYER-Papiers nach unten zieht.
GPC analysiert für BAYER Antibiotika BAYER hat mit der in Martinsried ansässigen
GPC BIOTECH AG einen Kooperationsvertrag geschlossen. Die Firma untersucht für den Chemie-Multi mit Hilfe der Gentechnik 50 Substanzen auf ihre Eignung als Antibiotika-Wirkstoffe (siehe auch GENE & KLONE).
Kooperation mit MORPHOSYS BAYER hat mit dem Biotech-Unternehmen MORPHOSYS einen
Kooperationsvertrag zur gentechnischen Entwicklung von Antikörper- Therapeutika geschlossen. Der Leverkusener Chemie-Multi zahlt MORPHOSYS einen zweistelligen Millionen-Betrag in Dollar sowie Prämien beim Erreichen
bestimmter Forschungsziele (siehe auch GENE & KLONE).
Vertrag mit ATUGEN BAYER lässt das Berliner Biotech-Unternehmen ATUGEN AG spezielle
Gen-Sequenzen nach Wirkorten für Medikamente absuchen. Wieviel der Chemie-Multi ATUGEN dafür zahlt, wurde nicht bekannt gegeben.
Börsenstart in den USA verschoben Der Gang an die US-Börse schiebt sich für BAYER
weiter hinaus. War zunächst eine Notierung der Aktie an der Wall Street für den Herbst diesen Jahres geplant, so ist als neuer Termin jetzt das zweite Quartal 2001 angekündigt. Grund der Verschiebung: Das
amerikanische Bilanzrecht. Es verlangt eine Transparenz des Bilanzabschlusses, mit der sich der Chemie-Multi schwer tut. Unter anderem fürchtet er, dass sein durch Rückstellungen angehäuftes Finanzpolster in
Milliardenhöhe die Begehrlichkeiten der AktionärInnen weckt. Deshalb hatte der Konzern bei der "U.S. Securities and Exchange Commission" einen Antrag gestellt, den Geschäftsbericht nicht nach
US-Gepflogenheiten, sondern nach internationalen Standards abfassen zu dürfen. Die Behörde lehnte jedoch ab und verzögerte so die "Operation Wall Street". BAYER strebt den Börsengang an, weil eine
Aktien-Notierung in den USA Fusionen und Zukäufe in dem Land erleichtert. Sie könnten dann per Wertpapier-Tausch realisiert werden.
Lausmittel von PFIZER gekauft Der BAYER-Konzern erwarb vom Pharma-Multi PFIZER das
Präparat gegen Kopfläuse mit dem Markennamen RID, um auf dem US-Markt seine Stellung im Bereich der nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel zu stärken.
PLANFER-Gartensparte gekauft Der Markt für Pestizide, die nicht für die
Landwirtschaft bestimmt sind, wächst stetig. Deshalb hat BAYER die "Haus und Garten"-Sparte des schwedischen Unternehmens PLANFER gekauft und für das Segment ein Joint Venture mit einer US-Firma gegründet
(siehe auch PESTIZIDE & HAUSHALTSGIFTE).
Mehr Kunststoffplatten aus Mexiko Kunststoffplatten und kein Ende. Kurz nach dem
Kauf von SEWON (s.u.) gab BAYER die Gründung eines Joint Ventures mit dem mexikanischen Konzern IMSA bekannt. Seinen Geschäftssitz wird das Gemeinschafts- unternehmen BAYER-IMSA, an dem beide Partner einen
Anteil von 50 % halten, in Monterrey haben.
Mehr Kunststoffplatten aus Südkorea Der BAYER-Konzern stärkt seine Stellung als
einer der weltweit führenden Anbieter von Kunststoffplatten weiter. Nachdem er die Sparte bereits durch die Zukäufe von LASERLITE, AXXIS und DSM ausgebaut hatte, gab der Chemie-Multi jetzt den Kauf des
südkoreanischen Herstellers SEWON ENTERPRISE CO, LTD bekannt. Die SEWON- Produkte hatten in dem asiatischen Land einen Marktanteil von 40 %.
|