|
DRUGS & PILLS
So viel mehr Kopfschmerzen durch ASPIRIN Das ständige Schlucken von
ASPIRIN oder anderen Kopfschmerzmitteln kann Dauerkopfschmerz auslösen; schon bei der Einnahme von 18 Einzeldosen pro Monat besteht diese Gefahr. Zu diesem Ergebnis kam eine von Dr. Volker Limmroth geleitete
Untersuchung der Neurologischen Universitätsklinik Essen. Der Wissenschaftler riet PatientInnen mit häufigen Migräne-Attacken davon ab, zu ASPIRIN & Co. zu greifen und empfahl stattdessen eine vorbeugende
Behandlung, z. B. mit Betablockern.
Arznei-Ausgaben auf Rekord-Wert Nach Angaben des “Arznei-Verordnungsreport 2000”,
den der Pharmakologe Ulrich Schwabe und der Sozialökonom Dieter Paffrath herausgegeben haben, verschrieben die ÄrztInnen im Jahr 1999 zwar weniger, dafür aber teurere Medikamente. Die Arzneimittel-Ausgaben der
Krankenkassen stiegen so auf die Rekord-Summe von 36,8 Mrd. Mark an. Der von BAYER gegründete “Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller” kann deshalb Rekord-Geschäfte vermelden: 35 Mrd. Mark Umsatz machten
allein die im von BAYER gegründeten “Verband der Forschenden Arzneimittel-Hersteller” organisierten Pharma-Konzerne 1999. Aufgrund des zweifelhaften Nutzens vieler der von BAYER & Co. hergestellten Pillen halten
Schwabe und Paffrath jede fünfte Verordnung für überflüssig.
Gentech-Krebstests zugelassen Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde
FDA hat einem Gentech-Krebstest von BAYER die Zulassung erteilt (siehe auch GENE & KLONE).
VFA verdient und mault Die JournalistInnen-Fragen nach den Umsätzen der
Pharma-Unternehmen wollte die ehemalige BAYER-Mitarbeiterin und jetzige Sprecherin des vom Leverkusener Chemie-Multi gegründeten “Verbands Forschender Arzneimittel-Hersteller” Cornelia Yzer erst nach wiederholter
Nachfrage beantworten. Viel lieber hätte sie weiter über die angeblich schlechten Standort-Bedingungen geklagt, die nicht wie in den USA um 15 Prozent, sondern nur um vier Prozent gestiegenen Arzneimittelausgaben,
die von den Krankenkassen festgelegten Preis-Obergrenzen und die Budgetierungen für Pharmazeutika. Die widerwillig genannten Zahlen sprachen denn auch eine ganz andere Sprache. BAYER & Co. steigerten 1999 ihren
Umsatz um sieben Prozent auf 35 Mrd. Mark, allein die Ausfuhren erhöhten sich um zehn Prozent auf den Wert von 29 Mrd. Mark.
Werbung für rezeptpflichtige Pillen? In der Bundesrepublik ist Werbung
für rezeptpflichtige Medikamente nur in Fach-Organen wie ÄrztInnen-Zeitschriften gestattet. Die Europäische Kommission erwägt aber zurzeit, Reklame für Pharmazeutika generell zu erlauben. Wie Erfahrungen in den
USA zeigen, dürfte das BAYER & Co. immense Zuwachs- Raten im Pharma-Sektor bescheren. Nach Angaben von Philippe Brunet, bei der EU-Kommission für Arzneimittel und Kosmetika zuständig, sind dort die Pillen-
Ausgaben nach der Aufhebung des Werbe-Verbots drastisch gestiegen. Die Etats der Krankenkassen würden durch diese Maßnahme also stark belastet werden.
Großhandel klagt über BAYER & Co. Dem die Apotheken beliefernden
Pharma-Großhandel macht der zunehmende Druck von BAYER & Co. bei Preisverhandlungen zu schaffen. Bisher beteiligten sich die Hersteller von patent-geschützten Medikamenten zu einem dem höheren Preis dieser
Präparate entsprechenden größeren Anteil an den Vertriebskosten der Großhändler als die Anbieter von kostengünstigen Nachahmer-Produkten. Das soll jetzt anders werden. Zu Gunsten des Shareholder-Values wollen sie
ihre Kosten weiter drücken, klagte der Chef des Pharma-Großhändlers PHOENIX gegenüber der Financial Times Deutschland.
|