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Maschinensturm bei AGFA Die massiven Arbeitsplatzvernichtungen bei der ehemaligen
BAYER-Tochter AGFA, an welcher der Leverkusener Chemie-Multi immer noch 30 Prozent des Aktien-Kapitals hält, fachen die Wut der Belegschaft an. Aus Ärger über die Entlassungswelle haben ArbeiterInnen im Leverkusener
Werk eine 500.000 Mark teure Versuchsmaschine zerstört. Zudem klagen 30 Betroffene vor dem Arbeitsgericht gegen ihren Rausschmiss. "Mit eisernem Handschuh" gehe AGFA vor, kritisierte ihr Rechtsanwalt
Harald Kaiser, dessen Kanzlei-Partner der Leverkusener SPD-Bürgermeister Mende ist. So hätte der Rechtsanwalt der Gegenseite, der in Diensten des "Arbeitgeber-Verbandes Chemie" steht, die Betroffenen
mit der Bemerkung, sie bräuchten nicht auf eine höhere Abfindung zu spekulieren, da nichts zu holen sei, einzuschüchtern versucht.
Demo gegen Werkserweiterung Die Erweiterung des BAYER-Werkes in der Toskana bei
Siena hat Kritik bei der Bevölkerung hervorgerufen. Es hat sich eine Bürgerinitiave gebildet, die sich gegen die Verschandelung der Landschaft wendet und vor den drohenden Umwelt-Belastungen sowie der
Elektrosmog-Gefahr durch das ebenfalls auf dem Firmen-Areal geplante neue Kraftwerk warnt. Am 17. Dezember brachten die Menschen ihren Unmut durch eine Demonstration zum Ausdruck.
Demo gegen Gen-Show verhindert Die Initiative "Wissenschaft im Dialog",
mitgegründet von der "Deutschen Forschungsgesellschaft, deren Vorsitzender Ernst-Ludwig Winnacker im BAYER-Aufsichtsrat sitzt, veranstaltete im Herbst in Berlin ein "Das große Fest der
Wissenschaften". Gefeiert wurde dort vor allem die Gentechnik. BAYER ließ sich von einer Multimedia-Agentur ein Labor bauen und präsentierte dort mal wieder "Gentechnik zum Anfassen" nach dem Motto
"Noch ein genetischer Fingerabdruck gefällig?" 20 GenkritikerInnen wollten gegen die Gen-Werbeshow protestieren, die Polizei ließ eine Kundgebung jedoch nicht zu.
Proteste am Welt-AIDS-Tag AIDS-Initiativen und andere AktivistInnen protestierten
am Welt-AIDS- Tag vor den Toren der US-amerikanischen BAYER-Niederlassung in Berkeley. Sie prangerten die unrühmliche Rolle an, die der Konzern im Patent-Streit mit der südafrikanischen Regierung um AIDS-Medika-
mente gespielt hatte und erinnerten daran, dass durch HIV-verseuchte Blut-Präparate des Leverkusener Chemie-Multis in den 90er Jahren tausende von Blutern umgekommen waren.
US-Gewerkschaft reicht Beschwerde ein Gewerkschaftler und gleichzeitig
BAYER-Mitarbeiter sein - das will der Leverkusener Chemie-Multi am Standort Indianapolis nicht zulassen. Einem Gewerkschaftler, der unter der Belegschaft um Mitglieder warb, hat der Konzern mit Kündigung gedroht.
Seine Organisation hat deshalb vor der Arbeitsrecht-Behörde "National Labor Relation Board" eine Beschwerde eingereicht.
Tierversuchskonzern macht dicht Die Kampagne von SHAC (STOP HUNGINGDON ANIMAL
CRUALITY) gegen den Tierversuchskonzern HUNTINGDON LIFE SCIENCES war erfolgreich. Den TierversuchsgegnerInnen ist es mit ihren zahlreichen Aktionen gelungen, HUNTINGDON zum Schließen ihrer englischen Niederlassung
zu bewegen. Das Unternehmen verlegte seinen Firmen-Sitz in die USA. Die COORDINATION GEGEN BAYER- GEFAHREN (CBG) hatte die Proteste von SHAC unterstützt, da BAYER zu den HUNTINGDON-Kunden zählt. Gemeinsam mit
anderen Global Playern gab der Leverkusener Chemie-Multi dort eine auf zwei Jahre angelegte Untersuchung zur Industrie-Chemikalie Tri-n-butyl-Phosphat (TBP) in Auftrag, in deren Verlauf hundert Ratten starben. Kamen
die Tiere nicht direkt durch das Chemie-Gift um, so wurden sie eingeschläfert, um ihre inneren Organe zu examinieren.
Lobby-Büro von BAYER & Co. besetzt Im Verlaufe der Proteste gegen den EU-Gipfel
in Brüssel besetzten DemonstrantInnen am 12. Dezember das Büro des Lobby-Clubs der europäischen Chemie-Industrie "Cefic". Vor allem dem Einsatz für Bio-Patente, gegen die geplanten Überprüfungen der
gefährlichsten Chemikalien und gegen Vorschriften zur Reduktion der zum Treibhaus- Effekt beitragenden fluorierten Kohlenwasserstoffe hatte sich der Verband in letzter Zeit verschrieben. "Die Besetzung des
‚Cefic'-Büros (...) versucht die direkte Verbindung zwischen einem System, welches seine Schwerpunkte auf Profit und Wirtschaftswachstum legt und den einseitigen Interessen der Chemie- und Öl-Industrie aufzuzeigen.
(...) In Europa wird die Politik von der Wirtschaft betrieben und die Ratschläge der Industriellen werden nur allzugerne umgesetzt. Unser Standpunkt ist, dass eine sozial verantwortungsvolle und insofern
nachhaltige Gesellschaft im offenen Gegensatz steht zum gegenwärtigen neo-liberalen Modell", hieß es zur Begründung der Aktion. Die Polizei beendete die Besetzung brutal und verhaftete die TeilnehmerInnen.
Einzelne wurden in den Zellen misshandelt. So stieß ein Beamter eine HolländerIn, die das Gefängnis nicht ohne ihre italienischen, spanischen und schwedischen MitstreiterInnen verlassen wollte, mit dem Kopf gegen
die Gitterstäbe. Die Presse berichtet von diesen Übergriffen natürlich mit keinem Wort. Stattdessen diffamierten die Zeitungen die Besetzung als einen terroristischen Akt.
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