SWB 01/01 - Ticker

UNFÄLLE & KATASTROPHEN

Todessturz im Uerdinger BAYER-Werk
Im Uerdinger BAYER-Werk ereignete sich ein Arbeitsunfall mit Todesfolge. Ein Mitarbeiter einer Fremdfirma stürzte bei der Montage von Gitterrosten von einem sechs Meter hohen Gerüst und konnte durch den Notarzt nicht wiederbelebt werden.

Labor-Unfall mit schwefelhaltiger Substanz
Im Leverkusener Hauptlabor von BAYER kippte ein Chemikalien- Behälter um. 100 ml einer giftigen, übelriechenden, schwefelhaltigen Substanz traten aus. Die Werksfeuerwerk rückte in Schutzanzügen an. Vier MitarbeiterInnen mussten ärztlich untersucht werden.

Neue Sicherheitsvereinbarung
Drei Menschen starben und zehn wurden zum Teil erheblich verletzt, als am 7.5. 98 auf dem Gelände der damaligen BAYER-Tochter EC ERDÖLCHEMIE ein Benzingemisch explodierte. Die Auswirkungen dieses Großunfalls waren bis nach Mönchengladbach, Düsseldorf und Neuss hin zu spüren, wo der Benzingestank bei den AnwohnerInnen Atemnot, Übelkeit und Kopfschmerzen auslöste. Katastrophal war auch das Katastrophen-Management: Kein Mensch wusste genau, was passiert war und was für eine Art von Gefahr bestand. Die Behörden machten zum Teil unterschiedliche Angaben. Zumindest dies soll jetzt anders werden. BAYER, die Stadt und der Kreis Neuss unterzeichneten eine "Vereinbarung über Vorabmeldungen bei Schadensfällen". Sie sieht vor, dass eine Sirene die Bevölkerung bei größeren Unglücken warnt und der Chemie-Multi das Staatliche Umweltamt, die Wasserschutzpolizei und die Bürgermeister von Köln und Dormagen gleichzeitig informiert. Die Werksfeuerwehr des Konzerns richtet künftig eine Standleitung zu anderen Feuerwehren der Region ein, und die Neusser Einsatzleitung kann die Bevölkerung direkt über die Frequenz des Lokalfunksenders unterrichten. Die Stadt hat zudem einen Krisen-Plan ausgearbeitet, um gewappnet zu sein, falls es bei BAYER wieder einmal knallt.