SWB 01/2002 -Ticker

KAPITAL & ARBEIT

Elektronik-Chemikalien ausgegliedert
Der Chemie-Multi hat den Bereich “Elektronik-Chemikalien” ausgegliedert. Er wird von der BAYER-Tochtergesellschaft H. C. STARCK weitergeführt. Rund 120 MitarbeiterInnen sind von dieser Umstrukturierungsmaßnahme betroffen.

AGFA: 400 Arbeitsplätze weniger
Die ehemalige BAYER-Tochter führt ein Kostensenkungsprogramm im Geschäftsbereich “analoge Druckplatten” durch und schließt die Produktion im britischen Leeds. 400 Arbeitsplätze fallen durch diese Maßnahme weg. Der Konzern begründete diesen Schritt mit der sinkenden Nachfrage in Europa infolge der Konkurrenz durch digitale Druckplatten.

Fusionsopfer Arbeitsplätze
Das Joint Venture von BAYER und AVENTIS BEHRING im Blutprodukt- Bereich hatte unmittelbare Auswirkungen (siehe auch DRUGS & PILLS und IMPERIUM & WELTMARKT). Es bedeutete das endgültige Aus für ein von AVENTIS BEHRING am Standort Marburg geplantes, 250 Mio. Euro teures Plasma-Werk. Aber es werden sich mit Sicherheit noch mehr arbeitsplatzvernichtende “Synergie-Effekte” einstellen.

Probleme mit SAP
Die Installierung und Handhabung der SAP-Betriebssoftware verläuft beim Leverkusener Chemie-Multi offenbar alles andere als reibungslos. Probleme mit der Daten-Sicherheit brachten den Geschäftszweig BAYER VITAL jetzt dazu, den Vertrag mit dem Informatik-Riesen zu kündigen und im Bereich der Entsorgungskosten-Abrechnung künftig mit HEYNMÖLLER INFORMATIK zusammenzuarbeiten.

BAYER-Ausverkauf
Gleichzeitig mit der Ankündigung, den Konzern in eine Holding umzuwandeln (s. ÖKONOMIE & PROFIT), gab BAYER die beabsichtigte Trennung von HAARMANN & REIMER, RHEIN-CHEMIE und POLYMER- LATEX bekannt. BeobachterInnen sehen das als Indiz dafür an, dass der Leverkusener Chemie-Multi sich über kurz oder lang ganz aus dem Chemie-Geschäft zurückzieht. Durch die Verkäufe vernichtet BAYER innerhalb des Unternehmens tausende von Arbeitsplätzen.

Pharma-ForscherInnen fürchten um Jobs
Die Pharma-ForscherInnen von BAYER fürchten sich vor dem Amtsantritt des Schneider-Nachfolgers Werner Wenning. “Wenning wird alle Forschungsfelder durchleuchten”, so zitiert die Wirtschaftszeitschrift BIZZ einen Konzern-Mitarbeiter. Sollte der neue BAYER-Chef die WissenschaftlerInnen als LIPOBAY-Bauernopfer sowie als verantwortlich für die nur mager gefüllte Neuprodukt-Pipeline ausgemacht haben, so wird Arbeitsplatzvernichtung die Folge sein. Bereits im Jahr 2000 hatte der Leverkusener Chemie-Multi die Pharma-Forschungsgebiete Schlaganfall, Lebererkrankungen und Osteoporose abgewickelt und deren Gesamtzahl auf 13 reduziert.

LIPOBAY-Auswirkungen
Wegen der Umsatz-Einbußen durch den LIPOBAY-Skandal will der Leverkusener Chemie-Multi 1.250 Arbeitsplätze vernichten, die Hälfte davon in den USA. Betroffen sind vor allem Vertriebs-MitarbeiterInnen, laut BAYER so genannte Leihvertriebsleute.

E-Commerce mit Additiven
Auch im Bereich der Kunststoff-Zusatzstoffe (Additive) steigt BAYER jetzt ins E-Business ein. Über ein spezielles Web-Portal können KundInnen sich über die Produkte informieren und sie per Mausklick ordern. In der entsprechenden Verkaufsabteilung vernichtet der Konzern durch diese Rationalisierungsmaßnahme viele Arbeitsplätze.

Flexible Arbeitszeiten
Im September 2001 hat BAYER flexible Arbeitszeiten für alle Beschäftigten eingeführt. Damit geben die konjunkturellen Schwankungen nunmehr der ganzen Belegschaft den Arbeitsrythmus vor. In Hochzeiten müssen die MitarbeiterInnen des Konzerns jetzt bis zu 48 Stunden in der Woche arbeiten.

Teurere Versicherungen wg. 11.9.
Nach den Anschlägen vom 11. September verlangen die Versicherungen von den Unternehmen höhere Prämien. ALLIANZ, GERLING und andere Industrie-Versicherer halten eine Verdoppelung der Beiträge für angemessen. Als besonders Risiko-behaftet schätzen sie die Chemie-, Pharma- und Technologie-Branche ein. Bei BAYER laufen derzeit gerade Verhandlungen über eine neue Police.

Weihnachten ohne BAYER-Paket
Und wieder streicht der Leverkusener Chemie-Multi eine soziale Leistung. Der BAYER-Konzern bricht mit der seit der Nachkriegszeit bestehenden Tradition, seine PensionärInnen zu Weihnachten mit einem Paket zu bedenken. “Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation sei es nicht mehr vertretbar”, erklärt das Chemie-Unternehmen und führt die so eingesparten 2,25 Mio. Euro der Portokasse zu.