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"Ten Worst Corporations of 2001"
BAYER in Negativliste ganz oben
Von Philipp Mimkes
Die amerikanische Fachzeitschrift MULTINATIONAL MONITOR hat die BAYER AG in die Liste der "10 übelsten Unternehmen des Jahres 2001" aufgenommen. Die
Aufstellung umfasst Firmen, die "Verbraucher betrügen, die Umwelt verseuchen und Arbeiterrechte missachten".
Das Unternehmen erhielt die zweifelhafte Ehrung kurz vor dem mehrmals verschobenen Börsengang an der New Yorker Wall Street am 24. Januar. Nach Berichten in
mehreren Wirtschaftsmagazinen über das Negativ-Ranking fiel der Kurs der BAYER-Aktie um 1,3% - umgerechnet rund eine halbe Milliarde €.
Der MULTINATIONAL MONITOR aus Washington, herausgegeben von dem Verbraucher-Anwalt und Präsidentschafts-Kandidaten Ralph Nader, veröffentlicht am Ende jeden
Jahres eine Liste der "zehn übelsten Unternehmen". Das Magazin nennt mehrere Skandale, die zu der erstmaligen Nominierung des BAYER- Konzerns führten:
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- nach den Milzbrand-Anschlägen in den USA verlangte BAYER von der amerikanischen Regierung Milliardenbeträge für Antibiotika, obwohl die
Herstellungskosten nur Bruchteile dieser Summe ausmachten. Erst nach Drohungen des Gesundheitsministers, notfalls das Patent zu entziehen, war das Unternehmen zu Preissenkungen bereit. Gleichzeitig wurde
bekannt, dass das Unternehmen jährlich mehrere hundert Millionen Dollar an Konkurrenzfirmen zahlt, damit diese keine Alternativ-Produkte auf den Markt bringen, so dass BAYER den Preis hoch halten kann. In der
US-Öffentlichkeit steht BAYER seitdem als "Kriegsgewinnler" da, mehrere Anwaltsfirmen klagen gegen BAYER wegen überhöhter Preise.
- das Verhalten des Unternehmens im Fall LIPOBAY. BAYER hatte die Gefahren jahrelang gekannt, jedoch erst auf eine Drohung der amerikanischen
Aufsichtsbehörden hin den Verkauf gestoppt
(s. SWB 04/2001).
- Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA fordert von BAYER einen Verkaufsstop von Tierantibiotika, welche identisch mit Antibiotika sind, die in der
Humanmedizin eingesetzt werden. BAYER weigert sich, der Forderung nachzukommen. Verbraucher-
schützer und Ärzte befürchten, dass die Substanzklasse in wenigen Jahren wegen Resistenzbildungen in der
Humanmedizin nicht mehr eingesetzt werden kann.
- im Sommer letzten Jahres hatte der Leverkusener Konzern der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) wegen Verbreitung kritischer Informationen im
Internet einen Prozess und hohe Strafen angedroht. Die Anwaltskosten bedrohen bis heute die Existenz des Vereins. Nach Ansicht des MULTINATIONAL MONITOR werden jedoch solche "juristischen Einschüchterungs-
versuche die Reputation des Unternehmens nicht wieder herstellen."
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Eine Pressemitteilung der CBG zum Thema führte zu einer dpa- Meldung, die u.a. von der Wirtschaftswoche, der Financial Times, dem Spiegel und dem Financial
Life Magazine aufgegriffen wurde. Das Manager-Magazin schrieb: Vor dem geplanten US-Börsengang kommt Bayer die Aufnahme in die Liste der "zehn übelsten Unternehmen des Jahres 2001" denkbar ungelegen.
Die Börse reagierte auf die Ankündigung mit einem Kursabschlag von 1,3 Prozent auf 37,39 Euro.
Die BAYER-Öffentlichkeitsabteilung wurde dadurch gezwungen, eine Stellungnahme zu versenden. Darin wird jedoch auf keinen der Kritikpunkte eingegangen,
sondern stattdessen auf den Überbringer der schlechten Nachricht eingeschlagen: "Leverkusen - Bayer weist die Anschuldigungen und Diffamierungen zurück, die der amerikanische 'Multinational Monitor' in seiner
sogenannten 'Negativliste' zu den '10 übelsten Unternehmen des Jahres 2001' im Dezember in den USA veröffentlicht hat. Es handelt sich bei der Zeitschrift um das Sprachrohr eines Zusammenschlusses von
Aktivistengruppen, die sich schwerpunktmäßig das Thema 'Unternehmenskritik' auf die Fahne geschrieben haben. Nicht zufällig streut die sogenannte 'Coordination gegen Bayer-Gefahren' diese Meldung jetzt kurz vor dem
geplanten Bayer-Börsengang in den USA. Die im 'Multinational Monitor' angeführten Gründe werden bewusst einseitig kommentiert und zu angeblichen 'Skandalen' aufgebauscht. Diese Darstellung reiht sich ein in die
Agitation, die von der Gruppierung seit Jahren gegen Bayer und Bayer-Tochterunternehmen betrieben wird.
Selbst das Manager Magazin wunderte sich darüber, dass sich die Stellungnahme von BAYER schwerpunktmäßig mit der CBG beschäftigt, obwohl diese an der
Erstellung der Liste gar nicht beteiligt war. Auf der homepage der Zeitschrift findet sich daher hinter der Erwiderung des Konzerns ein link auf einen Artikel vom vergangenen Herbst, in dem die Öffentlichkeitsarbeit
von Bayer scharf kritisiert wird.
Immerhin aber befindet sich BAYER in illustrer Gesellschaft. Neben dem Leverkusener Unternehmen finden sich auf der Liste auch COCA COLA, der Energieriese
ENRON, der Tabakkonzern PHILIP MORRIS die Ölgesellschaft EXXON und das weltgrößte Handelshaus WAL MART.
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Zitat aus der Financial Times: "In den USA ist der Bayer-Konzern nach Angaben der "Berliner Zeitung"
erneut in negative Schlagzeilen geraten. Das US-Verbrauchermagazin "Multinational Monitor" habe den Leverkusener Pharmakonzern in die Liste der "zehn übelsten Unternehmen des Jahres
2001" aufgenommen. Die Liste umfasse Unternehmen, "die Verbraucher betrügen, die Umwelt verseuchen und Arbeiterrechte missachten", sagte der Sprecher der "Coordination gegen
Bayer-Gefahren", Philipp Mimkes, der "Berliner Zeitung". (...) Zudem werde Bayer sein Umgang mit Kritikern vorgeworfen. Im Sommer hatte der Konzern der "Coordination gegen
Bayer-Gefahren" wegen der Verbreitung kritischer Informationen im Internet einen Prozess und hohe Strafen angedroht."
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