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UNFÄLLE & KATASTROPHEN
Unfall im Forschungslabor In einem Versuchslabor des Leverkusener BAYER-Werkes
explodierte ein Behälter, der ein Vorprodukt zur Lack- und Kunststoff-Herstellung enthielt. Sechs MitarbeiterInnen erlitten Augenreizungen, die ärztlich behandelt werden mussten. Wie es zu dem Unglück kommen konnte,
teilte der Konzern nicht mit.
Prozess wg. Wuppertaler Explosion Da hat der Leverkusener Chemie-Multi wieder einen
Sündenbock gefunden. Ein Wuppertaler Gericht machte allein das fahrlässige Handeln eines BAYER-Schichtführers dafür verantwortlich, dass es am 8. Juni 1999 zu der Explosion im Wuppertaler Technikum kam, bei der über
100 Menschen verletzt wurden. Angeklagt wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoff- Explosion, verhängte die Kammer eine Strafe von sechs Monaten Haft auf Bewährung. Diese
Bewertung des Unfallhergangs durch das Gericht widerspricht den gesetzlich festgelegten Bestimmungen zur Betriebs- sicherheit, die individuelle Fehler fast unmöglich machen. Sie schreiben nämlich vor, alle
Stoffe, die zum Ansetzen einer chemikalischen Lösung verwandt werden, genau zu dokumentieren und dies noch von mindestens einem Beschäftigten gegenzeichnen zu lassen. Aber wie auch bei anderen Begebenheiten erweist
sich die "Einzeltäter- Hypothese" mal wieder als die für alle Beteiligten bequemste, da allgemeine Sicherheitsmängel so keinen Verhandlungsgegenstand darstellten.
800 Transporte pro Jahr 800 LKW fahren pro Tag das Leverkusener BAYER-Werk an, eine
nicht viel kleinere Zahl verlässt täglich das Gelände. Und der Transport per Lastwagen wird durch den E-Commerce und die damit verbundene Direkt-Belieferung von Krankenhäusern und Apotheken noch zunehmen, kündigt
BAYERs Verkehrswesen-Leiter Klaus Harlacher an. Der Anteil der Güter, die Schiffe oder die Bahn - deutlich sicherer - transportieren, fällt dagegen kaum ins Gewicht. Andere Standorte mit dazugerechnet, gibt es pro
Jahr bald eine Million Fahrten von oder zu BAYER. Da viele Brummis hochgiftige Chemikalien oder andere gefährliche Stoffe geladen haben, stellt dies ein unkalkulierbares Risiko dar.
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