SWB 01/2002 -Ticker

UNFÄLLE & KATASTROPHEN

Verätzungen durch Schwefeldichlorid
Im Leverkusener BAYER-Werk ist es am 14. Dezember 2001 zu einem Störfall gekommen. In einem Betrieb, der Vorprodukte für den Material- Schutz herstellt, arbeitete ein Messgerät nicht korrekt, so dass bei einem Pump-Vorgang Schwefeldichlorid austrat. Drei Mitarbeiter trugen Verätzungen davon und mussten ärztlich behandelt werden. Zudem breitete sich im Umkreis der Produktionsstätte ein übler Geruch  aus. BAYER-Sprecher Jürgen Gemke dementierte zwei Tage nach dem Unfall diese Angaben der Kölner Bezirksregierung. Ihm zufolge hätten die Beschäftigten lediglich “ein bisschen was eingeatmet”. Solch eine verharmlosende Äußerung stärkt natürlich nicht gerade den Glauben an die routinemäßig gegebene Versicherung, für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden.

Geborstenes Silo: Sechs Verletzte
Am 8. Februar kam es im Uerdinger BAYER-Werk zu einem Störfall.
Ein Lager-Silo zerbarst. Durch das Leck traten Flüssigkeiten aus, die mit dem Sauerstoff der Luft reagierten, so dass giftige Salzsäure-Dämpfe entstanden. Sechs MitarbeiterInnen konnten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen und mussten wegen Reizungen der Atemwege ärztlich behandelt werden. Die Feuerwehr zog einen Kordon um das Gelände und war mit 100 Einsatzkräften drei Stunden lang damit beschäftigt, die Dämpfe unter Kontrolle zu bringen. Zum Unfall-Hergang teilte der Konzern lediglich mit, beim Umfüllen einer Chemikalie sei das Silo geborsten, ob es sich dabei um eine Stoff-Verwechslung oder eine andere Ursache handelte, gab BAYER nicht an. Genaueres wusste der Chemie-Multi nur zum möglichen Risiko. “Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden”, hieß es mal wieder abwiegelnd aus der Zentrale.