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IG FARBEN & HEUTE
IG FARBEN-Manager geehrt Wie wenig ernst es der Bundesrepublik mit der
Vergangenheitsbewältigung war und ist, lässt sich auch daran ablesen, dass sie nach 1945 zahlreiche Angehörige der NS-Elite mit hohen Auszeichnungen bedachte. Nach Recherchen des Journalisten Anton Maegerle,
veröffentlicht in der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung, befinden sich unter den Trägern des Bundesverdienstkreuzes mit Heinrich Bütefisch, Dr. Carl Wurster, Dr. Fritz Gajewski und Wilhelm Claussen auch
vier ehemalige IG FARBEN-Manager. Bütefisch war u. a. für die Organisation der Zwangsarbeit im IG-eigenen KZ Monowitz zuständig. 1964 wurde dem im Nürnberger IG FARBEN- Prozess zu sechs Jahren Haft Verurteilten die
Auszeichnung verliehen. Nach internationalen Protesten musste er sie jedoch wieder zurückgeben. Wurster war Wehrwirtschaftsführer, IG-Vorstandsmitglied und saß im Verwaltungsrat der DEGESCH, die das Zyklon B für die
Gaskammern herstellte. Gajewski war wie Wurster Wehrwirtschaftsführer und IG-Vorstandsmitglied. Darüber hinaus führte er als Fachgruppenleiter der Wirtschaftsgruppe “Chemische Industrie” Geheimverhandlungen mit der
Wehrmacht über die Produktion von Chemie-Waffen. Claussen leitete die wirtschaftspolitische Abteilung der IG und kümmerte sich als Militäroberverwaltungsrat im besetzten Serbien um die Rekrutierung von
ZwangsarbeiterInnen und um die wirtschaftliche Ausplünderung des Landes.
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