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ERSTE & DRITTE WELT
Trittin: BAYER soll POPs entsorgen Am 23. Mai wurde in Stockholm die Konvention
über das Verbot von 12 langlebigen, organischen Giften (POPs) wie z. B. die Pestizid-Wirkstoffe Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor und Mirex unterzeichnet. Der Leverkusenser Chemie-Multi hat viele
dieser hochgefährlichen und sich nur äußerst schwer in der Umwelt abbauenden Stoffe in großem Umfang produziert. Darum forderte Bundesumweltminister Trittin BAYER und andere Chemie-Konzerne zu einer Beteiligung an
der teuren Entsorgung der ca. 500.000 Tonnen Giftstoffe auf, die noch in den mehr oder weniger behelfsmäßigen Depots Osteuropas oder der "Entwicklungsländer" lagern. Ein BAYER-Sprecher stritt daraufhin
ab, dass der Konzern je POP- Chemikalien in Pestiziden verwendet habe. Zudem hole der Konzern schon seit Jahren Altbestände, wie z. B. aus Pakistan, zurück und würde das gern in noch größerem Umfang machen:
"Wir müssen nur wissen, wo was liegt". Das könnte BAYER-Chef Schneider-Scheinheilig leicht erfahren, er bräuchte nur Stichwort BAYER zu lesen. In der Ausgabe 1/01 wurde dort nämlich die von GREENPEACE für
Afrika erstellte detaillierte Studie über giftige Altbestände vorgestellt.
Kostenlose Medikamente für Afrika BAYER spendet der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) für vorerst fünf Jahre zwei Medikamente (Germanin und Lampit) zur Bekämpfung der Schlafkrankheit in Afrika. Die Schlafkrankheit wird von der Tsetse-Fliege übertragen und führt unbehandelt zum Tode. Fast 60
Millionen Menschen in Afrika sind bedroht. "Den betroffenen Patienten sollte aus medizinischen, ethischen und sozialen Gründen mit geeigneten Maßnahmen vom öffentlichen und privaten Bereich geholfen
werden", erklärte der Leiter des BAYER- Geschäftsbereiches Pharma, Dr. David R. Ebsworth. An einer adäquaten Versorgung der Menschen in der "Dritten Welt" ist dem Leverkusener Chemie-Multi nicht
gelegen. BAYER gehörte zu den Konzernen, die Südafrika durch eine Patentverletzungs- klage daran hindern wollten, AIDS-PatientInnen mit Medikamenten zu versorgen (SWB 2/01). Und damit das Welthandelsregime so
bleiben kann, wie es ist, sollen milde Gaben wie die jetzige ab und an dessen ärgste Folgen lindern.
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