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PROPAGANDA & MEDIEN
Chemie-Unterricht von BAYER & Co. BAYER & Co. tun alles, damit
das Fach Chemie in Schulen so attraktiv und unkritisch unterrichtet wird, dass ihr Image poliert wird und ihr Nachwuchs an Arbeitskräften gesichert ist. Deshalb haben sie “ParCIS” gegründet, die “Partnerschaft
zwischen Chemischer Industrie und Schule”. In diesem Rahmen entwickeln BAYER- MitarbeiterInnen, WissenschaftlerInnen der Universität Kiel und LehrerInnen jetzt praxis-nahe und kritik-ferne Unterrichtseinheiten. “Das
Projekt hilft den Schülern, die Arbeitswelt zu durchschauen und unterstützt sie bei der Berufswahl”, so charakterisiert der federführende Kieler Wissenschaftler Wolfgang Gräber Sinn und Zweck der Übung. Darüber
hinaus will ein Arbeitskreis aus Industrie-VertreterInnen, DidaktikerInnen und LehrerInnen allgemeinchemische und produktbezogene Informationen pädagogisch aufbereiten und ins Internet stellen, von wo sie
LehrerInnen einfach herunterladen können.
PR-Aktion für Nieren-Tests Zu einer großen “Gesundheitsaktion” hat BAYER
wieder einmal gemeinsam mit dem Gesundheitsmagazin Praxis, der “Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände”, der Bundesärztekammer und der AOK aufgerufen. Was jedoch den Anschein erweckte, der
Früherkennung von Nieren-Krankheiten zu dienen, hatte nur den Zweck, Werbung für die Nierentests des Unternehmens zu machen. Drei Millionen Neostix-Teststreifen lieferte der Chemie-Multi den 19.000 an der
“Nieren-TÜV”-Aktion beteiligten Apotheken und 2.500 AOK-Geschäftsstellen, um den Bekanntheitsgrad des Diagnostika-Produkts zu steigern. Zahlreiche Zeitungen berichteten über die Kampagne, wobei es sich der Märkische Sonntag besonders einfach machte und große Teile des BAYER-Pressetextes übernahm.
Peanuts für die Umwelt Der Leverkusener Chemie-Multi stellte die Erlöse
eines Weihnachtsbazars und eines Konzertes der “Station Natur und Umwelt” zur Verfügung, einer Einrichtung, die Kindern ökologisches Bewusstsein vermittelt. Wenn die Konzern-Herren auch einmal diese Schulbank
drücken würden, wüssten sie vermutlich, dass die zur Verfügung gestellten zehntausend Mark ein Nichts sind gegenüber dem Schaden, den giftige BAYER-Produktionsrückstände im Boden, in der Luft und im Wasser
verursachen.
Oberlehrer BAYER “Wie kommt der Wurm in den Apfel?”, fragen die
BetriebspädagogInnen von BAYER gerne GrundschülerInnen. Anschließend erklären sie ihnen dann, warum Pestizide angeblich so unverzichtbar sind. Von Kursen für die Kleinsten über Gesprächsforen für PennälerInnen der
Sekundarstufe II über Tierversuche, Gentechnik und die Form der Aktiengesellschaft bis hin zu Fortbildungsseminaren für Chemie-LehrerInnen hat der Chemie-Multi eine pädagogische Parallelwelt aufgebaut. Jeweils
kompatibel zum Lernstoff der Schulen im Umkreis der Werke, soll sie BAYERs Version von Chemie, Umweltschutz und Gentechnik in die Köpfe der Lernenden pflanzen und daneben schon einmal geeigneten Nachwuchs
akquirieren. Um die Konzern-PR übersichtlicher zu gestalten, hat das Unternehmen jetzt auch noch eine eigene Broschüre mit den verschiedenen Angeboten für Schulen herausgegeben.
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