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Bereits im Vorfeld der HV gab es Proteste und Auseinandersetzungen. Erstmals folgte die Stadt Frankfurt den langjährigen Forderungen aus dem In-
und Ausland und verweigerte der IG FARBEN den Versammlungsraum in Bergen-Enkheim. Allerdings zog die IG FARBEN vor Gericht und gewann. Die Stadt musste die Halle zur Verfügung stellen.
Vor dem Saal ein großes Polizei-Aufgebot, im Saal ein privater Sicherheitsdienst. Die Versammlung selbst irreal und erschreckend wie immer.
Vorstand, Aufsichtsrat und AktionärInnen zeigten unverhohlen ihre rechte Gesinnung, einer zog durch die Halle und machte Geschäfte mit dem Verkauf von Original IG FARBEN-Aktien. Der “Aufsichtsrat” Krienke, brüstete
sich damit, seit mehr als 20 Jahren der Kritik an der IG FARBEN zu trotzen, beschimpfte mit herabwürdigenden Worten Medien, KritikerInnen und DemonstrantInnen und ließ direkt zu Beginn der HV eine Gruppe von 20
Antifa-DemonstrantInnen gewaltsam aus dem Saal prügeln. “Liquidator” Pollehn (quasi der Vorstand) verstieg sich sogar dazu, die DemonstrantInnen in die Nähe der Terroristen von New York zu rücken. Die kritischen
Gegenanträge der CBG, des Dachverbandes und anderer wurden samt und sonders mit großer Mehrheit (bei ca. 26 Prozent anwesendem Kapital) abgelehnt. Übelstes rechtsradikales Schmierentheater!
Doch die Rechten konnten sich nicht feiern. Auch diese HV stand ganz im Zeichen der Forderungen nach sofortiger Auflösung und Entschädigung der
Opfer. Vor der Halle die Demonstration, direkt zu Beginn die Entrollung von trotz gründlicher Leibesvisitationen eingeschmuggelten Transparenten, bis zum Ende der Versammlung immer wieder lautstarke Proteste, Immer
wieder vom Mikrofon der Hauptversammlung aus die Forderung nach sofortiger Auflösung.
Neu diesmal auch, dass die CBG, ausgestattet mit einem entsprechend großen Aktienpaket im Nennwert von 1 Mio. Reichsmark, erstmals in der
Geschichte dieser skandalösen Hauptversammlungen die Auflösung der IG FARBEN offiziell auf die Tagesordnung zwang. Das Ergebnis der Abstimmung spricht für sich: abgelehnt von der überwältigenden Mehrheit der
AktionärInnen!
Um so großartiger, dass das CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler- Schnura die unverbesserlichen Reaktionäre der IG FARBEN - ebenfalls erstmals in der
Geschichte dieser Verbrecher-Gesellschaft - zwingen konnte, sich von den Plätzen zu erheben und der Opfer ihrer hundertausendfachen Mordanschläge gedenken. Der Widerwillen stand den “Liquidatoren”, Aufsichtsräten
und AktionärInnen überdeutlich im Gesicht geschrieben. Von Reue und Sühne keine Spur.
Die Gesellschaft versuchte sich mit Finten der öffentlichen Medienkritik zu entziehen. Doch die Einrichtung der seit Jahren angekündigten Stiftung
der IG FARBEN konnte als das entlarvt werden, was sie ist, eine Scheinstiftung, ein windiger Versuch, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen. Die IG FARBEN weigert sich bis zum heutigen Tag, in die Stiftung zur
Entschädigung der ZwangsarbeiterInnen einzuzahlen, hat wenige Tage vor der HV schnell eine eigene Stiftung gegründet, in deren Satzung die Entschädigung der Opfer keine Rolle spielt. Zudem hat sie die Stiftung mit
einem lächerlichen Betrag von lediglich 500.000 DM ausgestattet, deren Rendite nicht einmal die laufenden Kosten der Stiftung tragen kann. Zum Vergleich: Die “Liquidatoren” verdienen jährlich 600.000 DM, mehr als
das gesamte Stiftungsvermögen ausmacht.
Auch die Ankündigung, die Gesellschaft würde aufgelöst, entpuppte sich als pures Geschwätz, um den Medien und der Öffentlichkeit Sand in die Augen
zu streuen. Weder wurde ein Beschluss zur Auflösung gefasst, noch ein verbindlicher Termin genannt. Im Gegenteil, der auf die Tagesordnung gezwungene Antrag der CBG zur Auflösung wurde per Abstimmung abgelehnt.
Für die IG FARBEN wird es keine Ruhe geben. Die Aktien dieser Gesellschaft sind getränkt mit dem Blut von Millionen ermordeter Jüdinnen und Juden,
mit dem Blut der vielen Millionen Kriegsopfer, mit dem Blut der gemeuchelten KZ-Häftlinge, mit dem Blut der gequälten Opfer der Menschenversuche. Diese Mordgesellschaft muss aufgelöst werden, das Vermögen muss den
Opfern oder ihren Hinterbliebenen zur Verfügung gestellt werden. Die Existenz dieser Gesellschaft ist eine Schande wie es auch eine Schande ist, dass mit dem Rechtsanwalt Pollehn ein CDU-Bundestagsabgeordneter als
“Liquidator” der IG FARBEN die Fortexistenz der Gesellschaft mit aller Kraft betreiben und sich ungestraft als rechtsradikaler Gesinnungsfreund gerieren kann. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die IG FARBEN die
protestierenden AntifaschistInnen angezeigt hat und für deren Bestrafung eintritt. Wir fordern Einstellung aller Verfahren und rufen auf zur Solidarität.
Weitere Infos bei:
Solidarität mit IGF-Kritik: Bernd Malle Waldschmidtstr. 49 60316 Frankfurt Fon o69 - 44 61 44
Spenden unter dem Stichwort “Solidarität IGF-Kritik” auf Konto 10 17 96 10 Ökobank Frankfurt BLZ 500 901 00
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