SWB 02/01 - Ticker

KONZERN & VERGANGENHEIT

Evakuierung wg. Chemie-Waffen
Die verheerende Wirkung der von BAYER und anderen Konzernen während des Ersten Weltkrieges hergestellten Chemie-Waffen hält immer noch an. Das ganz in der Nähe des französischen Ortes Vimy gelegene Kriegswaffen-Depot stellte nach Meinung von ExpertInnen eine solche Gefahr für die Menschen dar, dass sie zu einer Auflösung des Munitionslagers rieten. Die 13.000 EinwohnerInnen von Vimy wurden während dieser Arbeiten evakuiert. Wie richtig diese Maßnahme war, zeigte ein Zwischenfall beim Verladen: Aus einer Granate trat Senfgas aus, glücklicherweise kam es jedoch nicht zu einer Explosion. Senfgas, auch Lost genannt, war eine BAYER-Entwicklung. Senfgas-Geschosse gehörten zu den 13.000 Granaten deutscher Herkunft, die sich unter den 173 Tonnen Gift-Munition von Vimy befanden. Die LKW-Karawane, die sie in das Zwischenlager von Suippes brachte, war vier Kilometer lang! Frankreich verzichtete auf Forderungen nach Schadensersatz an BAYER und die anderen Hersteller. Wie Frankreich haben auch Dänemark und die Bundesrepublik große Probleme mit den Chemiewaffen-Altlasten.