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STANDORTE & PRODUKTION
Wuppertal: neues Breitensportzentrum BAYER fördert fast nur noch
Spitzen-SportlerInnen und -Teams. Ihre häufige Medien-Präsenz bedeutet nämlich Werbung für den Konzern. Die finanzielle Unterstützung des Breiten- und Behindertensports hat dagegen bloß eine Alibi-Funktion. Mit dem
Bau eines Breitensport- zentrums in Wuppertal ist jetzt ein neues Feigenblatt hinzugekommen. Der Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Hans Kremendahl, sah das bei dem Richtfest allerdings anders. Er lobte die
Investition "als einen Beitrag der BAYER AG zur Sicherung des Standortes Wuppertal".
Leverkusen: Land zahlt für BAYER 1999 schichtete BAYER eine Umsatz-Milliarde in die
Kasse der betrieblichen Altersversorgung um (siehe auch Ticker 4/99). Durch diesen Buchungstrick gelang es dem Konzern, sich an seinem Stammsitz Leverkusen vor sämtlichen Gewerbesteuer-Zahlungen zu drücken. Da die
Abgaben des Multis normalerweise die Hälfte von Leverkusens Gewerbesteuer-Einnahmen ausmachen, fielen die KommunalpolitikerInnen aus allen Wolken. Das Land NRW musste das Loch von 84 Millionen Mark mit einer
Ausgleichszahlung stopfen. So kommt der/die SteuerzahlerIn für die 1.000 großen Steuer-Tricks des Chemie-Multis auf. Auch für das Jahr 2001 rechnet die Stadt nicht mehr groß mit BAYER, weshalb die Schlüsselzuweisung
aus der Landeskasse von 36,3 auf 87,6 Millionen Mark steigt.
Neubau der Schwefelsäure-Anlage BAYER beginnt in Leverkusen mit dem Neubau einer
Anlage zur Herstellung von Schwefelsäure und Oleum (einer rauchförmigem Schwefel-Art), da die alte Fertigungsstätte nicht mehr dem erforderlichen Standard entsprach. Natürlich sieht der Chemie-Multi in der von purer
produktionstechnischer Notwendigkeit diktierten Maßnahme einen Beitrag zur "Sicherung des Standortes Leverkusen". Der Betriebs- ingenieur Klaus-Peter Grabowski verkauft die 28 Millionen Euro schwere
Investition darüber hinaus als "Verantwortliche(s) Handeln" auf ökologischem Gebiet. Die Doppelkontakt-Anlage verringert nämlich den Schwefeldioxid-Ausstoß. Dies ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen
Stein, denn insgesamt steigen in den BAYER-Werken die Schwefeldioxid-Emissionen. Führt der Responsible Care-Bericht 1999 für 1998 einen Ausstoß von 7.700 Tonnen auf, so geht er für das Jahr 2.000 von einer
Steigerung auf 10.000 Tonnen aus.
Bürgerhalle versüßt Rheinallee-Abriss BAYERs Vorhaben, für eine Werkserweiterung
die Häuser an der in Leverkusen-Wiesdorf gelegenen Rheinallee abzureißen, war in der Stadt lange Zeit sehr umstritten. Die BewohnerInnen, denen der Chemie-Multi noch nicht einmal Ersatz-Wohnungen zur Verfügung
stellen wollte, kämpften um ihre Wohnungen. Der Stadtrat weigerte sich, eine Abriss-Genehmigung zu erteilen. Aber schließlich setzte sich der Konzern doch durch. Um die Wogen etwas zu glätten, spendierte er den
WiesdorferInnen aus der Portokasse eine Bürgerhalle. Den Termin für das Richtfest des Baus legte BAYER strategisch klug genau auf den Tag vor dem geplanten Abriss-Beginn.
Dormagen: mehr Lackrohstoffe Da die Nachfrage nach Lackrohstoffen auf
Polyurethan-Basis in Pulverform steigt, investiert BAYER in Dormagen 2,5 Millionen Euro in den Ausbau einer Produktionsanlage.
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